Einwöchige Fliegerfreizeit bei Dehausen

Stundenlang lautlos gleiten über Nordwaldeck

Vorbereitung auf den Start. Freizeit des Kreisluftsportverbands Waldeck auf dem Dumberg bei Dehausen.
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Vorbereitung auf den Start. Freizeit des Kreisluftsportverbands Waldeck auf dem Dumberg bei Dehausen.

Regen Flugverkehr beobachteten die Bewohner von Dehausen eine Woche lang über ihrem Dorf. Doch mit Fluglärm war die Freizeit des Kreisluftsportverbandes Waldeck nicht verbunden - in erster Linie starteten Segeflugzeuge zum geräuschlosen Gleiten in den Himmel.

Diemelstadt-Dehausen. Für die Mitglieder ist das jährliche Treffen immer eine gute Gelegenheit, Gleichgesinnte zu treffen. Florian Eckert aus Rhoden nahm den Blumenstrauß für den erfolgreich verlaufenen Freiflug entgegen.

Neben jugendlichen Fliegern schickt sich der aus Niestetal-Sangershausen stammende Peter Konrad an, die Flugberechtigung zu erlangen und reiste daher mit einem kleinen Wohnwagen zur Freizeit an. Mit 58 Jahren ist es für den flugsportbegeisterten ehemaligen Soldaten bei den Heeresfliegern in Fritzlar nicht zu spät, sich auf den ersehnten Schein vorzubereiten.

Als begeisterter Modellbauer steuert er seit zehn Jahren vom Flugplatz Wolfhagen aus Helikopter mit 2,50 Meter Rotordurchmesser und drei Meter Rumpflänge im heimischen Luftraum. Dafür musste er auch den Funksprechlehrgang für die Kommunikation mit den so genannten „manntragenden Maschinen“ absolvieren.

Diese Befähigung gehört neben Technik, Wetterkunde, eingehenden Kenntnissen der Vorschriften im Flugverkehr und dem fliegerischen Können zu den wichgsten Voraussetzungen für den Segelflugschein. Ab 14 Jahren dürfen Jungen und Mädchen mit der Ausbildung beginnen.

In der einwöchigen Fliegerfreizeit wurden 100 Starts mithilfe der Motorseilwinde registriert. Lange Flugzeiten von bis zu vier Stunden steigerten die Freude über das Hobby der Piloten - und der Schüler. Sie können mit dem Doppelsitzer unter Leitung eines der fünf Fluglehrer im Verein Starts, Landungen, Thermik und Überlandflüge üben.

Mitunter bot das Wetter mit wechselnden Windrichtungen besondere Herausforderungen. Nach dem Motto „Sicherheit zuerst“ passen sich die Flieger den Bedingungen an.

Die von drei Mitgliedern angeschaffte Ikarus C 42, ein einmotoriges Ultraleichtflugzeug der am Bodensee ansässigen Firma Comco steuerte Gerard Kluckhuhn aus Volkmarsen souver��n zurück auf den leicht holperigen Gras platz auf dem Dumberg.

Er war von einem Besuch bei der Schwester im Haus Waldeck auf der Nordseeinsel Norderney nach zwei Stunden Flug, zeitweise im Regen, zurückgekehrt.

Neben den zwei Einsitzern und dem Doppelsitzer für den Segelflug ist die Ikarus, ein international gefragtes Leichtflugzeug beim Kreisluftsportverband stationiert.

Die Fliegerfreizeit bot zugleich Anlass für ein Wiedersehen von Piloten und Mitgliedern, die bereits seit den 60-er Jahren mit der Fliegerei verbunden sind.

Von Armin Haß

Freigeflogen: Florian Eckert (Rhoden, rechts) bekommt von dem Vorsitzenden des Kreisluftsportverbands Waldeck, Dieter Wetekam, den obligatorischen Blumenstrauß für den erfolgreichen Piloten.

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