Landwirt bittet seine Verpächter: "Noch ein paar Tage warten - Geld kommt"

Neue Hoffnung in Hesperinghausen: Nach der Insolvenz geht’s weiter

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Landwirt Matthias Ständecke ist zuversichtlich, dass er die Insolvenz mit einem Investor überwinden und neu durchstarten kann. Deshalb bittet er seine Pächter, noch ein paar Tage zu warten und auf das Angebot des Investors zu warten.

Hesperinghausen. Vier Monate nach der Insolvenz seines landwirtschaftlichen Großbetriebes hat Landwirt Matthias Ständecke wieder Hoffnung auf einen Neuanfang.

In den vergangenen Wochen sind zwar bereits 750 seiner 850 Kühe und Rinder vom Hof geholt worden und auch die verbliebenen Tiere werden in der kommende Woche abgeholt.

Dennoch keimt jetzt wieder Hoffnung auf, dass es jetzt nach Überwindung des Salmonellenbefalls wieder weitergehen kann. Ständecke: „Wir hatten mehrere Interessenten, die aber weit unter Wert geboten haben. Nun haben wir aber einen fairen Investor, der uns helfen will, das Unternehmen wieder auf die Beine zu stellen.“

Deshalb bittet Ständecke alle Verpächter, die in den vergangenen Tagen eine Kündigung vom Insolvenzverwalter bekommen haben, mit einer Neuverpachtung noch ein paar Tage abzuwarten. Zusammen mit dem Investor wolle er auf alle Verpächter zukommen und über die Zukunft sprechen.

Der Investor sei bereit, alle ausstehenden Pachten von 2017 und 2018 sowie die Pacht für 2019 zu zahlen. Nur, wenn ihm die Verpächter, darunter auch die Kirchengemeinde, Stadt Diemelstadt und Domanialverwaltung noch eine Chance gäben, hätte er die Möglichkeit für einen Neuanfang.

Schließlich müsse der Tierbestand neu aufgebaut werden und das gehe nur mit genügend Flächen für den Futteranbau und das Ausbringen der Gülle. Als nächstes wolle der Investor die nötigen Maschinen aus der laufenden Auktion herauskaufen.

Ständecke hatte auf seinem Hof großes Pech: Nach einer Baukostenüberschreitung kam die Milchkrise. Dann wurde mehrfach Salmonellenbefall festgestellt, ausgelöst wahrscheinlich durch Futtermittel aus Bayern. In der Folge mussten Tier isoliert, Ställe desinfiziert und große Mengen Gülle aufwendig mit Kalk behandelt werden. Die Kosten für die Desinfektion und Sanierung beziffert Ständecke auf 300.000 Euro. Hinzu kamen erhebliche Einnahmeausfälle.

In der Insolvenz fühlte sich die Familie wie ausgestoßen. Nur wenige Berufskollegen haben ihm Mut zugesprochen und Hilfe geleistet.

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