1. WLZ
  2. Waldeck
  3. Diemelstadt

Herbstkonzerte und Gedenkgottesdienst zum Kirchenjubiläum in Wrexen

Erstellt:

Von: Armin Haß

Kommentare

Das 175-jährige Bestehen der Kirche Wrexen wurde gefeiert.Vorne, von links: Pfarrerin Claudia Engler, Dekan Eva Brinke-Kriebel und Pfarrerin Elke Carl, die die Festpredigt hielt. Im Hintergrund Kirchenvorstandsmitglieder, Erster Stadtrat Dieter Oderwald und Chronik-Verfasser Dr. Hans-Jürgen Römer (Heimat- und Verkehrsverein).
Das 175-jährige Bestehen der Kirche Wrexen wurde gefeiert.Vorne, von links: Pfarrerin Claudia Engler, Dekan Eva Brinke-Kriebel und Pfarrerin Elke Carl, die die Festpredigt hielt. Im Hintergrund Kirchenvorstandsmitglieder, Erster Stadtrat Dieter Oderwald und Chronik-Verfasser Dr. Hans-Jürgen Römer (Heimat- und Verkehrsverein). © Armin Haß

Diemelstadt-Wrexen – Mit 175 Jahren zählt die Wrexer evangelische Kirche zu den neueren Gotteshäusern in Nordwaldeck. Grund genug war das Jubiläum für eine Konzertreihe und einen Festgottesdienst.

Von dem Trio Klezmers Techter reichte wurde der ganze Reichtum und das historische Erbe der jüdischen Welt in Osteuropa hörbar und sogar tanzbar präsentiert.

Vor gut besuchten Rängen tauchten Gabriela Kaufmann (Klarinetten), die Kontrabassistin Nina Hacker und Almut Schwab (Akkordeon, Flöte, Zymbal) in die musikalische Tradition der sephardischen und osteuropäischen Juden ein: Melancholisch, innerlich und extrovertiert.

Vertieft in emotional ausdrucksstarkes, virtuoses Spiel: Klezmers Techter in Wrexen, von links Gabriela Kaufmann, Nina Hacker und Almut Schwab.
Vertieft in emotional ausdrucksstarkes, virtuoses Spiel: Klezmers Techter in Wrexen, von links Gabriela Kaufmann, Nina Hacker und Almut Schwab. © Armin Haß

Lebendig und taufrisch erklang jede gespielte Note, reizten die Arrangements des Trios mitunter zum Mitwippen ein. Genau das will die Klezmermusik auch: Mitreißen, zum Tanze animieren, zum Weinen und zum Lachen - alles zu seiner Zeit.

Virtuos und swingend

Die Musikerinnen begeisterten mit ihren spannenden Liedern und ihrem virtuosen, zuweilen swingenden Spiel. Bassistin Hacker, der Hinweis wurde gleich zu Beginn gemacht, war erst vor kurzem zuvor mit dem weltläufigen Klarinetten-Virtuosen Giora Feidman unterwegs - und trieb mit ihrem pulsierenden Spiel das Ensemblespiel mit voran.

Alles zu seiner Zeit: Pfarrerin Elke Carl freute sich über die dreiteilige Herbstkonzert-Reihe, die mit dem Trio Fado und portugiesischer Musik am kommenden Freitag fortgesetzt wird.

Der Auftakt mit Klezmers Techter brachte sie auch dazu, an jüdisches Leben in der Region zu erinnern und an die Deportation jüdischer Bürger aus dem Waldecker Juden vor 80 Jahren in die Vernichtungslager. Diese Musik mache Freud" und Leid deutlich. Die Freude, speziell in der herbstlichen Farbenfülle, dürfte nicht außer Acht gelassen werden. Die Techter ließen sogar Paul Gerhardts sommerliche Bilder verwebenden Klassiker „Geh" aus, mein Herz“ in einer wunderschönen Version in ihrem Konzert erblühen.

Gedenken bei Gottesdienst

In schönen Herbstfarben leuchteten am Sonntag die Erntedankgaben auf dem Altar, lila-weiße Fähnchen schmücken das Kirchenschiff, als beim Gedenkgottesdienst das Jubiläum gefeiert wurde. Pfarrer Elke Carl, die die Festpredigt hielt, feierte den Gottesdienst der Gesamtgemeinde Diemelstadt zusammen mit Pfarrerin Claudia Engler, Rhoden, und der Dekanin Eva Brinke-Kriebel. Die Kirchenband gestaltete den musikalischen Part mit.

Die vom Heimat- und Verkehrsverein herausgegeben Chronik präsentierte dessen Vorsitzender Dr. Hans-Jürgen Römer.

Das bebilderte Heft stützt sich auf Aufzeichnungen des Pfarrer Hermann Scipio (1808 - 1897), in dessen Wirkungszeit die Kirche vor gut 175 Jahren für 7000 Taler gebaut wurde.

Chronik über Kirche

Erster Stadtrat Dieter Oderwald hobt die Verbindung zwischen Kirchengemeinde und politischer Gemeinde hervor und verwies auf den Bezug zur Schützengilde,zu deren Heimatfest ein Gottesdienst gehöre.

Gefeiert wurde anschließend auch neben der Kirche. der Kirchenvorstand hatte ein gemütliches Beisammensein mit einem Imbiss und Getränken in und neben einem Zelt zwischen dem Orpelauf und dem Gotteshaus vorbereitet. (Armin Haß )

Auch interessant

Kommentare