Informationsabend zu landwirtschaftlichem Projekt 

Das sind die Aussichten für den geplanten Hähnchenstall bei Wethen

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Rund 150 Bürger informierten sich am Mittwoch in Wethen über die Pläne für einen Hähnchenmaststall.

Es geht um einen Hähnchenmaststall zwischen Wethen und Rhoden mit 29.990 Plätzen: Rund 150 Bürger haben den vom Ortsbeirat veranstalteten Informationsabend besucht.

Diemelstadt-Wethen –Nach dem Diskussionsabend der Bürgerinitiative vor ein paar Wochen begrüßte Ortsvorsteher Volker Thöne den Landwirt Björn Hoppe aus Rimbeck, der den Stall auf dem Gelände seines Onkels bauen will und dafür beim Landkreis Waldeck-Frankenberg die Baugenehmigung beantragt hat.

Aussicht auf Genehmigung

Unterstützt wurde er durch den Unternehmensberater Ulrich Strätker (Niederlangen) und seinen Mitarbeiter im Betrieb Rimbeck, Holger Göhausen. Andreas Sünder vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen (LLH, Kassel) informierte detailliert über den Gesichtspunkt Emissionen. Aus diesem Blickwinkel betrachtet sei das Vorhaben auch genehmigungsfähig, lautet sein Schluss. Die Stadt Diemelstadt werde die Hinweise und Bedenken in ihre Stellungnahme für den Kreis einfließen lassen, sagte Bürgermeister Elmar Schröder, der die Moderation übernahm.

Aufgrund der Unterschreitung der Schwelle von 30.000 Mastplätzen muss das Vorhaben nicht nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz beim Regierungspräsidium unter Beteiligung der Öffentlichkeit geprüft werden, sondern reicht eine Genehmigung nach dem Bundesbaugesetzbuch. Dennoch wurde von der Stadt zum öffentlichen Informationsabend mit dem Investor mit der Gelegenheit zu Fragen und Stellungnahmen eingeladen.

Massentierhaltung kritisiert

Kritik an Massentierhaltung, einer Ausbreitung von Keimen im Fleisch, Einsatz von Antibiotika wurde von Gegnern des Projektes ebenso geäußert wie Bedenken wegen Geruchsbelästigung sowie von Nitratbelastung durch den bei der Mast entstehenden Hühnermist. Bedenken wurden geäußert, dass das Dorf aufgrund der Mastanlage an Anziehungskraft verliere.

Einwohner nicht betroffen

Andreas Sünder vom LLH machte jedoch deutlich, dass schon die in 311 Meter und 750 Metern Entfernung stehenden Gehöfte aufgrund der Abluftanlagen nicht mehr von den Emissionen betroffen seien, das Dorf Wethen sei bereits 1,2 Kilometer entfernt.

Dabei müssten die in privilegierten Lagen stehenden ehemaligen Gehöfte in der Nähe sogar noch höhere Emissionen hinnehmen. Der geplante Stall entspreche rund 60 Großvieheinheiten, also 429 Mastschweinen oder 50 Kühen.

Das ist der Investor

Informieren über geplanten Hähnchenmaststall in Wethen: Landwirt Björn Hoppe (Mitte) mit seinem Mitarbeiter Holger Göhausen (2. von links). Unternehmensberater Ulrich Strätker (links), Andreas Sünder (Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen) und Bürgermeister Elmar Schröder.

Der Rimbecker Landwirt Björn Hoppe hat beim Landkreis Waldeck-Frankenberg den Bau einer Hähnchenmastanlage mit 29.990  Plätzen beantragt. Er betreibt bereits neben dem Schweinestall in Rimbeck mit 500 Plätzen eine Hähnchenmast mit 50.000 und in Hofgeismar-Hümme zwei Anlagen mit insgesamt 85.000 Plätzen.

In Wethen plant er auf dem Gelände seines Onkels an der Kreisstraße nach Rhoden und zur Autobahnanschlussstelle. Damit verfügt er über Getreideäcker, um die Masthähnchen mit Futter versorgen zu können. Der Mist landet in Biogasanlagen im Warburger Land. 

Die Kosten

Alle rund sieben Wochen erfolgen der Transport der nach dem Tierwohl-Siegel gemästetetn Tiere zur Schlachterei nach Gudensberg, Stallreinigung und Aufstallung der neuen Küken. Der rund 800.000 Euro teure Stall bietet mit 1800 Quadratmetern mehr Platz als normalerweise, das entspricht zwölf Tieren pro Quadratmeter.

Der Einsatz von Antibiotika dürfe nur nach tierärztlicher Verschreibung erfolgen, allerdings seien derartige Mittel im vergangen Jahr nur einmal in Hümme mit dem Wasser verabreicht worden. Tote Tiere würden fachgerecht beseitigt, erklärt Hoppe. 

Nicht schädlich für Ökosystem

Die über das Abluftsystem nach außen gelangenden Stickstoff- beziehungsweise Ammoniakmengen seien unschädlich  für die umliegenden Ökosystem und das FFH-Gebiet, so Andreas Sünder vom Landesbetrieb Landwirtschaft. Reinigungswasser aus dem geplanten Brunnen werde in einen geschlossenen Behälter geleitet. Eine Überdüngung sei ausgeschlossen, eine Nitratauswaschung ergebe sich nicht. Der Stallboden und die Anfahrtswege werden aus Beton gebaut.

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