Zu Pfingsten stand eine Rauchsäule über der Klinik

Marsberger Marien-Krankenhaus zieht nach Brand Bilanz

Das St.-Marien-Hospital Marsberg am Pfingstmontag. Der Brand im Kesselhaus hatte die schwarze Rauchsäule verursacht.
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Das St.-Marien-Hospital Marsberg am Pfingstmontag. Der Brand im Kesselhaus hatte die schwarze Rauchsäule verursacht.

Marsberg. Die Rauchsäule über dem St.-Marien-Hospital war weithin sichtbar, als zu Pfingsten im Keller des Krankenhauses ein Feuer ausgebrochen war. Jetzt zieht die Krankenhausleitung Bilanz.

Die gute Nachricht: Menschen kamen Dank des vorbildlichen Notfallverhaltens der Mitarbeiter und des schnellen Eingreifens der Feuerwehr nicht zu schaden. 

Die schlechte Nachricht: Der entstandene Schaden beläuft sich nach aktuellen Ergebnissen auf über 1,5 Millionen Euro. 

Was war die Ursache für den Brand im Krankenhaus?

Als Ursache für den Brand konnten unabhängige Gutachter inzwischen zweifelsfrei einen mechanischen Defekt im Blockheizkraftwerk ausmachen. Ein verklemmter Kolben hatte das Gerät zunächst überhitzt und letztlich entzündet. 

„Zwar blieb das Feuer auf das Kesselhaus begrenzt, aber durch die Rauchentwicklung mussten alle betroffenen Bereiche von Funktionsräumen, über Patientenzimmer bis hin zur Fassade gereinigt und zahlreiche Gegenstände ersetzt werden“, erläutert der technische Leiter Matthias Pauli, der die Gesamtsanierung koordiniert. 

Wo werden die Patienten jetzt versorgt?

Zudem hat das Feuer selbst durch die immense Hitzeentwicklung nahezu die gesamte Krankenhausversorgungstechnik zerstört. „Kabel sind zu Klumpen zusammengeschmolzen, der Putz von der Decke ist heruntergekommen und die Rohre hängen in Wellen an den Decken. Das alles wieder herzustellen, ist kostenseitig der größte Batzen.“ 

Besonders hart getroffen vom Brand wurde das Gesundheitszentrum. Während auf den Stationen bereits am nächsten Tag wieder ein weitgehend normaler Alltag möglich war, mussten die Physiotherapeuten ihre Abteilung räumen und an Behelfsplätzen ihre Patienten behandeln. 

Wird das Schwimmbad wiedereröffnet?

Seit einigen Wochen ist das Gesundheitszentrum saniert und die Behandlungen finden wieder im gewohnten Rahmen statt, aber nach wie vor geschlossen ist das Bewegungsbad. 

„Das Feuer hat einen Großteil der Schwimmbadtechnik vernichtet. Die stand in unmittelbarer Nähe zum Brandherd.“, so Pauli weiter. Durch die geklärte Schadensursache kämen die Versicherer für einen Großteil des Schadens im Rahmen des Zeitwertes auf. Dennoch würden hohe Investitionen in verschiedenen Bereichen auf das Krankenhaus zukommen. 

„Die Schwimmbadtechnik bereitet uns noch Sorgen.“, erläutert der kaufmännische Direktor des Krankenhauses, Siegfried Rörig: „Die Neuanschaffung ist mit einer immensen Investition verbunden.“ Daher erstellt das Krankenhaus gerade eine Kosten-Nutzen-Analyse, um ein wirtschaftlich tragfähiges Betreiberkonzept vorlegen zu können. Ob und wann eine Eröffnung möglich sein wird, ist derzeit aber noch ungewiss. 

Haben sich die Sicherungssysteme bewährt?

Trotz hoher Kosten, einiger Sorgen und sehr viel Arbeit, die seit dem Brand auf das St.-Marien-Hospital eingebrochen sind, zieht die Krankenhausleitung ein positives Resümee. Wie gut man für den Notfall gerüstet ist, zeige sich erst im Ernstfall, meint der kaufmännische Direktor. 

„Die Mitarbeitenden kannten die Notfallpläne perfekt und hatten noch vor Eintreffen der Feuerwehr die Patienten evakuiert, Kollegen aus anderen Einrichtungen in Marsberg eilten zu Hilfe und unsere Investitionen in die Patientensicherheit, wie etwa die Evakuierungsmatratzen, haben sich bezahlt gemacht.“ Dennoch hoffen alle im Krankenhaus, dass die Sicherungssysteme so schnell kein zweites Mal auf die Probe gestellt werden und auch die letzten Spuren des Feuers bis zum Frühjahr beseitigt sind.

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