Stadt Diemelstadt beteiligt sich vorerst nicht am Grenztrail-Projekt Waldeck-Frankenberg

Diese Gefahren lauern  am Diemelradweg

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Mountainbiker am Ettelsberg: Ein 650 Kilometer langer Grenztrail um Waldeck-Frankenberg soll die Gemeinden auch besser ans Radwegenetz anbinden.

Diemelstadt. Der größte zusammenhängende Mountainbike-Trail Europas soll es werden: Mit 650 Kilometern rund um den Landkreis will die FremdenverkehrshochburgWaldeck-Frankenberg im Norden Hessens ab 2022 Touristen locken. Doch machen alle 17 Kommunen dabei wie geplant mit?

In den Volkmarser Ausschüssen wird darüber heute erstmals öffentlich in Nordwaldeck beraten. In Diemelstadt ist das Thema noch nicht auf die Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung gebracht worden. Die Kommune müsste rund 42 000 Euro an Umlagen an den Zweckverband Grenztrail bis 2022 zahlen.

Warum bremst Diemelstadt?

Doch erst einmal zieht die Stadt die Bremse an. Grund des Zögerns ist die gefährliche Situation im Bereich der Landesstraße 3438 und der Kreisstraße 91 zwischen Orpethal und Wrexen und die im Sommer erfolgte Absage von Hessen Mobil an einen Radweg.

„Die städtischen Gremien können gegenüber den Bürgern schlecht eine finanzielle Beteiligung begründen, wenn nach wie vor Gefahren auf einem Teilstück drohen“, stellt Bürgermeister Elmar Schröder im Gespräch mit der WLZ fest.

Das fordern die Stadtverordneten

Der Stadtverordnetenversammlung hat er das Ergebnis eines Gespräches mit Vertretern von Hessen Mobil in Wiesbaden mitgeteilt:Die Stadt solle alternative Routen suchen, lautet die abschließende Empfehlung aus Wiesbaden. Für einen Radweg entlang der L 3438 gebe es keinen Bedarf.

Die Stadtverordnetenversammlung hat in diesem Jahr einstimmig eine Entschließung verabschiedet, in der ein sicherer Radweg gefordert wird. Die Verknüpfung bei Orpethal oder Wrexen mit einem Grenztrail lasse sich in der jetzigen Lage nicht rechtfertigen. „Es wäre den Bürgern schwer erklärbar, wenn wir diese Gefahrensituation auf dem Autobahnzubringer bei Wrexen ignorieren, denn diese Strecke wäre Teil des Grenztrails.“ Genau diesese schwierige Situation habe er bei der Ederradwegkonferenz erklärt und am gestrigen Montag nochmals bei demRadwegforum des Grimm-Heimat-Verbundes in Kassel deutlich gemacht.

Das hat Diemelstadt investiert

"Wir sind dem Grenztrail-Projekt gegenüber grundsätzlich positiv eingestellt“, unterstreicht der Diemelstädter Bürgermeister Elmar Schröder und verweist auf die Bemühungen der Stadt zur attraktiven Gestaltung des Diemelradwegs. 

So wurden nicht nur Hinweistafeln aufgestellt , sondern ist eine Brücke über die Diemel gebaut worden. Das Ganze wurde mit Zuschüssen aus dem LEADER-Programm für die Region Nordwaldeck verwirklicht. Bekanntlich musste die Brücke nachträglich durch eine Schräge für Radfahrer ergänzt werden. Sonst müssten diese ihr Zweirad über Treppenstufen hinauf und hinunter schleppen.

Hoffnungen in Volkmarsen

 „Ob die Stadt Diemelstadt am Grenztrail teilnimmt oder nicht, muss im Stadtparlament in Ruhe besprochen und entschieden werden.“ Es passe nicht zusammen, wenn für das 14 Millionen Euro teure Projekt vom Land einerseits Zuschüsse erwartet werden, andererseits der Landesbetrieb Hessen Mobil den Bau eines sicheren Radwegs ablehnt. 

Nach aktuellen Zahlen sind in der Saison auf dem Diemelradweg im Abschnitt bei Wrexen täglich 170 Radfahrer unterwegs.Schließlich sei die Route beim Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club als Vier-Sterne-Radweg anerkannt, erklärt Bürgermeister Schröder. 

Sie sind beteiligt

Der Volkmarser Bürgermeister Hartmut Linnekugel freut sich, dass die Verknüpfung des Radwegnetzes ins Umland verbessert werde und speziell in Volkmarsen ergänzend zu den Strecken in Richtung Twistesee die Anbindungen nach Breuna und demnächst auch von Wolfhagen nach Ehringen verbessert werden. 

Die Volkmarser Ausschüssen sind die ersten kommunalen Gremien in Nordwaldeck, die sich öffentlich mit der finanziellen Beteiligung an dem Grenztrail befassen. Sie tagen heute ab 19 Uhr in der Nordhessenhalle.

 Neben dem Kreis wollen sich 27 Kommunen in Waldeck-Frankenberg an dem Grenztrail-Zweckverband beteiligen. Die Stadt Volkmarsen würde dann von 2019 bis 2022 insgesamt 43 600 Euro aufbringen. Die Verknüpfung des vorhandenen, ausbaufähigen Radwegenetzes mit dem Grenztrail ist nach den Worten von Linnekugel auch positiv für den geplanten Wohnmobilplatz und die Entwicklung der Kugelsburg.

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