Fahrzeuge und Gebäude überaltert

Viele Millionen für Brandschutz in Diemelstadt nötig

Das Feuerwehrhaus in Rhoden mit Schlauchtrockenturm.
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Mehrere Feuerwehrhäuser in Diemelstadt müssen saniert oder erneuert werden. Hier der Feuerwehrstützpunkt in Rhoden mit dem markanten Schlauchtrockenturm.

Starker Tobak für die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses: In den kommenden Jahren müssen Millionenbeträge in die Infrastruktur investiert werden, ein Großteil davon in die Feuerwehren im Stadtgebiet.

Diemelstadt - Der aktualisierte Bedarfs- und Entwicklungsplan der Feuerwehr bringt es auf den Punkt: Zwei Fahrzeuge haben ihre maximale Lebendauer von 25 Jahren schon um sechs, beziehungsweise neun Jahre überschritten, vier weitere stehen kurz davor.

Die Feuerwehrhäuser in Rhoden, Wrexen und Helmighausen müssen dringend erneuert werden, weil sie für die modernen Fahrzeuge und Herausforderungen zu klein geworden sind und die Anforderungen des technischen Prüfdienstes schon lange nicht mehr erfüllen.

Kooperation der Nachbarwehren ist nötig

Ralph Heinemann, der stellvertretende Wehrführer aus Dehausen stellte den Dutzende Seiten umfassenden Bedarfsplan mit seinen Kernpunkten im Ausschuss vor und betonte, dass der Plan ein Gemeinschaftswerk der drei Stadtbrandinspektoren und und sechs Wehrführern darstelle.

Grundlage sei eine amtliche Risikoanalyse für jeden Stadtteil. Daraus ergebe sich ein Bedarf an Fahrzeugen und Mannschaften. Die Sollstärke an ausgebildetem Personal werde in den kleinen Dörfern oft nicht mehr erreicht. Deshalb sei eine Zusammenarbeit der Nachbarwehren nötig. Konkret bedeute das zum Beispiel, dass in Dehausen und Ammenhausen nicht mehr zwei Tragkraftspitzenfahrzeuge TSF vorgehalten werden müssten.

Neubau mit Werksfeuerwehr denkbar

Stattdessen reiche ein neues TSF-W mit Löschwasser für den Erstangriff, stationiert in Ammenhausen. Mit einem neuen Mannschaftstransportfahrzeuge könnten die Dehäuser Einsatzkräfte zum Brandort fahren und dort gemeinsam das TSF-W einsetzen.

Eine noch engere Zusammenarbeit mit der Werksfeuerwehr der Papierfabrik Smurfit-Kappa werde in Wrexen diskutiert. Denkbar sei zum Beispiel der Neubau eines gemeinsamen Feuerwehrhauses für die Feuerwehren von Orpethal, Wrexen und Smurfit-Kappa. Auf diese Weise könnten Kosten eingespart und Kräfte gebündelt werden, so Heinemann bei der Präsentation des Bedarfs- und Entwicklungsplanes.

Bürgermeiwter Schröder: „Wir haben verstanden“

Insgesamt müssten zwei TSF-W, ein Löschfahrzeug (H)LF 20, ein Rüstwagen, fünf Mannschaftstransportfahrzeuge und ein Gerätewagen Nachschub neu angeschafft werden. Zusammen mit den Neubauten in Rhoden, Wrexen und Helmighausen, schätzte SPD-Fraktionssprecher Rolf Römer den Investitionsbedarf grob auf rund zehn Millionen Euro. Römer: „Wir müssen jetzt Farbe bekennen, wenn wir unsere Bürger weiterhin gut schützenwollen.“

Christin Pawelczig von den Freien Wählern erklärt, es reiche nicht mehr aus, die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute zu loben. Nun müssten auch in die Ausrüstung investiert werden.

Das Feuerwehrhaus in Wrexen.

„Wir haben verstanden“, kommentierte Bürgermeister Elmar Schröder im Namen des Magistrates den Bedarfs- und Entwicklungsplan. Er empfahl den Stadtverordneten, sich in den Feuerwehrhäusern selber ein Bild von der Lage zu machen. (Elmar Schulten)

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