80 Feuerwehrleute im Einsatz - Schaden bei rund 500.000 Euro

Feuer und Explosionen in Wrexer Speditionshalle

Dicke Qualmwolken wälzen sich aus der Halle: Brand am 10. Januar 2018 bei der Spedition Varlemann in Wrexen. Foto: Armin Haß

Diemelstadt-Wrexen. Feuer, dicke Qualmwolken und Explosionen: Eine Werkstatt- und Lagerhalle der Speditionsfirma Varlemann in Wrexen wurde am Mittwochmorgen ein Raub der Flammen. Verletzt wurde niemand. Nach ersten Schätzungen entstand ein Schaden von 500.000 Euro. Wegen der Gefahr durch giftige Dämpfe mussten Anwohner Fenster zwischenzeitlich geschlossen halten.

(Aktualisiert um 11.34 Uhr)

Feuerschein lenkte schon aus der Ferne den Blick der gegen 4.45 Uhr alarmierten Feuerwehren und Rettungsfahrzeuge in Richtung Wrexen, Hermann-Scipio-Straße. Dort, gegenüber einem Mehrfamilien-Haus, steht die als Waschanlage für die Lastwagen, Lager und Werkstatt genutzte Halle zwischen Wohn- und Büro-Gebäude der Familie Varlemann und der unmittelbar angrenzenden Werkstatt lichterloh in Flammen.

Löschen von Drehleitern aus

Wegen des Ausmaßes des Feuers und enormen Rauchentwicklung wurde neben Diemelstädter Feuerwehren ein Löschzug mit Drehleiter der Kameraden vom Stützpunkt Bad Arolsen herbeigerufen, später rückte auch die Feuerwehr Warburg mit der Drehleiter aus, um vom rückwärtigen Hof die Flammen zu bekämpfen.

Bei dem Einsatz der rund 80 Feuerwehrleute unter Leitung von Diemelstadts Stadtbrandinspektor Volker Weymann aus Bad Arolsen, Warburg, Rhoden, Wrexen, Helmighausen, Orpethal und Wethen ging es zunächst darum, ein Übergreifen der Flammen auf das Wohnhaus und die angrenzende Werkstatt zu verhindern. Der Fahrer eines Lastzugs hatte den Brand zuerst bemerkt. Er wollte seine erste Fahrt am frühen Morgen beginnen.

Flammen schlagen aus dem Dach

Da schlugen aber auch schon die Flammen aus dem Gebäude und waren Explosionen aus der Halle zu hören. Die rührten wohl von dicken Lkw-Reifen her. Jedoch sind dort auch Heizöl, Gasflaschen, Lacke und Farben gelagert. Alles „Nährstoff“ für das Feuer und Gefahrenpotenzial für die eingesetzten Feuerwehrleute, die nur unter Atemschutzgeräten gegen die Flammen vorgehen konnten.

Aus der nahe gelegenen Orpe, aus Hydranten und den Tanklöschfahrzeugen wurde das Wasser zum Löschen in die Schläuche gepumpt. Vorrangig von der Drehleiter wurde das Feur bekämpft. Das Dach war bereits weitgehend zerstört, und über diesen Weg mussten die Flammen bekämpft werden. Nach gut einer Stunde hatten die Einsatzkräfte den Brand weitgehend unter Kontrolle. Die Rettungssanitäter, die sich bereithielten, mussten nicht in Aktion treten.

Aufgrund der starken Rauchentwicklung und der in der Halle gelagerten Stoffe wurde vorsorglich eine Rundfunkwarnmeldung abgesetzt, in der die Anwohner von Diemelstadt-Wrexen und Nachbarorten gebeten wurden, die Fenster geschlossen zu halten. Derzeit (Stand 10.15 Uhr) bestehen jedoch für die Bevölkerung keine Gefahren mehr. Die Feuerwehr ist noch damit beschäftigt, das Löschwasser abzupumpen.

Die Werkstatthalle ist komplett herunter gebrannt. Der Sachschaden dürfte nach ersten Schätzungen etwa 500.000 Euro betragen. Personen kamen nicht zu Schaden. Neben dem Gebäude und den darin befindlichen Gegenständen - unter anderem die Werkstatteinrichtung - wurden auch Waren, zum Beispiel Tierfutter, aus dem nicht direkt vom Feuer betroffenem Lager durch die Rauchentwicklung und das Löschwasser beschädigt.

Die Kriminalpolizei Korbach war bereits am frühen Morgen vor Ort und hat die Ermittlungen aufgenommen. Zur Brandursache können noch keine Angaben gemacht werden. Die Brandermittler der Kriminalpolizei Korbach werden die Brandstelle im Laufe des Tages erneut aufsuchen. Aufgrund einer möglichen Einsturzgefahr steht derzeit noch nicht fest, ob die Halle betreten werden kann. Hinweise auf eine vorsätzliche Brandstiftung liegen derzeit nicht vor.

Wie geht es weiter?

Nach den Nachlöscharbeiten beginnt dann das große Aufräumen. Der Betrieb der Spedition, die noch über einen Logistikstützpunkt an der Autobahnanschlussstelle verfügt, war nach ersten Erkenntnissen nicht größer beeinträchtigt. Allerdings mussten aus dem Gefahrenbereich an der brennenden Halle Fahrzeuge weggefahren werden. 

Feuer und Explosionen bei der Spedition Varlemann in Wrexen 

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