Kein Betretungsverbot, aber Mahnung zur Vorsicht

Forstamt Diemelstadt mahnt: Gefahr im Wald nicht unterschätzen

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Großes Durcheinander: Eben noch ist ein Harvester durchgefahren, jetzt liegen wieder Stämme quer: Der Leiter des Forstamts Diemelstadt, Martin Klein, zeigt Windwurfflächen und die immer noch drohenden Gefahren durch wenig standsichere Bäume. Foto:

Diemelstadt. Die Schadensbilanz nach Sturm Friederike wird immer präziser: Inzwischen steht fest, dass im Bereich des Forstamts Diemelstadt 142.000 Festmeter Holz gefallen ist, überwiegend Fichten und Kiefern.

Forstamtsleiter Martin Klein kann die Zahlen noch weiter herunterbrechen: Allein im Arolser Revier sind 40.000 Festmeter aufzuarbeiten, davon 32.000 Festmeter im Stadtwald Mengeringhausen. Im Revier Rhoden fielen 22.000 Festmeter, in Landau und Dehringhausen 16.000 Festmeter.

Im Domanialwald sind allein 100.000 Festmeter aufzuarbeiten und zu vermarkten. Und die Vermarktung hat es in sich. Klein: „Wir haben Verträge mit Sägewerken in der Region zu erfüllen. Die warten auf ihr Buchenholz. Wir müssen aber sehen, wie wir mit dem Fichten- und Kiefernholz umgehen. Die Hölzer haben unterschiedliche Eigenschaften und können nicht einfach ausgetauscht werden.“

So müssen Harvestereinsatz, die schlechten Rückemöglichkeiten auf durchnässten Waldböden, verringerte Transportkapazitäten und die Ansprüche der Sägewerke unter einen Hut gebracht werden. Klein: „Wir bemühen uns, als erstes die größeren Waldwege wieder befahrbar zu machen.“ Doch die scheinbare Begehbarkeit dürfe nicht falsch interpretiert werden.

Was gilt beim Waldbesuch?

Waldbesucher sollten sich in den nächsten Wochen sehr umsichtig im Wald bewegen, denn noch immer seien viele Stämme, die im Sturm auf feuchten Böden durchgerüttelt wurden, nicht standsicher. Außerdem gebe es viele lose Äste, die jederzeit herunterfallen könnten. 

Die Gefahren im Wald seien für Fußgänger groß. Dennoch wollten das Forstamt Diemelstadt und die von ihnen betreuten Kommunen nicht so weit gehen, ein absolutes Betretungsverbot auszusprechen, wie dies im Fürstlichen Wald der Fall sei.

Klein: „Wir sprechen kein Betretungsverbot aus. Das könnten wir auch gar nicht überwachen. Und auch nach Aufhebung des verbots könnten wir keine absolute Sicherheit garantieren. Wir mahnen jedoch dringend, nicht nur nach unten, sondern auch nach oben zu schauen: Wo steht ein Stamm schief?“

In Deutschland gelte ein allgemeines Betretungsrecht: Jedermann darf den Wald zum Zwecke der Erholung auf eigene Gefahr betreten.

Klein: „Jeder muss aber wissen, dass es waldtypische Gefahren gibt. Und die sind auch viele Wochen nach einem Sturm noch groß.“ Jedenfalls wurden alle Schulen und Kindergärten informiert, Wälder vorerst zu meiden.

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