Archäologische Grabungen schnell beginnen

Stadt Diemelstadt sieht sich  bei Autohof-Projekt Rhoden ausgebremst 

Die Kommunalpolitiker in Diemelstadt hoffen auf einen baldigen Beginn der unerwartet geforderten archä ologischen Testgrabungen, damit ohne gravierende Verzögerungen mit der Erschließung des Gewerbegebiets Steinmühle begonnen werden kann. Foto: Armin Haß

Diemelstadt-Rhoden – Die Diemelstädter Stadtverordneten äußerten sich verärgert über die unerwartete Forderung nach archäologischen Testgrabungen auf dem als Gewerbegebiet mit neuem Autohof vorgesehenen Gelände an der Steinmühle.

In der Sitzung am Donnerstag beschlossen sie, für die Grabungen vorsorglich 265 000 Euro im Haushalt bereitzustellen. Sie hoffen, dass die Testschnitte möglichst noch in diesem Jahr erfolgen können, um die Verzögerungen begrenzen zu können.

Das fordert der Denkmalschutz

Bürgermeister Elmar Schröder hatte erklärt, mit dem Baubeginn sei bisher im Sommer 2020 zu rechnen gewesen. In diesem Herbst hätten nach der zu erwartenden Erteilung des Planungsrechts die entsprechenden Vereinbarungen mit dem Investor Straßenverkehrsgenossenschaft (SVG) getroffen werden können.

Durch ein Schreiben des Heimatforschers Walter Bracht im Frühjahr an der Steinmühle an die Denkmalbehörde in Marburg ausgelöst, hat die Bezirksarchäologin Dr. Christa Meiborg eine Zustimmung zu den Plänen abgelehnt und Testgrabungen angeordnet (wir berichteten). Bracht hatte auf Funde im Bereich der früheren Siedlungsbereiche um Altrhoden und mögliche weitere Entdeckungen im Gebiet an der Steinmühle aufmerksam gemacht.

So lange läuft die Planung

Diese überraschende Wende hat Verärgerung in den städtischen Gremien ausgelöst. Schließlich verzögert sich nun die Ausweisung des seit 2011 anvisierten Gewerbegebiets. SVG habe zunächst die aktuelle Entwicklung zur Kenntnis genommen, berichtete der Bürgermeister in der Stadtverordnetensitzung.

Er hatte zuvor deutlich gemacht, dass das Landesamt für Archäologie sowohl an einer ersten Anhörung der Behörden zur Vorplanung 2013 als auch 2017 bei einem weiteren Verfahrensdurchlauf trotz Einladung nicht teilgenommen hatte. Der Flächennutzungsplan habe bereits die Rechtskraft erlangt, doch dann habe die SVG die Sondergebietsfläche Autohof gegen den Bereich Gewerbe tauschen wollen. „In diesem Schritt wurde das Landesamt tatsächlich nicht mehr angeschrieben, weil die Rechtskraft ja bereits erreicht war“, erklärte dazu Schröder.

Das hat Vorbereitung gekostet

Die bisherigen Planungskosten für die Stadt und für SVG bezifferte er mit jeweils 300 000 Euro. Hinzu komme der Kauf der 100 000 Quadratmeter Flächen durch die Kommune.

„Stinksauer“ äußerte sich der Fraktionsvorsitzende Markus Budde (SPD) über den Zeitpunkt, an dem der Heimatforscher Walter Bracht sein Schreiben an das Denkmalamt geschickt hatte. Das sei „schlechter Stil“, schließlich habe es in den vergangenen Jahren stets Transparenz bei den Planungen gegeben und deshalb hätte sich der Verfasser auch an die Fraktionen oder den Magistrat wenden können. 

"Ziel vor Augen"

Mit dem Bau des Autohofes für Lastwagen bestehe die Chance zur Verbesserung der Verkehrssituation. Das Parken der Lastzüge im vorhandenen Gewerbegebiet sei ein Problem. 

„Man sieht ein Ziel vor Augen und wird auf einmal ausgebremst“, sagte Jürgen Pawelzig (FWG). Er kritisierte die Denkmalbehörde, die trotz zweimaliger Einladung das Thema „ignoriert“ und ihre Arbeit nicht getan habe. „Die Suppe dürfen wir nun auslöffeln“, erklärte er im Hinblick auf die der Stadt entstehenden Kosten für die Untersuchung. Zudem drohe der Verlust des Entwicklungspotenzials in Diemelstadt.  

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