Regelmäßiger Austausch mit Künsterlinnen aus aller Welt

Im Atelier von Barbara Beisinghoff: Kunst wird ausgewalzt

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Drei Künsterlinnen und ihre Werke: Barbara Beisinghoff (rechts) mit ihren die beiden amerikanischen Gast-Künstlerinnen Jennifer Scheuer (links), mit der Radierung einer Mohnblume) und (Mitte) Amira Pualwan, die sich vom Walmebad zu zahlreichen Werken inspirieren ließ.

Druckgrafik-Matinée im Atelier der Künstlerin Barbara Beisinghoff: Seit die Künstlerin vor sieben Jahren das ehemalige Gärtnerhaus des zum Schloss gehörenden Lustgartens zu ihrem Domizil gemacht hat, lädt sie regelmäßig Künstlerinnen aus aller Welt ein, arbeitet mit ihnen zusammen und stellt dann die Werke öffentlich vor.

Über den Women’s Studio Workshop lernte Beisinghoff die diesjährigen Gast-Künstlerinnen aus den USA kennen: Jennifer Scheuer aus Minnesota. Sie lehrt als Gastprofessorin Drucktechniken an der US-amerikanischen Purdue Universität. Ihre Leidenschaft gilt unter anderem Heilpflanzen und deren Ähnlichkeit mit menschlichen Körpern und Organen.

In der historischen Pflanzenheilkunde werden Ähnlichkeiten von Pflanzen oder ihren Teilen als Hinweis auf ihre Heilkraft im menschlichen Körper betrachtet. Hierüber forscht Scheuer und lässt sich zu teils humorvollen Lithografien inspirieren.

In Rhoden fertigte sie einen Druck der Pflanze „Salomonssiegel“, wie er den Rhodenern aus der eigenen Umgebung bekannt ist.

Drucken mit der großen Walze im Künstleratelier von Barbara Beisinghoff: Alle waren gespannt auf das Ergebnis, als Druck-Künstlerin Amira Pualwan die große Druck-Walze bediente.

Die zweite Gastkünstlerin, Amira Pualwan, lebt und arbeitet in Philadelphia. In ihren Arbeiten kommen oft geometrische Formen vor. Von deutscher Schwimmbadkultur mit quadratischen Beckenfliesen zeigte sie sich inspiriert, insbesondere vom Walmebad, wo sie Anregungen für ihre Drucke holte: „Der Schwimmingpool ist eine künstlerische Landschaft, eine Hochzeit von Schönheit, Ästhetik und Funktion“, erklärte sie ihre Eindrücke, die sie auf mehreren Drucken in Rhoden wiedergab. 

Kleine Wasserwellen, die, vom Sonnenlicht angetrieben, ihr lebhaftes Spiel mit Licht und Schatten auf den streng geometrisch angeordneten Fließen treiben, waren auf mehreren Aquatinta-Radierungen zu sehen, die von den Gästen lange betrachtet wurden.

Ganz anders wirkten die Bilder in Siebdrucktechnik, die Pualwan vorführte. Elemente, die zur Badekultur gehören, wie Sprungbrett, Leiter und natürlich eine runde Sonne, wurden von der Grafikerin als Schablonen vorgefertigt und verschieden intensiv mit der blauen Druckfarbe präpariert.

Durch die gekonnte Anordnung der Elemente entstanden immer wieder neue, impressionistische Badelandschaften. Den Besuchern gefiel, was sie sahen und alle drei Künstlerinnen standen noch lange Rede und Antwort zu deren zahlreichen Fragen über die Drucktechniken, aber auch zu Beisinghoffs beeindruckenden Werken, die an den Wänden zu sehen waren.

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