Rhoder Sänger brennen für den Chorgesang

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„Männer mit Bärten“, gesungen von Dirk Schnitzler-Königs, der dieses Lied zu recht singen darf.

Diemelstadt-Rhoden.  Ausschließlich Männerstimmen erklangen am Sonnabend in der Rhoder Stadthalle. Zusammen mit fünf befreundeten Männerchören eröffnete der MGV Concordia 1844 Rhoden das Jubiläumswochenende.

Aus Warburg und Bonenburg, Twiste, Mühlhausen, Strothe und Ehringen kamen Sänger, dazu füllten befreundete Vereine und zahlreiche Zuhörer die festlich geschmückte Halle. Die Männergesangsvereine aus Canstein und Erlinghausen mussten krankheitsbedingt absagen, schickten aber Abordnungen, die gratulierten und die Freundschaft bekundeten.

Bernd Lotze, Vorsitzender des Jubiläumsvereins, freute sich über das große Publikum zum 175-jährigen Bestehen, eine Zeitspanne von sieben Generationen. „Wir Männerchöre haben mit dem alten Liedmaterial ein Kulturgut, das nicht verloren gehen darf“, hob Lotze die Bedeutung des ältesten Vereins in Rhoden hervor.

Besonderen Dank sprach er dem Ehrenvorsitzenden Herbert Dinger aus, der eine umfangreiche Chronik über den Chor und die ihn prägenden Persönlichkeiten angefertigt hatte.

Mit einem Zitat von Thomas Morus charakterisierte Bruno Mecke das Erfolgsrezept des MGV Rhoden: „Tradition ist nicht das Halten der Asche, sondern das Weitergeben der Flamme.“ Über die Zeitwirren und -wenden der vergangenen 175 Jahre habe der MGV aus dem Gesang die Zuversicht, Kraft und Harmonie zur Überwindung und Meisterung schwieriger Phasen gezogen. Der Vorsitzende des Waldeckischen Sängerbundes (WSB) überreichte die Ehrenurkunden des WSB und der Hessischen Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Angela Dorn. 

Ehren-Urkunden und Gutscheine für neues Liedgut hatte Bruno Mecke, Vorsitzender des Waldeckischen Sängerbundes (rechts), dem Jubiläumschor mitgebracht. Links MGV-Vorsitzender Bernd Lotze, in der Mitte Chorleiterin Irina Regier.  

Der Mitteldeutsche Sängerbund fügte seiner Urkunde einen Gutschein über die Bezuschussung eines neuen Chorwerkes hinzu. Ortsvorsteher Bernd Flamme erinnerte an große Feste im Verlauf der Vereinsgeschichte und stellte fest, dass die stets langjährigen Vorsitzenden ein Qualitätsmerkmal des MGV seien.

Mit dem neuen Rhoder Sängergruß, „Wo Chormusik erklingt“, eröffneten die Männer des Jubiläumsvereins das Konzert. Im Laufe des Abends bewiesen sie Vielseitigkeit, mal mit alpenländisch anmutenden Liedern (Glocken der Heimat), oder mit modernem Liedgut (The Rose/Liebe ist wie wildes Wasser). Unter der Leitung von Irina Regier beeindruckten die 31 gastgebenden Sänger die Zuhörer. 

Durch den Abend führte Dirk Schnitzler-Königs, der bei Männern mit Bärten neben der passenden Haartracht durch Hut und Augenklappe seemännischen Flair in das Konzert brachte. „Freude am Leben“ von Otto Groll besang die Chorgemeinschaft MGV Warburg und Bonenburg unter der Leitung von Hans-Dieter Berendes. 

Der Twister MGV „Liedertafel-Einigkeit“ hatte unter Leitung von Marvin Putzki feierliche Lieder im Gepäck: „Freunde sterben nie“ in der Chorbearbeitung von Pasquale Thibaut passte sehr schön zum Anlass. „Wir sind ja noch jung“, meinte MGV Strothe-Vorsitzender Arno Wiegand, über seinen „erst“ 127 Jahre alten Verein. Das dann angekündigte Schlaflied entpuppte sich als „The Lion Sleeps Tonight“ mit deutschem Text: Unter der Leitung von Ingrid Brandt und mit sehr hohen Tenor-Soli des Vorsitzenden sorgte das Lied eher für Furore, denn für Müdigkeit.

 „Alt wie ein Baum“ soll der Verein werden. Das wünschte der MGV Ehringen mit Chorleiterin Kerstin Schmidt den Concordia-Sängern. Und: Es ist immer wieder schön, unter Freunden zu sein. Bleibt so, wie ihr seid, meinte Uwe Thielemann, der auch in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Wolfhager Sängerbundes gratulierte. Humorvolle Stücke hatte der MGV 1875 Mühlhausen mitgebracht. 

Chorleiterin Lisa Herrlich begleitete die Sänger am Klavier, als die Sänger frugen: Was will der Mann da, auf der Veranda. Zum Schluss bekamen die vier Chorleiterinnen und ihre beiden männlichen Kollegen noch ein kleines Geschenk für ihre Leistung. Mit einem festlich gesungenen „Dieser Tag war schön“ beendete der Geburtstagschor das Samstagskonzert.

Am Sonntag fand neben einem Festgottesdienst das Singen der Chöre aus dem Sängerbezirk Rhoden statt. Das verschönten dann auch Frauenchöre.

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