Nachdenklich Stimmendes beim Seniorennachmittag der Diemelstädter Feuerwehren

Koffer erzählt Familienschicksal

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Der Shanty-Chor aus Hesperinghausen gestaltete am Sonnabend den Rahmen für das Treffen der Diemelstädter Feuerwehr-Senioren.

Diemelstadt. Zu einem vorweihnachtlichen Kaffeenachmittag hatten Stadtbrandinspektor Ulrich Volke und der Seniorenbeauftragte der Diemelstädter Feuerwehr, Klaus Budde, am Sonnabend in das Dorfgemeinschaftshaus von Orpethal eingeladen. Bei Kaffee und Kuchen wurde Rückblick auf das vergangene Jahr gehalten.

Der Stadtbrandinspektor berichtete, dass die Einsatzabteilungen in den vergangenen Monaten knapp 100 Einsätze zu absolvieren hatten, so viel wie nie zuvor. Schuld daran hätten unter anderem die Dauerbaustelle auf der Autobahn und die Serie von Brandstiftungen gehabt. Bürgermeister Elmar Schröder würdigte in seinem Grußwort die Einsatzbereitschaft der Feuerwehrleute und stellte fest, dass die Ausbildung durch die heutigen Senioren offenbar so gut gewesen sei, dass die heutigen Einsatzkräfte allen Herausforderungen gewachsen seien.

 Schröder ging auch auf die aktuelle Flüchtlingssituation ein und präsentierte einen alten Koffer, der durch einen Zufall in Neudorf wieder aufgetaucht sei. Nur der Koffer ist geblieben Dieser Koffer habe der Familie Lukasch gehört, die 1945 als Flüchtlinge aus dem Sudetenland in Neudorf zwangseinquartiert war. Die beiden Eheleute seien brave Neudorfer geworden und auf dem dortigen Friedhof begraben. Nur dieser Koffer erinnere noch an ihr Leben.

 Nach dem Krieg seien alleine 3,2 Millionen Sudetendeutsche nach Westdeutschland geflüchtet. Die Lage von damals und einst sei nur schwer miteinander zu vergleichen. Aber auch heute müsse sich jeder fragen, was er denn in einen solchen Koffer packen würde, wenn er gezwungen wäre, die Heimat zu verlassen. Für ein friedliches Miteinander sei es wichtig, sich auf der Straße freundlich von Mensch zu Mensch zu begegnen.

Er habe den Eindruck, dass bei dem bevorstehenden Weihnachtsfest vielleicht ein wenig intensiver als sonst gebetet werde. Schröder abschließend: „Wir werden unser Bestes tun.“ Den musikalischen Rahmen des Nachmittages gestalteten die Sänger des Shanty-Chores Hesperinghausen. Die Bewirtung wurde vom Ortsbeirat unter Leitung von Ortsvorsteher Rainer Runte organisiert. (es)

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