Hohe Auflagen schrecken ab

Investor zieht Pläne für Sägewerk auf Rhoder Holzhof zurück

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Kein Sägewerk auf altem Holzhof bei Rhoden. Unser Foto zeigt die alten Anlagen zur Holzaufarbeitung vor über 30 Jahren.

Diemelstadt/Bad Arolsen – Der Bad Arolser Investor hat seine Pläne für den Bau eines  Sägewerks auf dem ehemaligen Holzhof  Rhoden zurückgezogen. Der Regierungspräsident legt ihm den Wiederaufbau des abgebrannten Sägewerks in einem Gewerbegebiet nahe.

Das berichtete Detlev Schmidt vom Büro Freiraum- und Landschaftsgestaltung in Grebenstein am Donnerstag dem Haupt- und Finanzausschuss.

Das sind kritische Punkte

Nach dem Scoping-Verfahren, bei dem die beteiligten Behörden und Verbände und die Öffentlichkeit zunächst über das Bauvorhaben informiert werden, um dann ihre Stellungnahmen kurzfristig abgeben zu können, habe der Investor die Planung für das Sägewerk und die Betriebsleiterwohnung auf dem Holzhofgelände eingestellt. Er verfolge nun den Wiederaufbau am Standort in Bad Arolsen, sagte Schmidt.

Im Regierungspräsidium sei das Projekt „weit außerhalb“ der Stadt Rhoden kritisch gesehen worden, schließlich könne der Sägewerksbesitzer auch am alten Standort bauen, werde argumentiert. Die Naturschutzbehörden des RP und des Landkreises hätten Bedenken gegen das Vorhaben erhoben. Schließlich sei wegen der benachbarten Feuchtgebiete eine Kartierung der Amphibienvorkommen notwendig geworden.

Gutachten gefordert

Der Landkreis habe mitgeteilt, dass eine neue Abwasserleitung gebaut werden müsste. Nach Aussage der Energie Waldeck-Frankenberg müssten zusätzlich Kabel verlegt werden. Schließlich fordere Hessen Mobil ein Verkehrsgutachten. 

Wahrscheinliche würde ein Linksabbieger erforderlich, „der richtig ins Geld gehen würde“, erklärte Schmidt weiter. Darauf wollte sich der Investor nicht einlassen und stellte die Planung für den Holzhof Rhoden ein.

Staunen im Ausschuss

Ausschussvorsitzender Rainer Runte (CDU) staunte, dass derart große Hemmnisse auf einem einst für die Aufarbeitung von Holz aus dem Waldecker Land genutzten Gelände beständen. Seit einigen Jahren bestehe für das Areal des ehemaligen Holzhofes die Genehmigung für eine Biogasanlage mit Krabbenzucht.

Das sei nach wie vor möglich, sagte Schmidt. Ebenso wären forst- und landwirtschaftliche Projekte sowie Gartenbau denkbar. Aber der Bau eines Sägewerks werde im Regierungspräsidium wegen der Gefahr einer „Splittersiedlung“ schon in dieser frühen Phase einer möglichen Änderung des Flächennutzungsplanes kritisch gesehen.

Begrenzte Genehmigung

Bürgermeister Elmar Schröder wies darauf hin, dass für den früheren Holzhof Rhoden nur eine eingeschränkte Genehmigung des Regierungspräsidums bestanden habe, und die sei abgelaufen.

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