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Heimatforscher Friedrich Hübel hat auf 1150 Seiten Rhoder Geschichte zusammengestellt

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Von: Armin Haß

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Vergilbte Fotografie der Hohlen Straße in Rhoden um 1910.
Hohle Straße in Rhoden um 1910. © Stadtarchiv Rhoden

Der Heimatforscher Friedrich Hübel breitet in seinem umfangreichsten Werk, einer zweibändigen Chronik, auf 1150 Seiten die Geschichte von Rhoden vom 16. Jahrhundert bis zur Gegenwart aus.

Diemelstadt-Rhoden – Der gelernte Handwerksmeister hat seit 40 Jahren aus Archiven der Kirche und der Stadt Daten über Rhoden und die Bewohner für die Schützenchronik, ein Ortssippenbuch und nun auch über die Heimatgeschichte zusammengetragen.

Sechs Jahre Arbeit

Allein sechs Jahre widmete er dem neuesten Werk „Die Geschichte Rhodens“. Die Manuskripte hat er nun abschließen können. Der Druckauftrag ist erteilt. Die Chronik gliedert sich in den Teil I mit 792 Seiten, der sich hauptsächlich auf die Erkenntnisse aus den Akten der alten Stadt Rhoden ableitet.

Hinzu kommt der Teil II mit 360 Seiten. Dieser basiert auf der Einsichtnahme von Kirchenakten. Die Inhalte der beiden Werke ergänzen sich.

1150 Seiten umfasst die Chronik von Friedrich Hübel über Rhoden.
1150 Seiten umfasst die Chronik von Friedrich Hübel über Rhoden. © Walter Bracht

„Das ist nur einem Rentner möglich, und man muss besessen sein von der Idee für Rhoden, Ursprung und Leben zu ergründen und daraus die ,Geschichte’ zu entwickeln“, schreibt Friedrich Hübel in seinem Vorwort.

Handschriften entziffert

Mit Bienenfleiß, Erfahrung beim Lesen von alten Handschriften und Kenntnissen aus der örtlichen Geschichtsschreibung hat Hübel eine Fülle von Daten zusammengetragen und nach Themen geordnet für die Chroniken aufgearbeitet.

Familiengeschichte, Informationen über Eigentum und Pachtverhältnisse, Angaben zu sozialen Strukturen oder auch Stoff für Anekdoten spiegeln sich darin.

Wechselhafte Geschichte

Letztlich sei es Hübel gelungen, die Geschichte von Rhoden aus den Archiven heraus übersetzt, zusammengefasst und übermittelt zu haben, so Bürgermeister Elmar Schröder in seinem Grußwort. Mithin habe er die Geschichte seines Heimatortes in eine neue Zeit gerettet.

Die Chroniken leisteten einen wichtigen Beitrag zur Einordnung der Geschichte Rhodens , zu ihrem Verständnis und dafür, die Zukunft zu gestalten, wie Pfarrerin Claudia Engler hervorhob.

Viele Themen

Die Chroniken spiegelten die wechselhafte Geschichte wider und wie sie die Stadt verändert und beeinflusst habe, so Ortsvorsteher Bernd Flamme.

Vom Dreißigjährigen Krieg, der Verleihung der Stadtrechte, den Anordnungen des Grafen, dem Aufbau einer kommunalen Verwaltung mit den Bürgermeistern, den Stadtbränden, über die napoleonische Herrschaft, die Gerichtsbarkeit, Vereinswesen und Schulen bis in das 21. Jahrhundert reichen die beiden Bücher.

Stadtpläne nachgearbeitet

Auf den gemeinsam mit Karl Heinemann nachgearbeiteten Stadtplänen von 1650 und 1754 werden Besitzverhältnisse dargestellt.

Zeichnungen, Kopien von alten Urkunden, alte Fotografien, Inschriften von Balkeninschriften alter Fachwerkhäuser und Auszüge aus den Salbüchern illustrieren das dickleibige Werk.

Spuren jüdischen Lebens

Auch dem jüdischen Leben sind Teile der großen Geschichte Rhodens gewidmet.. Hier bleibt aber noch Raum für weitere Veröffentlichungen, wie auch Hübel und der Vorsitzende des Waldeckischen Geschichtsvereins Diemelstadt, Walter Bracht, erklären.

Jedoch haben Schülerinnen und Schüler, ein heimischer Lehrer, der Heimatforscher Heinrich Friele und Karl Heinemann über dieses Thema geforscht. Eine recht umfassende Zusammenstellung über jüdisches Leben und das mörderische Ende in der NS-Zeit findet sich unter anderem auf der Webseite alemannia-judaica.de einer Arbeitsgemeinschaft zur Erforschung jüdischer Geschichte.

Quellen der Chronik

„Mit Stadtarchiv und Kirchenbüchern haben wir in Rhoden eine großartige Geschichtsquelle, die über 450 Jahre zurückreicht“, stellt Friedrich Hübel fest.

Die Chronik des Rhoder Pfarrers Zacharias Wahl, Karten, Zeichnungen und Fotos, ein altes Brandkataster, ein Einwohnerverzeichnis, die Salbücher als erste Vorläufer der Grundbücher und einzelne Urkunden bildeten Grundlagen für die beiden Chroniken. Detektivische Arbeit war notwendig, um Häuser und Familien einander richtig zuordnen zu können. Denn im Laufe der Jahrhunderte haben sich Straßennamen und Wegebeschreibungen mehrfach geändert.

Zeichnung des Gasthofs „Zum Schwan“, heute der“ Krug“. Das Haus daneben wurde abgerissen.
Zeichnung des Gasthofs „Zum Schwan“, heute der“ Krug“. Das Haus daneben wurde abgerissen. © Privat

Das mussten Hübel und sein heimatforschender Freund Karl Heinemann berücksichtigen, als sie alte Karten von Rhoden von 1650 mit der Stadtmauer und von 1754 mit der Neustadt rekonstruierten und die Häuser mit Nummern den jeweiligen Besitzern zuordnen zu können.

Die Unterstützung

Viele Unterstützer ermöglichten einen Zugang zu Akten und Dokumenten. Spenden und Zuwendungen ortsansässiger Bürger und Gewerbebetriebe und der Zuschuss der Stadt trugen dazu bei, dass das Vorhaben verwirklicht werden konnte.

Hübels Manuskripte wurden von Herbert Dinger am Computer erfasst, Friedhelm Wetekam ergänzte die Beiden bei der Arbeit. Dieter Heinemann aus Mettmann las die Texte Korrektur.

Vorbestellung

Reinhard Schäfer und Karl Heinemann stellten Bilder bereit. Auch der Heimatforscher Erwin Brüne und Hübels Tochter Elke haben den Chronisten bei seiner Arbeit unterstützt.

Beide Bücher können zu reduziertem Preis vorbestellt werden durch Einzahlung auf das Konto der Waldecker Bank, IBAN DE70 5236 0059 0000 9238 26; als Paket zum Vorzugspreis von 54 Euro, später 60 Euro.

Die Auslieferung an die Leser ist ab März geplant. (Armin Haß )

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