Stimmungsvolle Hubertusmesse in der Hesperinghäuser Kirche

Predigt vom Hochsitz

+
Ritter Dietrich hatte einige Anekdoten aus dem Mittelalter zu berichten. Er wusste auch zu berichten, dass der Reinhardswald durch ein Würfelspiel entstanden sei.

Hesperinghausen. Bei der Hubertusmesse konnten die Kirchenbesucher leicht glauben, im Wald zu stehen. Die Frauen des Kirchenvorstandes hatten den Innenraum wieder in eine Waldlichtung verwandelt.

Zweige und kleine Bäume verdeckten die Wände. Zwischen den herbstlichen Ästen waren hier und da Tierpräparate zu entdecken. Buchenlaub bedeckte den Weg zum Altar, auf dem die Bibel und das Kreuz zwischen Baumzapfen und Herbstfrüchten aufleuchteten.

Der Vorstand der Jagdgenossenschaft hatte die Kanzel in einen Hochsitz verwandelt, von dem aus Pfarrerin Silke Kohlwes die Predigt über Verantwortung gegenüber der Kreatur hielt.

Wer die Legende von Hubertus noch nicht kannte, dem erzählte Jörg Tolzmann von dem Waidmann, dem ein Kreuz im Hirschgeweih erschien, was ihn zur Besinnung führte. Schon vor der Kirche wurden die Besucher von den Klängen der Jagdhornbläser aus Rhenegge begrüßt.

Die Bläser, geleitet von Jochen Schlüter, begeisterten später auch in der Kirche mit Stücken aus dem Freischütz und dem Hubertusmarsch. Von Sankt Hubertus und der Jagd sangen auch die Männer des Hesperinghäuser Chores unter Leitung von Oxana Kilian.

 Mit langem Schwert und in roter Robe kam „Ritter Dietrich vom Reinhardswald“ von der Empore, um manche mittelalterliche Anekdote zu berichten. Er beschrieb in Reimform die Geschichte vom Graf Reinhard, der mit dem Bischof würfelte. Nachdem der Graf im Spiel sein Gebiet verloren hatte, bat er, noch einmal sein Land bestellen und die Frucht ernten zu dürfen.

 Doch säte der Graf kein Getreide, sondern Bucheckern und Eicheln. So entstand der Sage nach der Reinhardswald.

Alfons Bunse, Karl-Friedrich Vogel und Hermann Groß lasen die Fürbitten und zum gemeinsamen Lied „Der Mond ist aufgegangen“ begleitete Bianca Hollenstein an der Orgel die Gemeinde.

Von Ute Germann-Gysen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare