Gemeinsame Aktion der Kreisbauernverbände in Frankenberg und Waldeck

Blühende Landschaften: Landwirte in Waldeck und Frankenberg pflanzen zusätzliche Blühstreifen

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Damit es im Frühjahr auf den Feldern summt und brummt:Von links: Karlfried Kukuck vom Fachdienst Landwirtschaft bei der Kreisverwaltung, Heiko Kieweg vom Bauernverband Waldeck mit Geschäftsführerin Stefanie Wetekam, Olaf Fackiner vom Bauernverband Frankenberg, Landwirt Jürgen Hage aus Neudorf und der Frankenberger Geschäftsführer Matthias Eckel.

Diemelstadt-Neudorf. Glyphosat, Bienensterben und all die anderen Reizthemen, die es in die Fernsehnachrichten schaffen: Die Landwirte wollen nicht länger als Buhmänner dargestellt werden.

 „Wenn wir etwas für die Natur und unsere natürlichen Lebensgrundlagen ändern wollen, dann nur mit der Landwirtschaft“, bringt es Stefanie Wetekam vom Kreisbauernverband Waldeck auf den Punkt. Landwirte seien seit ewigen Zeiten mit der Natur verbunden und leisteten ihren Beitrag zum Erhalt der Natur.

Damit dies künftig noch sichtbarer wird, starten die Bauernverbände bundesweit die Aktion „Deutschland blüht auf!“ Ziel sei es, den längsten Blühstreifen der Welt zu schaffen.

Die Kreisbauernverbände in Waldeck und Frankenberg bieten ihren Mitgliedern dazu kostenloses Saatgut für freiwillige Blühstreifen an. Das Ziel hier sind 90 Kilometer lange und drei Meter breite Blühstreifen in Waldeck-Frankenberg, einem quer durch den Landkreis.

An der Aktion beteiligt sich auch der Fachdienst Landwirtschaft im Kreishaus. Immerhin hat der Kreistag für zusätzliche Blühstreifen 5000 Euro zur Verfügung gestellt.

Dabei geht es - wie gesagt - nur um zusätzliche Blühstreifen, nicht um amtlich geförderte Grundstreifen. Inzwischen sei auch geklärt, dass die zusätzlichen Blühflächen nicht erst kompliziert aus den übrigen Flächen heraus gemssen werden müssten, so Steffi Wetekam.

Ziel der Aktion sei es, Bienen und anderen Insekten genügend Nektarpflanzen anzubieten und damit den Artenreichtum zu fördern.

Das leisten auf freiwilliger Basis seit Jahren schon mehrere Landwirte in Neudorf und Helmighausen, wie Jürgen Hage bekräftigte. Der Betreiber der Helmighäuser Biogasanlage experimentiere sogar mit Blühpflanzen als Futter für die Bakterien im Biogas-Fermenter.

Für einen drei Meter breiten Blühstreifen werden pro Hektar 10 Kilo Wildblumensamen benöigt. Bei sechs Euro pro Kilo Saatgut kommen so schnell erkleckliche Beträge zusammen. Hinzu kommen die Arbeits- und Maschinenkosten. All das leisten die Landwirte zusätzlich, frewillig und aus ihrer Tasche. 

Die Bauernverbände prüfen aktuell noch, ob der Maschinenring beim Ausbringen der Saat helfen kann. Möglich sind auch Kooperationen von benachbarten Landwirten. das spart die Rüstzeiten für die Saataufsätze an den Schleppern. 

Für Interessierte Landwirte und Gartenbesitzer bieten die Kreisbauernverbände in Waldeck und Frankenberg in ihren Geschäftsstellen kostenlos Saatgut an.

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