Hesperinghäuser fühlen sich von Marsberg nicht ernst genommen

Windkraft-Planung ohne Rücksicht auf die Nachbarn?

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Das Luftbild aus dem waldeckisch-westfälischen Grenzgebiet im Raum Diemelsee (?) entstand bei einem Flug am 15. November 2011.

Diemelstadt-Hesperinghausen. Im westfälisch-waldeckischen Grenzgebiet wächst der Unmut über das merkwürdige Abwägungsverfahren für den Marsberger Flächennutzungsplan, der am Ende mit einer minimalen Mehrheit von 7 zu 6 der anwesenden und stimmberechtigten Ratsmitglieder (bei insgesamt 35 Ratsmitgliedern) beschlossen wurde.

„Besonders wir auf waldeckischer Seite, aber auch viele Bürger in Erlinghausen und die Naturschützer sind der Meinung, dass ihre Einwendungen – wenn sie denn gelesen wurden – nicht ernst genommen wurden“, schreibt Kurt Bernhardt im Namen der Bürgerinitiative Hesperinghausen an die WLZ-Redaktion. „Wir begrüßen es sehr, dass aus dem ersten Entwurf nach zahlreichen ablehnenden Stellungnahmen viele der vorgeschlagenen Konzentrationszonen gestrichen wurden“, schreiben die Hesperinghäuser.

Das Gebiet jedoch, gegen das die Hesperinghäuser seit zwei Jahren protestieren, sei trotz einer deutlichen Verkleinerung weitgehend erhalten geblieben. Aus 500 Hektar seien zwar nur 285 geworden. Doch die Hesperinghäuser fürchten, dass auf dieser Fläche bis zu 25 Windkraftanlagen ohne Höhenbegrenzung gebaut werden dürfen, die sich wie ein Riegel im Südwesten Hesperinghausens aufbauen könnten. Das habe zwar vor zwei Jahren noch als unzumutbar gegolten. Nun gebe es aber laut Kommentar in den Abwägungsvorschlägen „neue Erkenntnisse“, die scheinbar mehr Rücksichtslosigkeit für Nachbarn und Artenschutz ermöglichten. Möglicherweise werde das viel zitierte Bürener Urteil so interpretiert, dass die Taktik gelte: Je mehr Konzentrationszonen, desto besser. Die Bürgerinitiative beklagt, dass im Rat der Stadt Marsberg sowohl die mehr als 200 Unterschriften und das Ergebnis der offiziellen Bürgerbefragung in Hesperinghausen als auch die ablehnende Stellungnahme der BI Erlinghausen ignoriert worden seien.

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