Archäologen fanden keine ausreichend interessanten Hinweise

Diemelstädter Gewerbegebiet Steinmühle: Ausgrabungen billiger als befürchtet

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Luftbild von den Ausgrabungsarbeiten an der Autobahnauffahrt bei Rhoden: Archäologen ha- ben bei einer Sondage im Bereich der geplanten Zufahrt zum Gewerbegebiet für den SVG-Autohof Überreste einer mittelalterlichen Siedlung gefunden.  

Die archäologische Ausgrabung im Bereich des geplanten Gewerbegebietes Steinmühle zwischen Rhoden und Wrexen ist mit 20.000 Euro deutlich günstiger ausgefallen als befürchtet.

Diemelstadt-Rhoden.   Bürgermeister Elmar Schröder hatte einen gehörigen Schreck bekommen, als ihn im vergangenen Sommer die Ankündigung des  Landesamtes  für Denkmalschutz in Marburg erreichte, wonach eine archäologische Ausgrabung erforderlich sei.

Bis dahin hatte die Einschätzung des seinerzeit zuständigen Archäologen des Landesamtes für Denkmalpflege gegolten, wonach nördlich der Autobahn keine Funde zu erwarten seien. Doch die erstmals im Jahr 2019 von einem Rhoder Bürger direkt beim Landesamt für Denkmalschutz vorgelegten Funde aus der Zeit des Autobahnbaus erforderten nun doch eine Ausgrabung und Dokumentation der archäologischen Ergebnisse.

Schlackereste lassen auf Eisen- und Kupferhütte schließen

Die Sondageschnitte erfolgten im September 2019 auf der Fläche der Zufahrt des Autohofes. In seinem Abschlussbericht schreibt Dr. Thilo Warneke: „Es wurden fünf Pfostenstellungen und zwei Siedlungsgruben geschnitten und vollständig ausgegraben. Die Pfostenstellungen lassen sich zu keinem sinnvollen Hausgrundriss ergänzen. Das Fundmaterial datiert ins Hoch- bzw. Spätmittelalter. Die aufgefundenen Schlackereste lassen auf eine Verhüttung von Kupfer/Erz schließen.“ 

Weiter heißt es in dem Abschlussbericht: „Die Siedlungsgruben und die in 2019 in Planum erfassten Strukturen (Grubenhäuser, Sechs-Pfosten-Bau) zeigen, dass die Wüstung Alt-Rhoden sich auf der Anhöhe befunden haben muss. Ein Teil der Siedlung wurde beim Bau der Autobahn A 44 bzw. der Bundesstraße B 252 undokumentiert zerstört.

Planungsarbeiten gehen weiter

Die nun aufgedeckten Strukturen gehören vermutlich zum Randbereich der einstigen Siedlung, der etwa 300 Meter von der noch erhaltenen Kirche entfernt lag. Ob die in Flurnamen überlieferte Landwehr die nördliche Begrenzung der Siedlung darstellte oder in späterer Zeit gebaut wurde, kann hier nicht beantwortet werden.“

Nach Prüfung der Ausgrabungsergebnisse teilte Dr. Christa Meiborg der Stadt Diemelstadt nun mit, dass keine weiteren Bedenken gegen die geplante Bebauung im Bereich der derzeitigen Trassenführung vorliegen.

Bürgermeister Schröder: „Mit der zügigen Ausgrabung und Dokumentation durch Dr. Thilo Warneke und den nun vorliegenden Ergebnissen wird unser Zeitplan für den Neubau des SVG-Autohofes nicht so stark beeinträchtigt, wie ich anfänglich erwartet hatte. Die Kosten von rund 20 000 Euro liegen deutlich unter der im Haushalt vorsorglich eingeplanten Summe.“

Schröder zufrieden: „Nun können die Planungen weiterlaufen und ich hoffe, dass wir die noch offenen Fragen für die Realisierung des wichtigen Projektes auch noch zügig abgearbeitet bekommen.“  res/es

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