Rücksicht auf Corona-Beschränkungen und Großbaustelle

Rhoder Schützenfest: Suche nach einem zweiten Ausweichtermin hat begonnen

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 Suche nach neuem Festtermin: Der Rhoder Schützenkönig Günter Grieneisen darf mit seiner Schützenkönig Silvia bleiben ein oder zwei Jahre länger im Amt bleiben.

Die Schützengesellschaft 1560 Rhoden muss ein zweites Mal über einen Ausweichtermin für das wegen der Corona-Pandemie verschobene große Schützenfest beraten.

Diemelstadt-Rhoden Grund ist diesmal die schon länger bestehende Ablaufplanung der Bauabschnitte für die Erneuerung der Landstraße. Eigentlich hatte der Vorstand der Schützengesellschaft 1560 Rhoden bereits im März beschlossen, das ursprünglich für diesen Sommer geplante Schützenfest aufgrund der aktuellen Corona-Entwicklung um ein Jahr auf Juli 2021 zu verschieben. 

Erstmals seit 70 Jahren musste dafür der traditionelle Fünf-Jahres-Rhythmus verlassen und das Schützenfest zum Wohle aller Schützenbrüder, Gäste und Besucher verlegt werden. Damit verbunden war ein großer organisatorischer Aufwand. Schließlich gibt es Verträge mit Festwirt und Musikvereinen. Und auch die befreundeten Vereine der Historischen Schützengemeinschaft Waldeck müssen eingebunden werden. Inzwischen wurde deutlich, dass der Bauzeitenplan für die Straßenbaustelle mit den Festzugplänen 2021 kollidiert. 

Verärgert über das Vorpreschen der FWG

Der Vorstand der Schützengesellschaft bedauert, dass die FWG-Fraktion das Thema in einer Pressemitteilung aufgegriffen habe, ohne vorher mit dem Schützenverein Kontakt aufgenommen zu haben. Der Vorstand der Schützengesellschaft wertet den Vorstoß der FWG-Vertreter als vorgezogenen Kommunalwahlkampf einordnet und bedauert, dass dafür ein unglücklicher Zeitpunkt gewählt worden sei. 

„Das Schützenfest hat schließlich einen immens hohen Stellenwert nicht nur bei der Rhoder Bevölkerung und sollte nicht als Wahlkampfthema von einzelnen Fraktionen genutzt werden, zumal das in der Sache nicht weiterhilft“, ist sich der Schützenvorstand einig. Seit vergangener Woche gebe es jedoch eine neue Option, die eine erneute Beratung des Schützenfesttermins erforderlich mache.

 Im Rahmen eines gemeinsamen Ortstermins wurde dem Vorstand der Schützengesellschaft Rhoden auf Nachfrage von Kommandeur Tobias Kassnitz seitens der Verantwortlichen der Stadt Diemelstadt bestätigt, dass bei nunmehr zügiger Durchführung aller drei Bauabschnitte die Straßenbauarbeiten an der Landstraße bis zum ersten Juliwochenende 2022 abgeschlossen sein könnten und der Ortskern vollständig für das Schützenfest genutzt werden kann.

Zwei verschiedene Möglichkeiten abwägen

 Eine weitere Option wurde seitens Bürgermeister Schröder dahingehend aufgezeigt, dass Schützenfest in 2021 zwischen dem 2. und 3. Bauabschnitt stattfinden zu lassen. Aufgrund der erforderlichen Verschiebung des Bauzeitenplans sei dafür aber ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung notwendig. „Die Option, das Schützenfest in das Jahr 2022 zu verschieben, wurde auch im Vorstand schon seit längerer Zeit beraten, aufgrund des bisher vorgelegten Bauzeitenplans mit Bauarbeiten bis in den Herbst 2022 hätte das aber keinen wesentlichen Vorteil gegenüber 2021 gehabt; ein rechtzeitiger Abschluss der Bauarbeiten bis Anfang Juli 2022 beinhaltet jedoch eine neue Sachlage, die wir im Vorstand der Schützengesellschaft nochmal neu bewerten werden“, so der Vorsitzende der Schützengesellschaft, Reinhold Polzer. 

Neben dem Straßenbau müssen aber bei einer nochmaligen Terminverschiebung die für das Jahr 2022 bereits feststehenden Termine der historischen Schützengemeinschaft Waldeck und der benachbarten Schützenvereine berücksichtigt werden. Diese gilt es abzustimmen. 

Erhöhte Anforderungen an die Sicherheit bei Festzügen

Dass nach den tragischen Vorkommnissen beim Rosenmontagsfestzug in Volkmarsen für die Absicherung von Festzügen zukünftig andere Standards als bisher gelten müssen, ist auch für die Rhoder Schützen selbstverständlich. „Wir sind uns unserer besonderen Verantwortung hinsichtlich der Sicherheit beim Schützenfest bewusst“, erklären die Rhoder Schützen. Schon nach dem tödlichen Unfall beim Schützenfest in Marsberg im Jahr 2015 hat sich die Schützengesellschaft Rhoden als einer der ersten Schützenvereine im Umkreis intensiv mit dem Thema Waffenrecht beschäftigt und mehrmals eine fachkundige Beratung der „waffentragenden Mitglieder“ durch einen Fachanwalt in Anspruch genommen.

 Den Rhoder Schützen ist dabei klar, dass bei der Durchführung und Absicherung von Umzügen bei Brauchtumsveranstaltungen nach Volkmarsen zukünftig höhere Anforderungen und Sicherheitsstandards einzuhalten sind. Selbstverständlich sollen diese Auflagen zur Absicherung der Festzüge auch beim Schützenfest umgesetzt werden. Welche rechtssicheren konkreten Maßnahmen für die Festzugsabsicherung ergriffen werden müssen, dass wollen die zuständigen Behörden demnächst gemeinsam festlegen.

Möglichst schnell Planugnssicherheit schaffen

 „Für uns ist es wichtig, zeitnah zu erfahren, unter welchen rechtssicheren Auflagen die Festzüge stattfinden können, damit wir hinsichtlich der zu treffenden Sicherungsmaßnahmen Planungssicherheit haben“, ist sich der Vorstand der Schützengesellschaft 1560 Rhoden einig. Die Schützengesellschaft Rhoden legt Wert darauf, dass in diesen schwierigen Zeiten eine einvernehmliche Lösung für das anstehende Schützenfest gefunden wird. „Das Große und Ganze muss stimmen.“ Als erster Schritt dahin soll jetzt zunächst ein optimaler Termin für das Schützenfest gefunden werden, der von allen Beteiligten mitgetragen wird.

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