Virtueller Auftakt

Ideen der Diemelstädter für die Dorfentwicklung gefragt

Steuerungsgruppe des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzeptes (IKEK) zur Dorfentwicklung in Diemelstadt. Von links, vordere Reihe: neben Bürgermeister Elmar Schröder die Vorsitzende Christine Garve-Liebig, ihr Stellvertreter Axel Ramus, Uschi Bankert (Planungsbüro), Sigrid Göbel (Landkreis, Dorfentwicklung).
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Steuerungsgruppe des Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzeptes (IKEK) zur Dorfentwicklung in Diemelstadt. Von links, vordere Reihe: neben Bürgermeister Elmar Schröder die Vorsitzende Christine Garve-Liebig, ihr Stellvertreter Axel Ramus, Uschi Bankert (Planungsbüro), Sigrid Göbel (Landkreis, Dorfentwicklung).

Auftakt für die Dorfentwicklung in Diemelstadt. Die Bürger sind jetzt gefragt.

Diemelstadt – Wohin der Weg durch die Dorfentwicklung geht, dran haben von den kommenden sieben Jahren die Bürger ihren besonderen Anteil. In einer Zoom-Konferenz wurde am Dienstag wegen der Corona-Pandemie zunächst online das vorgeschriebene Prozedere aufgezeigt.

Das wurde schon getan

„Vielleicht gehen Sie ja schon heute Abend mit einer guten Idee für die Dorfentwicklung“, rief die Vorsitzende der neugewählten Steuerungsgruppe, Christine Garve-Liebig, den Teilnehmern der Online-Konferenz zu: „Die Bürger sollen Lust bekommen mitzumachen.“

In einem flammenden Appell rief Bürgermeister Elmar Schröder die Diemelstädter zur Beteiligung an der Dorfentwicklung in den neun Stadtteilen auf. „Wir fangen nicht bei Null an“, erklärte er unter Hinweis auf die mit starker Beteiligung der Bürger zum Erfolg gebrachten Projekte zu den Themen Demographie, „Zuwanderung als Chance“, Dorfmoderation oder die als digitales Forum genutzte Crossiety-App.

Das ist erreicht worden

Entgegen den negativen Prognosen sei der Bevölkerungsrückgang gestoppt worden, erklärte er mit Blick auf die Zuzüge und Neubauaktivitäten in Diemelstadt.

Nun seien auch Visionen für die Entwicklung der Großgemeinde auf vielen Gebieten gefragt: „Die Impulse sollen aus den Ortsgemeinschaften kommen, jeder Einzelne soll sich an dem Proizess der Dorfentwicklung beteiligen.“

Erster Impuls

Um die 125 Teilnehmer hatten sich für die Zoom-Konferenz eingeloggt und konnten via Chat Fragen stellen. Berücksichtigt man die Zahl möglicher weiterer „Zuschauer“, so dürften gut 200 Bürger am Dienstagabend dabei gewesen sein.

Wie nah die Bürger mit Beginn der ´Dorfentwicklung schon jetzt dran sind, zeigt sich auch an der Zusammensetzung der Steuerungsgruppe, in der Vertreter aus allen neun Ortsbeiräten, dem Magistrat, den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung, der Verwaltung, dem Landkreis und dem beauftragten Planungsbüro zusammenarbeiten. Vorsitzende ist Christine Garve-Liebig, Stadtverordnete aus Wethen, und ihr Stellvertreter Axel Ramus, Mitglied des Ortsbeirates Wrexen.

Fahrplan für nächste Monate

In Zusammenarbeit mit dem Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises Waldeck-Frankenberg und dem Planungsbüro Bankert, Linker & Hupfeld aus Kassel finden im Rahmen der Dorfentwicklung in den nächsten Monaten zahlreiche Veranstaltungen statt.

Zum Auftakt wurde am Dienstag allen interessierten Bürgern der Ablauf der Dorfentwicklung und des dazu notwendigen Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzeptes (IKEK) erklärt.

Planungsbüro leitet den Prozess

Diese Vorstufe werde im Februar 2022 abgeschlossen sein, sagte Sigrid Göbel (Landkreis). Dann werden WI-Bank und Landesregierung entscheiden, welche Projekte in den kommenden sieben Jahren wie hoch gefördert werden. Fördermittel könnten bis Ende 2027 beantragt werden, die privaten Investoren kämen nach dem Abschluss von IKEK zum Zuge.

Uschi Bankert vom Planungsbüro führt im Team mit der Kollegin Anja Hupfeld durch den für das gesamte weitere Verfahren verbindlichen IKEK-Prozess. Was sich vielleicht für Teilnehmer der Zoom-Konferenz bürokratisch und langatmig anhört, haben Nachbarkommunen, wie Volkmarsen schon erfolgreich bewältigt und „macht richtig Spaß!“, bekräftigte Bankert.

Versammlungen in Ortsteilen

Mit A wie Ammenhausen beginnt am 21. Juni die Tour durch die neun Ortsteile von Diemelstadt, in der die Bürger bei örtlichen Veranstaltungen für die Mitwirkung am Integrierten Kommunalen Entwicklungskonzept (IKEK) gewonnen werden sollen.

Je Ortsteil wird dann ein festes vierköpfiges IKEK-Team gebildet, wobei aber weiterhin auf eine umfassende Bürgerbeteiligung gesetzt wird..

Dorfentwicklung in Diemelstadt ist für ganz Diemelstadt mit den neun Ortsteilen angesagt.

Bis Februar 2022 werden Stärken und Schwächen analysiert, bisherige Entwicklungsziele überprüft und ergänzt, wird ein Leitbild entworfen und werden Projekte entwickelt. Die können lokal und Ortsteile übergreifend sein.

Das kann gefördert werden

Von der örtlichen Infrastruktur über soziale Einrichtungen, die Versorgung auf vielen Ebenen (Kindergärten, Gesundheit, Läden etc.), Wirtschaft, ÖPNV, bürgerschaftliches Engagement bis hin zu Freizeit- und touristischen Angeboten, Energieversorgung und Klimaschutz reicht das umfangreiche Spektrum in der Dorfentwicklung.

Das Planungsbüro und der Fachdienst für Dorfentwicklung des Landkreises prüfen anhand eines Leitfadens der Landesregierung, was realisierbar sein könnte.

Dann werden Projekte vorgestellt

Bei einer zentralen Veranstaltung kommen alle Arbeitsgruppen zum Zuge, und bei einer Bürgerversammlung wird dann das Ergebnis des von den Bürgern getragenen IKEK-Prozesses vorgestellt. Das ist dann der Kompass für die Dorfentwicklung., und darum wird schon jetzt um die Mitwirkung der Bürger geworben.

Die Landesregierung entscheidet mit der WI-Bank über die Zuschüsse, die Gemeinde selbst muss über ihre finanzielle Beteiligung entscheiden. (Armin Haß)

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