Spannende Abenteuerreise ist glücklich zu Ende gegangen

Abenteuerlich, was der Diemelstädter Globetrotter auf seiner Radtour durch Afrika alles erlebte

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Ulrich Schmidt aus Bad Arolsen unterwegs mit seinem Fahrrad in Ostafrika. Manchmal muss er mithilfe von Werkzeug das strapazierte Zweirad wieder flott bekommen.   

Diemelstadt. Auslandseinsatz beendet. Die ersten Aufträge der Saison nimmt der Ulrich Schmidt schon wieder in Angriff. Der Landschaftsbau-Unternehmer ist erst vor kurzem von seiner Afrikareise zurückgekehrt. Mit dem Fahrrad hatte er viele Hundert Kilometer zurückgelegt, bis er die Reise früher als beabsichtigt beendete.

Warum er früher von der elften Afrika-Reise seit den 90-er Jahren zurückkehrte, erzählt der in Rhoden wohnende Globetrotter im Gespräch mit der WLZ. Es war vielleicht seine letzte große Tour mit dem Fahrrad. Er deutet an, dass er demnächst möglicherweise auf ein Motorrad umsatteln wird.

Doch der Reihe nach: Nach dem äthiopischen Weihnachtsfest und seinem 51. Geburtstag, den er Anfang Januar mit weiteren Globetrottern im Holland House Addis Abeba feierte, trat er in die Pedale, um die 2000 Kilometer lange Reise gen Kenia zu beginnen.

Wie plant man eine Fahrrad-Reise quer durch Afrika?

Genau so flexibel und bereit für Neues, wie Ulrich Schmidt auf seinen bisherigen Reisen zwischen Algerien und dem südlichen Afrika buchstäblich verfuhr, trat er auch dieses Abenteuer in Äthiopien an.

„Ich habe mir erst die Karte angeschaut und interessante Zielpunkte angeschaut und mich unterwegs immer wieder von äußeren Einflüssen leiten lassen“, schildert Schmidt seine Planung.

Ob es katholische Missionsposten oder Trekker-Pensionen waren, oder ein Platz zum Zelten, den Einheimische empfahlen – der Diemelstädter fand immer gute Übernachtungsmöglichkeiten und hilfsbereite Menschen, die ihm gute Tipps gaben. „Die Frauen wussten besser Bescheid als die Männer“, resümiert Schmidt.

„Mit der Wahl der genauen Reiseroute konnte ich mir noch Zeit lassen, da die entscheidende Straßenkreuzung weit im Süden des Landes liegt“, berichtete Schmidt noch von unterwegs. Und: „Auf dem Weg dorthin musste ich feststellen, dass die äthiopischen Berge nicht kleiner geworden sind und ich seit der letzen Reise doch vier Jahre älter geworden bin.“

Immer auf den Körper hören: Was ist noch zu schaffen?

Hinzu kam auf halber Strecke noch eine Durchfallerkrankung die er mithilfe von Ratschlägen des befreundeten Bad Arolser Arztes Dr. Helmut Schaaf via E-Mail in einer italienischen Missionstation wieder in den Griff bekam.

Als Radreisender stand er nach gut einer Woche jedoch konditionell wieder am Anfang und muste sich entscheiden.

Die Schwäche und der Rat von Trekking-Reisenden, die Strecke um den riesigen Turkana-See, nicht allein mit dem Rad zu fahren, bewogen ihn dann, über die weiter im Osten liegende äthiopisch-kenianische Grenzstadt Moyale zu fahren.

Unterwegs Bekannte getroffen

Aber auch diese Strecke hatte es in sich, und er musste ein paarmal die Hilfe von einheimischen Lkw-Fahrern in Anspruch nehmen, um die letzten 20 Kilometer zu bewältigen.

„Schön war es in Moyale, als sich der Manager vom Busbahnhof an mich erinnerte.“

Auch die nachfolgende Station bei Henry, dem Schweizer in Marsabit, war ein Highlight dieser Reise. Schließlich ging es zu einer Safari , auf der Schmidt Elefanten, Giraffen und andere Tiere der Savanne in geringer Entfernung sehen konnte.

In Äthiopien hatte er unter der Regie eines Rangers mit weiteren Trekkern einen Nationalpark durchstreift, Elefanten, riesige Krokodile und Flusspferde gesehen – zu Fuß und stets in gebührendem Abstand, die Waffe des Führers stets bereit zur Verteidigung gegen Angriffe durch wilde Tiere.

Neugierige und hilfsbereite Menschen in Äthiopien und Kenia haben Ulrich Schmidt die Reise zu einem besonderen Erlebnis werden lassen.

Wenn der Diemelstädter ein paar Brocken Kisuaheli spricht oder bei der Rückkehr zu einem vor ein paar Jahren bereisten Ort den Namen eines Bekannten erwähnt, entsteht Vertrautheit, öffnen sich Türen und Herzen.

Mit Humor und Gelassenheit kommt man weiter

Dabei ist Ulrich Schmidt nach 35 000 Kilometern mit dem Fahrrad und einigen Problemen an Grenzen oder in Menschenmengen von Mega-Städten und nicht zuletzt mit dem Fahrrad weit davon entfernt, die Dinge im Rückblick nur rosig zu sehen.

Mit der nötigen Gelassenheit, mit Humor und Geistesgegenwart hat er, rückblickend betrachtet, manche gefährliche Situation für sich positiv gestaltet. Er hat alles in allem die Menschen und deren Heimat schätzen und lieben gelernt.

Diesmal war Schmidt nach eineinhalb Monaten einfach platt. Und dann entschied er, die Reise zu beenden. Zudem gab es noch einige Aufträge vom Vorjahr in Nordwaldeck abzuarbeiten. Da fiel die Entscheidung für den vorzeitigen Rückflug von Nairobi.

Die letzte Radreise mag es gewesen sein. Nun liebäugelt er mit einer Motorradtour in Kenia. Mit der passenden Maschine könne er auch ganz nahe an den Menschen sein, doch schneller vorankommen: „Auch der schönste See kann einem sauer werden, wenn man sich  tagelang mit dem Fahrrad abstrampeln muss.“

In dieser Bildergalerie finden sich viele schöne Fotoimpressionen aus Afrika: Bildergalerie

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