Anerkennung für jahrelange Vorarbeiten

Diemelstadt setzt auf Dorfentwicklungsprogramm: Neue Impulse für alle Stadtteile

+
Die Baugrundstücke im Wethener Baugebiet Mushof sind nun ausverkauft, wie Bürgermeister Elmar Schröder (rechts) mit seinem Immobilien-Team zeigt. Von links: der neue Bauamtsleiter Matthais Koch, Erika Melcher, der scheidende Bauamtsleiter Eckhard Bodenhausen und die für den Verkauf zuständige Daniela Scholz. F

Die Aufnahme der Diemelstadt in das hessische Dorfentwicklungsprogramm hat Bürgermeister Elmar Schröder mit großer Freude aufgenommen. Er sieht die Entscheidung der zuständigen Ministerin als große Chance für die Stadt und zugleich als Anerkennung für die Bemühungen der vergangenen Jahre.

Diemelstadt. Unter dem Stichwort „Zukunftswerkstatt“ hat der Magistrat 2015 und 2017 interessierte Bürger zu Gesprächskreisen in die Stadthalle Rhoden eingeladen und dabei Ideen für die künftige Stadt- und Dorfentwicklung gesammelt.

Dabei wurden vor allem Antworten auf die demografische Entwicklung gesucht. Immerhin haben die Stadtteile der Diemelstadt seit 1999 rund 800 Einwohner verloren. Grund waren sinkende Geburtenzahlen und steigende Abwanderung junger Schulabgänger.

Nur noch wenige Bauland-Reserven

Diese Entwicklung scheint inzwischen gestoppt“, freut sich der Bürgermeister und verweist auf die große Zahl von 20 Baugrundstücken, die in den ersten Monaten des Jahres von der Stadt an junge Familien verkauft wurden.

In Wrexen boomt das Baugebiet „Rinscher Berg“, in Rhoden der „Niedere Teich“ und in Wethen der „Mushof“, wo nun die letzten acht freien Bauplätze verkauft wurden. „Wir sind derzeit ausverkauft“, verkündet der Bürgermeister zufrieden.

Einige wenige baureife Grundstücke könne die Stadt nun noch in Rhoden im Bereich Flühburg anbieten.

Entwicklungschancen für alle Stadtteile ermöglichen

Wenn nun nach weiteren Baugrundstücken gesucht werde, etwa in Ammenhausen, dann gehe das nur, wenn die Stadt den Aufsichtsbehörden ein abgerundetes Dorfentwicklungskonzept vorlegen könne. Das sei bei den Dorfmoderationen vorbereitet worden und könne nun fast nahtlos in das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept IKEK eingearbeitet werden.

Das Regierungspräsidium dränge darauf, dass vor der Ausweisung von Neubaugebieten auch freie Flächen in den Dörfern bebaut würden. Auch der Abriss von nicht mehr benötigten und nicht mehr sanierungsfähigen Gebäuden sei möglich und werde gefördert.

Für diese Planung habe die Stadt Diemelstadt nun 18 Monate Zeit.

Hessenweit viele Millionen für Dorfentwicklung

In den darauffolgenden sechs Jahren könnten die Pläne in allen Stadtteilen nacheinander abgearbeitet und umgesetzt werden. Davon profitierten am Ende die Wohnqualität in allen Stadtteilen.

Das Dorfentwicklungsprogramm ist vom Hessen mit genügend Geldmitteln unterlegt. Aktuell befinden sich 99 hessische Kommunen mit 878 Ortsteilen in der Dorfentwicklung.

Für die Umsetzung der Baumaßnahmen stehen bis zum Jahr 2027 jährlich rund 35 Millionen Euro an Fördermitteln von EU, Bund und Land zur Verfügung.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare