Projekt "Soziale Orte" gestartet

Das finden Wissenschaftler von der Universität Göttingen an Diemelstadt so spannend 

Soziale Orte in Diemelstadt: Die Projektleiterin der Uni Göttingen Prof. Claudia Neu (Bildmitte) besucht mit der Forschungsgruppe den Bürgertreff Wrexen. Links: Bürgermeister Elmar Schröder, rechts Dr. Jürgen Römer. Foto: Stadt Diemelstadt

Diemelstadt. Wie kann gesellschaftlicher Zusammenhalt gelingen? Dieser Frage geht das Forschungsprojekt „Soziale Orte - Neue Infrastrukturen für Gesellschaftlichen Zusammenhalt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung nach.

Geleitet wird das Projekt von Prof. Dr. Claudia Neu von der Uni Göttingen. Dazu nimmt die Wissenschaftlerin Modellkommunen aus Thüringen und Waldeck-Frankenberg unter die Lupe. In diesem Zusammenhang besuchte die Forschungsgruppe jetzt die Projektbeispiele für „Soziale Orte“ der Stadt Diemelstadt.

Das stärkt Zusammenhalt

„Sowohl das Walmebad in Rhoden, als auch der Bürgertreff in Wrexen und der multifunktionale Gebäudekomplex um die Schützenhalle in Hesperinghausen sind soziale Orte, an denen der gesellschaftliche Zusammenhalt deshalb so ausgesprochen gut funktioniert, weil die Bürgerinnen und Bürger hier enormes ehrenamtliches Engagement aufbringen.“ So brachte es Bürgermeister Elmar Schröder auf den Punkt.

„Gesellschaftlicher Zusammenhalt zeigt sich durch ein intaktes, solidarisches Gemeinwesen. Fest steht dabei, dass Zusammenhalt ein Prozess ist, der mit Konflikten, Umwegen und Neuorientierungen einhergeht. Kommunen sind hierbei Nabel und Herz des gesellschaftlichen Zusammenhalts, mit der größtmöglichen Nähe zum Bürger. Fehlt es hier an Daseinsvorsorgeleistungen, an Motoren sozial-räumlicher Integration, dann mangelt es auch an Orten der Begegnung und Kommunikation im öffentlichen Raum“, so Prof. Dr. Caudia Neu.

Darum kommen Wissenschaftler wieder

Diemelstadt war bereits während der Abwicklung der großen Flüchtlingsströme nach 2015 Untersuchungsobjekt der Uni Göttingen, weil hier Kirche und Kommune positive Ansätze des Miteinanders gezeigt hätten, die zum Erfolg beigetragen haben.

Nachdem das Projektpartner-Treffen nun in den beteiligten Kommunen in Thüringen und Waldeck-Frankenberg stattgefunden hat, wird man sich gemeinsam auf der Grünen Woche in Berlin im Januar im Rahmen eines Zukunftsforums präsentieren und dort Ideen mit anderen Kommunen austauschen. 

Entwicklung der Dörfer

Unterdessen kündigt die hessische Landesregierung eine Neuauflage der Dorfmoderation an, die auch in Diemelstadt so viele Bürger mobilisiert hat. 

„Mit zukunftsfähigen Strategien für Mobilität, Innenentwicklung und Infrastruktur können wir die Attraktivität der hessischen Dörfer erhalten. Hier setzt das neue Förderangebot Dorfmoderation an und bietet Städten und Gemeinden im ländlichen Raum seit diesem Jahr Unterstützung an, solche Strategien in einem gemeinschaftlichen Prozess zu entwickeln“, sagte Umweltministerin Priska Hinz. In diesem Jahr nehmen die Städte und Gemeinden Breitscheid, Diemelstadt, Frankenau, Grebenstein, Kaufungen, Neu Anspach, Niederaula und Homberg (Efze) an dem Programm teil.

Mehr Geld für Kommunen

Gefördert werden können Ausgaben für Moderations- und Beratungsdienstleistungen sowie die Ausarbeitung von kommunalen Entwicklungskonzepten mit bis zu 50.000 Euro. Im Doppelhaushalt 2018/2019 wurden dafür zusätzliche Landesmittel in Höhe von 500.000 Euro bereitgestellt. Das Förderangebot richtet sich an Kommunen im ländlichen Raum mit bis zu 20.000 Einwohnern, die nicht als Förderschwerpunkt der Dorfentwicklung anerkannt sind.

 Mit der Dorfmoderation können unter anderem folgende Ziele verfolgt werden: Steigerung des ehrenamtlichen Engagements, Aufarbeitung von relevanten Fragestellungen, Sicherung der Zukunftsfähigkeit der Kommune, Erarbeitung von Entwicklungsstrategien.

So geht es weiter

Auch 2019 wird wieder ein landesweites Auswahlverfahren stattfinden, um besonders qualitative Vorhaben zu fördern. Der Aufruf zur Bewerbung Dorfmoderation ist für Januar 2019 geplant. Der Auswahltermin ist voraussichtlich im April//Mai 2019. (r)

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