Greifvogelexperte Wilfried Limpinsel hat gute Arbeit geleistet:

Nach fünf Wochen in Auffangstation bei Essentho: Storch kann wieder fliegen

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Breite deine Schwingen aus und flieg, heißt es in einem verträumten Radio-Hit: So ganz traut der Schwarzstorch seiner neu gewonnenen Freiheit noch nicht. Über Wochen wurde er von Wilfried Limpinsel in seiner Greifvogel-Auffangstation Essenthoer Mühle bei Marsberg wieder aufgepäppelt.   

Warburg-Scherfede. So ganz traut der Schwarzstorch seiner neu gewonnenen Freiheit noch nicht. Frisch beringt und vom Schnabelschutz befreit, stakst er vorsichtig neuen Gefilden in der Südegge entgegen. Das mit Bächen und Teichen durchzogene Waldgebiet jenseits der waldeckisch-westfälischen Grenze soll die neue Heimat des scheuen Vogels werden.

Dass der gefiederte Waldbewohner wieder fliegen kann, ist der guten Pflege durch Wilfried Limpinsel zu verdanken. In seiner Auffangstation Essenthoer Mühle bei Marsberg hat der Greifvogelexperte das Tier vor gut fünf Wochen aufgenommen. Der männliche Schwarzstorch hatte sich in Drähten verfangen, die zum Schutz vor Kormoranen über einen Fischteich im Sauerland gespannt waren.

 Die Hoffnung auf Genesung sei eher gering gewesen, berichtet Limpinsel bei der Auswilderungsaktion. Die rechte Schwinge des Storchs war vermutlich überdehnt, und das Tier, das sich in erster Linie von Fischen ernährt, wirkte kraftlos. Nach 14 Tagen dann das Wunder: der Vogel wurde zusehends munter und konnte sich sogar auf die Volierenstange schwingen.

Als Zwischenstation haben die Fachleute das ruhige Waldgebiet zwischen Blankenrode (Kreis Paderborn) und Hardehausen (Kreis Höxter) bewusst ausgewählt. Ein Schwarzstorch-Brutpaar ist dort bereits bekannt. Das sei ein Zeichen für einen naturbelassenen Wald, weiß Oliver Sielhorst, Revierleiter des Forstbetriebsbezirks Hardehausen. Im Gegensatz zu Weißstörchen würden Schwarzstörche menschliche Ansiedlungen meiden.

Die Auswilderung komme grade rechtzeitig, erklärt der Revierleiter. Da Schwarzstörche in Afrika überwintern und sich zeitig auf den Weg machen, werde sich auch der nun freigelassene Vogel anschließen. „Er wird vielleicht schon in zwei bis drei Wochen losfliegen“, mutmaßt Sielhorst. (Von Sandra Simshäuser)

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