Umweltministerin Priska Hinz besucht Schäferei Pieper

Bioland-Schäferei in Laubach ruht auf mehreren Standbeinen

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Hessens Umweltministerin Priska Hinz besuchte die Bioland-Schäferei v on Jan Pieper in Wethen. Mit dabei: Bürgermeister Elmar Schröder (blaues Hemd). Schäfer Pieper hält ein Lamm, das erst am Vortag geboren wurde. 

Diemelstadt-Laubach.  Umweltministerin Priska Hinz (Grüne) hat die Schäferei Pieper in Laubach besucht. Der Bioland-Betrieb von Jan und Carola Pieper hält über 500 Mutterschafe und zehn Böcke, zum großen Teil Merinos.

Jedes Jahr werden hier 800 Lämmer geboren. Zum Hof gehören 60 Hektar Grünland und 10 Hektar Ackerland.

Die Schafe aber werden auf zahlreichen weiteren Flächen gehütet, denn der Bioland-Betrieb beweidet auch Naturschutzflächen im Auftrag von Hessen-Forst oder der Waldeckischen Domanialverwaltung.

Jan Pieper hat bei seiner Ausbildung zum Schäfermeister einen Fachkundenachweis in Sachen Schlachtung abgelegt. In enger Abstimmung mit dem Kreisveterinäramt hat er auf seinem Hof einen EU-zertifizierten Schlachtraum geschaffen, der auch Bioland-Ansprüchen genügt.

Hier schlachtet und zerlegt Pieper seine einjährigen Lämmer und gibt sie zur Vermarktung an Fleischereien in der Region weiter. Ein eigener Hofladen lohnt sich nicht für ihn. Dafür sei die Nachfrage auf den Lande zu gering.

Pieper bemüht sich, seine Tiere möglichst nur mit Grundfutter zu füttern. Ein Zufüttern mit Korn will er aus finanziellen und ökologischen Gründen vermeiden. Seine Tiere leben von der Geburt bis zur Schlachtung auf der Weide. Überwintert wird nicht im Stall, sondern auf Wiesen bei Wolfhagen.

Alle seine Tiere werden gleich nach der Geburt computerlesbar markiert. Pieper verfügt über ein elektronisches Wiegesystem, das die Gewichtszunahme dokumentiert und wichtige Informationen für die Zucht liefert.

Mitarbeiter des Landesbetriebs Landwirtschaft Hessen LLH lobten die Beteiligung der Bioland-Schäferei Pieper am Tier-Kompetenznetzwerk. Gemeinsam bemühe man sich hier darum, Tiere zu züchten, deren Schwänze kurz genug seien, dass sie nicht coupiert werden müssten. Ein Beitrag zum Tierwohl.

Weiteres Standbein des Biohofes ist ist die Zusammenarbeit mit Jugendämtern. Als ausgebildete Erzieher nehmen Jan und Carola Pieper Jugendliche in Obhut, die schon durch viele Raster gefallen sind, und denen das Zusammenleben mit einer intakten Familie und der Umgang mit Tieren wieder auf die Beine helfen kann.

Umweltministerin Priska Hinz zeigte sich bei ihrem Besuch der Bioland-Schäferei Pieper begeistert. Für sie stand fest: „Die Familie Pieper führt einen vorbildlichen landwirtschaftlichen Betrieb und beweist, dass Schäferei ein moderner Beruf ist, der auch technische Herausforderungen birgt. Tierwohl und ökologische Landwirtschaft werden hier großgeschrieben. Genau solche Betriebe wollen wir mit unserer Agrarpolitik unterstützen.“ 

Leider würden hauptberufliche Weidetierhalterinnen und -halter immer weniger. Ursache sei in erster Linie die oft prekäre Einkommenssituation, erklärte Ministerin Hinz. Das Land Hessen setze sich deshalb für eine Förderung der Weidetierhaltung, die über die Gemeinsame EU-Agrarpolitik (GAP) finanziert wird, ein. 

Hinz: „Ich kämpfe auf Bundesebene für die Einführung einer Weidetierprämie, bei der zusätzlich pauschal pro Schaf oder Ziege 30 Euro pro Jahr gezahlt werden soll. Die Bundesländer haben sich im Bundesrat Ende Juni dafür ausgesprochen. Jetzt ist die Bundesregierung am Zug und muss diese Förderprämie auf den Weg bringen.“

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