Stiftung eines engagierten Bürgers

Helmighäuser Nachtwächter-Denkmal in Stein gemeißelt

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Der Brunnenplatz in Helmighausen ist um eine Attraktion reicher: Heinrich Bodenhausen stiftete seinem Heimatdorf die von ihm geschaffene Sandsteinfigur eines Nachtwächters. von links: Ortsvorsteherin Hiltrud Bodenhausen, Stifter Heinrich Bodenhausen, Bürgermeister Elmar Schröder, der steinerne Nachtwächter und sein lebendiges Gegenstück, Martin Hollenstein.   

Diemelstadt-Helmighausen. „Ein Dorf muss dankbar sein, wenn sich menschen wie Heinrich Boden so engagieren“, schwärmte Bürgermeister Elmar Schröder bei der feierlichen Enthüllung der neuen Nachtwächterfigur am Helmighäuser Brunnenplatz.

Der aus Helmighausen stammende Architekt hatte vor Jahrzehnten die Helmighäuser Dorfhalle geplant und den Bau mit vielen ehrenamtlichen Helfern organisiert. Im ruhestand beschäftigte sich Bodenhausen mit der Dorfgeschichte, verfasste mehrere Chroniken und historische Aufsätze, und nun den steinerne Nachtwächter.

Auch Ortsvorsteherin Hiltrud Bodenhausen war begeistert: „Wir sagen Heinrich Bodenhausen Danke, weil er seinem Heimatdorf diese sieben Zentner schwere Figur gestiftet hat.“ Denkmäler seien wichtig. Sie erzählten die Geschichte und regten dazu an, die eigene Geschichte zu ergründen.

Stifter Heinrich Bodenhausen zeigte sich erfreut über die große Resonanz im Dorf. Der Posaunenchor und der gemischte Chor waren gekommen, um die Zeremonie der Enthüllung würdig zu umrahmen. Posaunenchorleiter Martin Hollenstein hatte sich sogar als Nachtwächter verkleidet und blies kräftig in das historische Signalhorn aus dem Rhoder Stadtarchiv.

Heinrich Bodenhausen erinnerte daran, dass noch im 19. Jahrhundert jedes größere Dorf seinen Nachtwächter hatte. Dem kamen gleich mehrere Funktionen zu. Vor allem hatte er ein wachsames Auge auf Hab und Gut der Dorfbewohner. Er hielt Ausschau nach dunklen Gestalten, meldete als Brandwache ungewöhnlichen Feuerschein, rief zur vollen Stunde und erledigte den Weckdienst, wenn zur Erntezeit besonders früh aufgestanden werden musste.

Für all diese nächtlichen Dienstleistungen habe der Helmighäuser Nachtwächter einen Hungerlohn von 50 Talern im Jahr erhalten, wusste Bodenhausen nach Studium der Auszahlungslisten zu berichten. Außerdem habe dem Nachtwächter jedes jahr ein neues Paar Schuhe zugestanden.

Bodenhausen berichtete, dass der Sandsteinblock, aus dem er den Nachwächter geschaffen habe, einst zu einer Scheune der Arolser Domäne Hünighausen gehörte. Er haben den stein über 50 Jahre bei sich gelagert, bis ihm bei der Einweihung der hölzernen Waldarbeiterstatue am Veteranenplatz die Idee gekommen sei, einen Nachtwächter für sein Heimatdorf zu hauen. Der Kopf sei übrigens aus einem Sandsteinblock entstanden, den er erst kürzlich aus dem Külter Steinbruch Wachenfeld bekommen habe.

Der steinerne Nachtwächter rundet den Brunnenplatz ab, der übrigens am heutigen Sonnabend ab 14 Uhr die Kulisse für das Brunnenfest der Helmighäuser Karnevalisten bilden soll.

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