Stadtparlament fordert Neubau eines  Radweges an der Landesstraße

Gefühl von Sicherheit ist wichtig: Lücke am Diemelradweg schließen

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Typische Verkehrssituation auf der Landesstraße L3498 zwisc hen Wrexen und Orpethal: 40-Tonner auf dem Weg von den Papierfabriken zur Autobahnauffahrt. Hier fühlen sich Radfahrer nicht sicher.  

Radfahren ist groß in Mode. Zusätzlichen Schwung hat der Freizeitsport durch moderne Elektrofahrräder bekommen, die auch hügelige Strecken für jedermann leicht zu nehmen machen.

VON ELMAR SCHULTEN

Diemelstadt. Um diesen Trend auch für die touristische Entwicklung der Diemelstadt nutzen zu können, bemühen sich Magistrat und Stadtverordnetenversammlung schon seit Jahren um eine bessere Anbindung an den überregionalen Diemelradweg, der Willingen und Bad Karlshafen verbinden soll.

Problematisch war bisher ausgerechnet das Diemelstädter Teilstück von der Landesgrenze bei Orpethal bis Wrexen zur Landesgrenze nach Scherfede. Dabei hakt es vor allem an den Grundstückseigentümern, die kein Wegerecht einräumen müssen.

Richtlinien sehen Ausnahmen vor

So bleibt nur eine Trassenvariante, die sich an der Kreisstraße 91 bei Orpethal und dann weiter an der Landesstraße L3498 anschmiegen soll. Nach den geltenden Richtlinien von Hessen-Mobil für den Bau von Radwegen an Landesstraßen wird die Verbindung zwischen Orpethal und Wrexen aber von zu wenigen Kraftfahrzeugen befahren.

260 Lastwagen, zu einem Großteil 40-Tonner der Papier-Industrie, werden zwar von den rund 170 Radfahrern als bedrohlich empfunden, reichen aber nach den geltenden Richtlinien nicht für den Bau eines Radweges aus.

Der vom Magistrat beauftragte Verkehrsplaner Alexander Gardyan vom Planungsbüro IKS aus Kassel konnte jedoch den Stadtverordneten bei ihrer Sitzung am Donnerstagabend neue Hoffnung für die Mitfinanzierung durch das Land Hessen machen: Die Richtlinien sähen nämlich eine Sonderregelung für Strecken mit besonderer touristischer Bedeutung und mit besonderer Bedeutung für die Nahversorgung vor. Beides treffe auf die Strecke zwischen Orpethal und Wrexen zu.

Landkreis soll Teilstück bezuschussen

Innerhalb der Ortslage von Wrexen schlägt der Verkehrsplaner Schutzstreifen für Radfahrer auf der Orpethaler Straße vor. Die Ramser Straße von der Kreuzung in der Ortsmitte bis hin zum Übergang auf den vorhandenen Radweg könne problemlos zur Radfahrstraße umgewidmet werden.

Damit verbunden seien Tempo 30 und das Recht der Radfahrer, nebeneinander zu fahren. Den möglichen Begegnungsverkehr auf 300 Meter Strecke mit den 40-Tonnern der dortigen Spedition hält der Straßenplaner für unproblematisch.

Einstimmig beschlossen die Stadtverordneten schließlich, den Bau des Radweges entlang der Kreisstraße 91 von der Landesgrenze bis Orpethal auf den Weg zu bringen. Der Grunderwerb sei dort bereits erfolgt. Die Kosten werden auf 265 000 Euro geschätzt zuzüglich Nebenkosten. Hierfür soll ein Zuschuss beim Landkreis beantragt werden.

Grenztrail nicht mit Rad- und Wanderwegen verknüpfen

Um den Bau eines Radweges parallel zur Landestraße L3498 zu ermöglichen,  soll der Magistrat Kontakt zu den verantwortlichen Landesbehörden aufnehmen.

Ein weiterer Teil des vom Verkehrsplaner vorgelegten Konzeptes war der Versuch, die vorhandenen Wirtschaftswege zu einem Radwege-Ring rund um Diemelstadt zu verbinden. Die kurze Runde bringt es auf 45 Streckenkilometer, die große Runde auf 67 Kilometer.

Dringend rät der Straßenplaner davon ab, den geplanten Grenztrail des Landkreises mit dem normalen Radwegenetz zu kombinieren. Mountain-Bike-Trails gehorchten anderen Regeln und sollten wegen des zu großen Konfliktpotentials zwischen Wanderern und Radfahrern nicht auf bestehenden Wanderwegen verlaufen.

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