Präsentation im Gustav Hüneberg-Haus Volkmarsen

Rhoder Schüler erforschen dunkles Kapitel der Heimatgeschichte

Fächerübergreifendes Geschichtsprojekt im Volkmarser Gustav-Hüneberg-Haus : die Klasse 9R der Rhoder Schlossbergschule, im Bild mit ihren Lehrerinnen Julia Runte und Renate Walprecht, hat zur Judenverfolgung in der Region geforscht. Foto: Sandra Simshäuser

Volkmarsen/Diemelstadt – Mit Mechanismen von Macht und Ausgrenzung hat sich die Klasse 9R der Rhoder Schlossbergschule befasst.  Applaus bekamen die Realschüler für ihre eindrucksvolle Präsentation im Volkmarser Gustav-Hüneberg-Haus, in dem die Jugendlichen zuvor geforscht hatten.

 Die Lektüre von Morton Rhues Werk „Die Welle“ hatte den Anstoß dafür gegeben, sich intensiv mit der Zeit des Nationalsozialismus und der Judenverfolgung in der Region zu beschäftigen. Das Thema im Deutschunterricht von Klassenlehrerin Julia Runte wurde schließlich zum fächerübergreifenden Projekt.

Schicksale von Juden

So besuchten die Schüler mit Religions- und Musiklehrerin Renate Walprecht auch den jüdischen Friedhof in Rhoden und spürten den Schicksalen jüdischer Mitbürger aus Volkmarsen, Rhoden und Wrexen nach.

Die Einblicke in die Geschichte sind nicht zuletzt als Vorbereitung für die dreitägige Fahrt zur heutigen Gedenkstätte Buchenwald, früheres Konzentrationslager, gedacht, die für die Neuntklässler im kommenden Schuljahr ansteht.

Lieder einstudiert

Die Präsentation im Gustav-Hüneberg-Haus am Steinweg in Volkmarsen mit seiner 500 Jahre alten Schachtmikwe (jüdisches Ritualbad) und der Geschichtswerkstatt des Vereins „Rückblende - Gegen das Vergessen“ übertraf dann alle Erwartungen.

Markante Textstellen aus „Die Welle“, das eine reale Begebenheit nachzeichnet, verbanden die Schlossbergschüler mit inhaltlich passenden Songs, die sie eigens für den Abend einstudiert hatten.

Das bietet die Geschichtswerkstatt

 Dazu informierten die Jugendlichen über Themen wie die Judenverfolgung und jüdische Nachbarn über das Novemberpogrom bis hin zur Aufarbeitung der millionenfachen Morde und der Aussöhnung Überlebender mit Deutschland. Applaus für diese intensive Auseinandersetzung mit einem dunklen Kapitel der Geschichte spendeten die rund 30 Zuhörer im Hüneberg-Haus.

Thomas Neutze und Arno Walprecht vom Vereinsvorstand hoben das Klassenprojekt als beispielhaft hervor. Walprecht wies auf die Bedeutung der Geschichtswerkstatt als außerschulischer Lernort hin.

"Aufklärung tut Not"

Man sei dankbar für jede Schulklasse, die auf den Verein Rückblende zukomme. Walprecht: „Es ist wichtig, unvoreingenommen und sachlich aufzuklären. Aufklärung tut Not.“ (Von Sandra Simshäuser)

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