Ideen und Anregungen aus den Dörfern sollen Einfluss in die Stadtpolitik finden

Dorfmoderation: Diemelstädter Bürger haben das Wort

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Einstieg in die so genannte Dorfmoderation in Diemelstadt:  Jürgen Rönsch (links) und Bürgermeister Elmar Schröder.

Diemelstadt. „Dorfmoderation“ – so lautet der Titel einer Veranstaltungsreihe, die im Oktober in allen neun Ortsteilen der Stadt Diemelstadt, sowie der Verwaltung und der Schlossbergschule Station macht.

Ziel der jeweils rund zweistündigen Gesprächs- und Austauschrunden ist es, von den Teilnehmern zu erfahren, welche Maßnahmen ihren Ortsteil und ihr Umfeld „lebens- und wohnenswert“ für die Zukunft machen.

Die Ergebnisse der Workshops werden gebündelt und veröffentlicht. Darüber hinaus fließen sie in einen Themenpool ein, der Grundlage für die Erarbeitung der Vision „Diemelstadt 2030“ ist.

Bürgermeister Elmar Schröder umreißt die Ausgangssituation so: „Diemelstadt ist heute eine vitale und erfolgreiche Kommune. Wir verfügen über ein sehr gut funktionierendes Gemeindeleben mit vielen Vereinen und umfangreichen Kulturangeboten, profitieren von einer gesunden Wirtschaft mit vielen Arbeitsplätzen und haben einen städtischen Haushalt, der im Vergleich zu anderen Kommunen noch Investitionen ermöglicht. Durch Abwanderungsbewegungen in Richtung Stadt, demografische Verschiebungen und veränderte Lebensentwürfe, wird sich diese gute Situation jedoch verändern und die Orte mittelfristig vor ganz neue Herausforderungen stellen. Daher soll die Dorfmoderation ähnlich einer „Akupunktur für das Gemeinwesen“ Nadelstiche setzen, um Veränderungsprozesse anzustoßen.“

Zu überlegen, mit welchen Maßnahmen und Ideen diese Herausforderungen zu bewältigen sind, ist Aufgabe der von dem Münsteraner Kommunikationsberater Jürgen Rönsch geleiteten Workshops, der die Kernfrage stellt: „Was wollt IHR denn?“

Elmar Schröder: „Unabhängig, ob generationsbezogene Wohnkonzepte, Fachkräftemangel, Mobilität, Grundversorgung oder Aufbau neuer Gewerbestrukturen, wir wollen die Bürger mit Hilfe der Dorfmoderationen aktiv zur Gestaltung der Zukunft von Diemelstadt befragen und sie bei der Entwicklung von Diemelstadt 2030 mit einbeziehen“. Das Prinzip und die Vorgehensweise während der Veranstaltungen ist eindeutig: Nicht die Politik gibt den Ton und die Reihenfolge vor, sondern die Bürger sollen die Hauptpersonen sein.

Die Dorfmoderationen sind eingebunden in einen langfristigen Prozess, an dessen Ende die Vision „Diemelstadt 2030“ stehen soll. Ziel ist es, alle wichtigen und relevanten Gruppen der Gemeinde (Bürger, Politik, Wirtschaft, Vereine, Schüler …) aktiv an der Ausarbeitung und Formulierung zu beteiligen. Konkret wird der Weg zur Vision Diemelstadt 2030 dabei aus drei Schritten bestehen. Der Abfrage der „Inputs“ von Politik, Verwaltung und Bürgern mittels Workshops und Dormoderationen, der Bündelung der Ergebnisse in einem Themenpool und abschließend einen Workshop, in dem sich die Verantwortlichen, Multiplikatoren und ehrenamtliche Aktivposten im Frühjahr 2019 treffen und gemeinsam eine Vision für Diemelstadt 2030 erarbeiten.

Die Dorfmoderationen finden beginnen meist jeweils um 19 Uhr in den Dorfgemeinschaftshäusern und zwar am 8. Oktober in Ammenhausen, am 9. Oktober in Wethen. am 11. in Orpethal, am 15. in Helmighausen, am 18. in Rhoden, am 22. in Wrexen, am 23. in Dehausen (20 Uhr), am 24. in Neudorf und am 30. in Hesperinghausen (19.30 Uhr). (r)

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