Mit Tempo 70 über die Rennstrecke flitzen

Unmittelbar an der Autobahn bei Rhoden: Rennen am Hellenbergring

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Der Modellsportclub RC-Team Diemelstadt hat unmittelbar an der Autobahn A44 eine Rennstrecke aufgebaut. Der Verein wird geführt von Frank Siedhoff und Dirk Eickelmann. 

Diemelstadt-Rhoden.  Beschwerden wegen Motorenlärm sind von den Nachbarn nicht zu erwarten, wenn die Modellbauer vom RC-Team Diemelstadt am Abend und Wochenende mit ihren Rennwagen um die Wette fahren.

Das von der Diemelstadt gepachtete Vereinsgelände befindet sich unmittelbar zwischen dem städtischen Betriebshof und der Trasse der Autobahn A44. Der nicht abreißende Lärmpegel der vielen tausend Autos, die täglich zwischen Kassel und Dortmund hin und her rasen, übertönt hier alle surrenden und knatternden Modellbaumotoren.

Der Platz ist also ideal für die derzeit 27 Mitglieder des Modellbauclubs. Auf der rund 280 Meter langen Rennstrecke sind allerlei Kurven und Schikanen eingebaut, die es für jeden Piloten mit einer Fernsteuerung in den Händen zu einer sportlichen Herausforderung macht, zwei fehlerfreie Runden hintereinander zu absolvieren. Wenn dann auch noch gegen die Stoppuhr und gegen die ferngesteuerte Konkurrenz gefahren wird, ist der Nervenkitzel garantiert.

Sprünge über viele Meter schaffen manche Automodelle, wenn sie nur mutig genug gesteuert werden. Noch im Flug hoffen die Piloten auf eine zerstörungsfreie Landung.

„Auf einem glatten Supermarktparkplatz kann jeder fahren“, bringt es Dirk Eikelmann auf den Punkt. Der stellvertretende Vorsitzende des RC-Team Diemelstadt genießt es, mit Gleichgesinnten die Technik auszureizen und das eigene Reaktionsvermögen zu testen.

Wie teuer ist das Modellsport-Hobby?

Die Abkürzung RC im Vereinsnamen steht übrigens für Radio-Control. Per Funk ferngesteuerte Automodelle gibt es schon ab 300 Euro. Nach oben hin sind fast keine Grenzen gesetzt. Gerade für die rauhe Staubpiste an der Autobahn empfiehlt es sich, etwas solidere und deutlich teurere Modelle einzusetzen.

Und wer erst einmal Blut geleckt hat, den reizt es auch, mit Stoßdämpfern und Fahrwerkveränderungen zu tunen. „Ein Satz Reifen kann für ein ausgewachsenes Automodell leicht 190 Auto kosten“, verrät Frank Siedhoff, der die Idee zur Vereinsgründung hatte und nun den Verein leitet. „Bei uns steht der Spaß am Hobby und die Gemeinschaft im Vordergrund", so Siedhoff. 

„Es kann passieren, dass man eine Stunde fährt und dann drei Stunden am Auto herumschraubt“, verrät Siedhoff. Schließlich läuft nicht immer alles glatt. Die Automodelle machen Sprünge und fliegen über die Wellen in der Fahrbahn.

Technische Herausforderung

Sein Modell, gefahren von einem Profi, halte den Rekord von 36 Metern in Luft, schwärmt ein Modellbauer. Er muss aber auch einräumen, dass nicht jede Landung so sanft ausfällt, dass die Autos gleich weitersausen. Einmal falsch aufgekommen und irgendein sensibles Bauteil hat sich verabschiedet. 

Und dann die Akkus! Ihre Leistungsfähigkeit ist genauso entscheidend wie das Drehmoment der Elektromotoren. Im Verein gibt es auch Modelle mit Verbrennungsmotoren, aber irgendwie haben sich hier - anders als auf der richtigen Straße - die Elektromotoren durchgesetzt. Gut geladen halten sie für 15 bis 30 Minuten bei 30 bis 70 Stundenkilometern. 

Aber es gibt auch Automodelle, die 120 Sachen schaffen. Die Schrauber vom RC-Team Diemelstadt haben ihre Freude am Basteln und Experimentieren. Daniel Urban aus Ahden, der in der Nähe des Flughafens Paderborn zu Hause ist, hat sein mit Bobbycar aufgerüstetes Automodell mitgebracht. 

Woher kommt der Name „Hellenbergring“?

Bei den ersten Testrunden zeigt sich aber, dass die Gewichtsverteilung noch nicht optimal ist. Das Gefährt stellt sich immer wieder auf die Hinterräder. - Eine ingenieurstechnische Herausforderung. Das Modellbauhobby begeistert Väter und Söhne gleichermaßen. 

Immerhin sind sieben der 27 Mitglieder Jugendliche. Und für die ganz Kleinen haben die Modellbauer einen Sandkasten am Rand ihrer Rennstrecke aufgebaut. Gesteuert werden die Rennmodelle von einem erhöhten Führerstand aus Holz. Demnächst soll hier ein Überseecontainer aufgestellt und entsprechend umgebaut werden, damit die Piloten einen noch besseren Überblick über die Rennstrecke haben. 

Einen passenden Namen soll der Parcours dann auch bekommen. Vorsitzender Siedhoff hat „Hellenbergring“ vorgeschlagen. Schließlich heißt die Straße, die hierhin führt „Hellenberg“.

Einladung zum Rennwochenende

Am Wochenende, 25. und 26. Mai, wollen die Modellbauer sich, ihre Autos und ihren neuen Verein der Öffentlichkeit vorstellen. An beiden Tagen geht es um 10 Uhr los. Die Rennstrecke befindet sich im Gewerbegebiet Wrexer Teich, ganz in der Nähe des städtischen Betriebshofes, unmittelbar an der Autobahn A44. 

Interessierte Zuschauer und Modellbauer sind gleichermaßen willkommen. Gerade Kinder und Jugendliche können an diesem Wochenende ihre Modelle mitbringen und ausgiebig auf der Rennstrecke fahren und testen. 

Was plant der Modellsportverein als nächstes?

Wer bereits jetzt schon an der Vereinsarbeit interessiert ist, schließlich ist es seit langer Zeit wieder der einzige im weiten Umkreis, kann sich über die Homepage des Vereins www.rc-team-diemelstadt.de informieren und Kontakt aufnehmen. Wer die anstehenden Projekte wie den Ausbau des Fahrerstandes sowie dem Crawler-Bereich unterstützen möchte findet hierzu alle Informationen ebenfalls auf der Webseite. 

Für eine richtige Rennatmosphäre ist für die Zukunft die Installation einer Zeitmessanlage geplant. „Gerade in der Startphase sind wir auf Spenden angewiesen um die anstehenden Projekte zu verwirklichen,“ erklärt Vorsitzender Frank Siedhoff. Schließlich möchte der Verein das bereits bestehende Freizeitangebot der Stadt Diemelstadt gerade für Kinder und Jugendliche ergänzen und „schlafende“ Modellbauer wieder für das spannende und interessante Hobby „erwecken".

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