Eines der größten deutschen Vorkommen der Roten Waldameise unter der Lupe

Riesiger Ameisenhügel beeindruckt Kindergartenkinder aus Rhoden 

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Einfach riesig: So große Ameisenhügel hatten die jungen Forscher von der Rhodener Kindertagesstätte noch nie gesehen.   

Diemelstadt-Rhoden. Einen ganz besonderen Waldtag mit Hüttenfrühstück und Riesen-Ameisenhügeln erlebten die Vorschulkinder des Rhoder Kindergartens. Zusammen mit Förster Christian Hegen von Hessen-Forst besuchten sie in ihrem letzten Kita-Jahr eines der größten deutschen Vorkommen der kleinen Roten Waldameise.

Hegen betreut das Gebiet westlich von Rhoden und lädt öfter die Schul- und Kindergartenkinder zu sich ein. Stiefel, strapazierfähige Hosen und pflegeleichte Kleidung haben die Kleinen parat, denn sie sind es gewohnt, einmal wöchentlich einen Ausflug zum nahe gelegenen Waldkindergarten zu machen.

Die Kombination mit einem Frühstück in der urigen Heinemannhütte und das Erlebnis eines Riesen-Ameisenhügels aber war für die Kinder sichtbar beeindruckend. Schon das Frühstück bei Kerzenschein und im kaminbeheizten Vollholz-Raum hinterließ bei den „Kita-Abgängern“ bleibende Eindrücke.

Mit der Lupe ausgestattet ging es dann raus zu den fleißigen Ameisen, die direkt neben der Hütte fast zwei Meter hohe Berge von Fichtennadeln aufgebaut haben. Sie staunten, als der Förster ihnen erklärte, dass die Behausungen der winzigen Insekten schon bis zu 20 Jahre alt sind und ungefähr eine Millionen Mitglieder den Staaten angehören.

Von der Königin, den Arbeitern und der Aufgabenverteilung war zu erfahren und Hegen stellte Schätzfragen. „Was glaubt ihr, wie viel Gewicht eine Ameise tragen kann?“, lautete so eine Frage. „100 Kilogramm“, wurde in die Runde geworfen.

Das war wohl ein bisschen zu viel, aber immerhin das Zehnfache des Eigengewichts schleppen die kleinen Tiere zu ihrer Kolonie, war zu erfahren.

„Das ist so, als könnte der Sven zehn Jungen tragen, die genauso schwer sind, wie er selbst“, gab Hegen als Beispiel.

Den nachdenklichen Blicken sah man an, dass die Kinder sich dies gerade vorstellten. Für den Körperbau und den Alltag einer Ameise interessierten die Waldbesucher sich sehr und erfuhren von den wichtigen Aufgaben, die das Insekt erledigt.

Bevor sie wieder zum Kindergarten zurückkehrten, legten sie den fleißigen Sechsbeinern Zuckerwürfel für den Wintervorrat auf den Hügel, an denen sich die wenigen jetzt im Spätherbst noch aktiven Insekten sofort zu schaffen machten. 

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