Gechichtsträchtige Siedlung an der Schnittstelle zwischen Waldeck und Westfalen

Rhoden feiert 1000 Jahre - Schützen übernehmen die Organisation

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Blick über die Rhoder Altstadt: Vom Schloss aus bietet sich ein imposanter Rundblick bis ins Warburger Land.  

Diemelstadt-Rhoden. Die Bergstadt Rhoden, auf deren Rücken Schloss Rhoden thront, ist eine von ältesten Städten im Waldecker Land. Vom 21. bis 23. Juni wollen die Rhoder ihre 1000-Jahr-Feier begehen.

Dabei ist gar nicht so sicher, wann Rhoden erstmals erwähnt wurde. Dokumente mit dem Namen Rothum werden um die Jahre 1017 bis 1020 datiert, sagt Heimatforscher Friedrich Hübel. Weil aber im Jahr 2020 das große Schützenfest in Rhoden anstehe, habe man sich dazu entschieden, die 1000-Jahr-Feier 2019 zu begehen.

Die älteste Ansiedlung in der Gegend ist das heutige Alt-Rhoden. Um 978 gehörte die Kirche mit den sie umgebenden Gebäuden zum Kloster Corvey.

Daneben bestand schon früh an der Stelle des heutigen Schlosses eine Burg. Diese sei paderbornsches Lehen der Waldecker Grafen gewesen, heißt es in dem 1938 erschienenen Buch des damaligen Bezirkskonzervators Friedrich Bleibaum über die Bau- und Kunstdenkmäler im Kreis der Twiste.

Die Ruinen und Grabstätten von Altrhoden: Hier stand quasi die Wiege von Rothum, aus dem später Rhoden wurde.

In einer Urkunde aus dem Jahr 1235 wird „Rothen in castro“ erwähnt, also eine befestigte Stadt. Im 13. Jahrhundert gab es eine befestigte Stadt im Schutze der Burg. 1994 ist erstmals von einem „oppidum“, also einem Dorf die Rede. 1343 werden Bürgermeister und Rat erstmals erwähnt.

Die Stadt Rhoden hatte im Mittelalter befestigte Mauern und Türme, Es gab zwei Tore, eines in Richtung Alt-Rhoden und Wrexen, das zweite sogenannte Detelsheimer Tor, das nach Ammenhausen und Schmillinghausen führte.

Anstelle der Neustadt befand sich einst ein Vorwerk Rennebacken, eine herrschaftliche Meierei. Sie brannte im 30-jährigen Krieg ab. Die Pläne zum Bau der Neustadt wurden von dem holländischen Baumeister Peter Jeanson gefertigt. 1653 wurden die ersten Fachwerkhäuser errichtet. 1655 wurde bei der Neustadt am Dehauser Weg ein Siechenhaus gebaut. Die ebenfalls geplante Befestigung der Neustadt mit Mauern, Türmen und Toren kam nicht zur Ausführung.

Die Altstadt von Rhoden. Gut zu erkennen sind Schloss, Stadthalle und Walmebad (Bildmitte, rechts).  

Die Stadt Rhoden wurde mehrfach überfallen und im 30-jährigen Krieg von Epidemien heimgesucht. In den Jahren 1625/26 starben allein 265 Einwohner an pest, Ruhr und Blattern, 1636 trat abermals die Pest aus. 1632 und 1636 brannte die Stadt „fast gänzlich“ ab. Am 5. Januar 1735 kam er erneut zu einem verheerenden Stadtbrand, der in einer Schmiede entstand und 149 Wohnhäuser (von ursprünglich 249), Kirche und Schule in Asche legte. Aus den Jahren 1735, 1873 und 1900 sind weitere große Brandkatastrophen überliefert.

Die alte Burg wurde 1645 abgerissen. Der Neubau des Schlosses begann 1647. Im folgenden Jahr wurden die Kräne zum Hochwinden der Steine aufgebaut. 1650 ist von der Bedachung des Flügels am Hagen die Rede.

Das Schloss diente dem Grafen Georg Friedrich und seiner Familie als Wohnsitz und Residenz, verlegte diese jedoch schon nach Regierungsübernahme 1664 nach Arolsen.

Danach diente das Rhoder Schloss fast 100 Jahren Drosten und Amtmännern der Ämter Rhoden und Eilhausen als Wohnsitz. Regiert wurde hier nicht mehr.

Die  Gassen der Altstadt erkunden

Der Geoparkführer Walter Bracht lädt am Sonnabend, 16. Februar, zu einer Wanderung durch die Straßen und Gassen der 1000-jährigen Rhoder Altstadt. Die sachkundige Führung vermittelt die Vor- und Nachteile des Lebens auf dem Bergsporn: Sicherheit unter der Burg, Schutz innerhalb der Stadtmauer, Brandkatastrophen und Wassermangel, die Gräuel des 30-jährigen Krieges, Schlossbau und Adel, Niedergang und Wiedererstarken sowie die Bedeutung als moderner Verkehrsknotenpunkt. 

Treffpunkt: ist am Sonnabend, 16. Februar, um 13 Uhr auf dem Kirchplatz in Rhoden; Anmeldung/Auskunft unter Tel. 05694/1373. von jedem erwachsenen Teilnehmer wird ein Beitrag von einem Euro erbeten.

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