Kreisausbilder Florian Kistner aus Rhoden über Angebot für Feuerwehren

Erste Lehrgänge im Kreis  für technische Hilfe nach Unfällen 

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Rettung nach einem Verkehrsunfall wird geübt: Erstmals gibt es entsprechende Lehrgänge im Kreis Waldeck-Frankenberg.

Diemelstadt-Rhoden. „Wir wollen Leben retten“, erklärte der Kreisausbilder Florian Kistner  kurz und doch bedeutungsvoll das Ziel der Feuerwehreinsätze. Er gehört zu dem Team von Kreisausbildern, die seit 2016  erstmals im Kreisgebiet Technische Hilfeleistung - Verkehrsunfall ausbilden.

Zwei Wochen, werktags an den Abenden und samstags den ganzen Tag über, haben im vorigen Jahr die ersten beiden Gruppen gelernt, wie sie mit technischem Gerät und in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst die erste medizinische Versorgung am Unfallort ermöglichen und Verletzte aus Fahrzeugen retten können.

 „Es muss alles schnell gehen“, sagt Kistner. Die Golden Hour of Shock gilt bei den Rettungskräften als Optimum: In diesem zeitlichen Rahmen sollen Rettungskräfte am Ort sein, die Patienten aus dem Fahrzeug gerettet, vor Ort medizinisch versorgt und ins nächstgelegene Krankenhaus (Traumazentrum) gebracht worden sein, wo dann die weitere Behandlung stattfindet. 

„Schneller ist natürlich besser“, fügt Kistner hinzu. Daher ist die zweiwöchige Ausbildung vor allem praxisorientiert. Mithilfe von Schneidgerät, Spreizer oder Rettungszylinder müssen die Einsatzkräfte Öffnungen am Fahrzeug schaffen, damit letztendlich die Rettung erfolgen kann. Zuvor müssen Fahrzeuge aber auch gesichert und stabilisiert werden. Bei Verkehrsunfällen wird generell zunächst unterstellt, dass die Fahrzeuginsassen auch Hals- und Wirbelsäulenverletzungen erlitten haben. Daher ist das für Menschen mit Rückenverletzungen konzipierte Spineboard zur patientenschonenden Rettung griffbereit. Die zweiwöchige Ausbildung Technische Hilfeleistung - Verkehrsunfall ist für Feuerwehrführungskräfte obligatorisch, aber auch für alle anderen Einsatzkräfte empfehlenswert. Daher ist Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick froh, dass seit 2016 im Kreisgebiet Lehrgänge stattfinden können. Bisher standen dafür nur 24 Plätze im Jahr für Angehörige der Wehren aus Waldeck-Frankenberg an der Hessischen Landesfeuerwehrschule zur Verfügung. In diesem Jahr können dank der heimischen Kreisausbilder schon bis zu 120 Feuerwehrleute im Landkreis ausgebildet werden.

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