Kunstflug im Segelflugzeug über Dehausen

Wenn die Welt für ein paar Sekunden Kopf steht

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Sechster Platz bei der Deutschen meisterschaft im Kunstflug: Niklas Wagener aus Vasbeck ist Fluglehrer auf dem Dumberg bei Diemelstadt-Dehausen und Kunstflieger.   

Diemelstadt-Dehausen. Männchen machen kann er meisterlich: Der 25-jährige Segelfluglehrer Niklas Wagener hat bei der Deutschen Meisterschaft im Kunstflug in Hayingen den sechsten Platz belegt.

Seit 2008 geht der Vasbecker regelmäßig in die Luft. Schon mit 15 Jahren hat er begonnen, sich auf den Segelflugschein vorzubereiten. 2010 machte er seinen Pilotenschein, 2012 den Kunstflugschein und seit 2016 ist er Fluglehrer auf dem Dumberg bei Dehausen.

Seine große Leidenschaft ist der Kunstflug und das Männchen ist eine von mehreren Übungen, die im Wettbewerb in Kombination gezeigt werden müssen. Vereinfacht ausgedrückt lässt sich beim „Männchen machen“ das Segelflugzeug „nach hinten fallen“.

Atemberaubender Kunstflug mit der ASK21 über Dehausen: Das Foto entstand mit einer Kamera auf den Tragflächen.

Eingeleitet wird die Figur mit einem steilen Anstieg bis kurz an den Strömungsabriss, dann fällt das Flugzeug nach hinten und fängt sich quasi wieder auf dem Rücken, um dann in die nächste atemberaubende Kunstflugfigur überzugehen, den Looping oder die Seitenrolle. Dabei spürt der Pilot, warum er einen Sitzgurt trägt.

Gruselig klingt in den Ohren eines fliegerischen Laien auch das Trudeln. Dabei taumelt das Segelflugzeug beinah so wie ein Ahornblatt so Boden, lässt sich aber immer wieder in die sichere Flugbahn lenken.

Für den erfahrenen Segelflieger und Fluglehrer hat der Kunstflug neben allem Nervenkitzel auch noch einen wichtigen Sicherheitsaspekt: „Wer gelernt hat, sein Flugzeug auch in Extremsituationen zu beherrschen, den bringt so schnell nichts aus der Ruhe.“

Bei der Deutsche Meisterschaft im Kunstflug werden die Segelflugpiloten von einem Motorflugzeug bis auf 1200 Meter geschleppt und dann ausgeklinkt. Innerhalb eines Quaders von 1000 Metern Kantenlänge müssen sie dann unter den kritischen Augen einer Jury am Boden möglichst viele Kunstflugfiguren mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden absolvieren.

Für jede Figur und die Qualität ihrer Ausführung gibt es Punkte, die am Ende über die Platzierung entscheiden. Niklas Wagener aus Vasbeck hat es bei 18 Startern in seiner Klasse immerhin auf Platz sechs geschafft.

2020 will der Waldecker bei der Weltmeisterschaft in Italien antreten.

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