Erdbauarbeiten beendet - Jetzt kann verdrahtet werden

Endlich schnelles Internet für Diemelstädter Haushalte

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Symbolfoto: Kilometerweise mussten Glasfaserkabel verlegt werden, um auch in Diemelstadt schnelles Internet möglich zu machen.

„Diemelstadt geht endlich online“, freut sich Bürgermeister Elmar Schröder nach Abschluss des Breitband-Netzausbaus. Für eine weitere Verbesserung hat die Stadt einen Förderbescheid über 50.000 Euro bekommen.

Diemelstadt - Bei zwei Informationsveranstaltungen der Netcom Kassel wurden über 300 Teilnehmer über den abgeschlossenen Breitbandausbau in Diemelstadt informiert. In Rhoden wird die Versorgung vom Hauptverteiler der Telekom erfolgen, während in den restlichen acht Stadtteilen und Laubach die Netcom die Multifunktionsgehäuse mit Glasfaser erschlossen hat. Über die letzte Meile mit den vorhandenen Hausanschlüssen der Telekom wird dann die 50 bis 100 Mbit schnelle Versorgung gewährleistet.

Schröder berichtete, als er 2012 in Diemelstadt ins Rathaus gezogen sei, habe er sich nicht vorstellen, wie schlecht es um die Versorgung der Diemelstädter Stadtteile bestellt war.

In Diemelstadt war zu diesem Zeitpunkt keine Leitung für Kabelfernsehen verlegt. Die privatisierte Telekom zeigte kein Interesse an Diemelstadt, das keine Rendite versprach.

Schröder: Netcom-Konzept "ein Segen" für die Region

Dass die Breitband GmbH mit den fünf Landkreisen und allen Kommunen mit Fördermitteln des Landes in Höhe von 145 Millionen Euro nach langwierigen EU-Ausschreibungen mit der Netcom als Betreiber ganz Nordhessen erschließe, sei ein großer Segen, sagte Schröder.

Die Stadt habe schließlich das Gewerbegebiet Wrexer Teich mit einem eigenen Schacht an das Glasfasernetz angeschlossen. Außerdem erhält die Stadt einen Zuschuss von 50.000 Euro bewilligt, um eine Planung für den Anschluss entlegener Aussiedlerhöfe zu ermöglichen.

Schröder äußert sich nun optimistisch: „Ich habe keine Bange um die Zukunft der Stadt. Der Trend in die Oberzentren abzuwandern wird sich aufgrund hoher Mieten, des Lärms und der schlechten Luft dort wieder relativieren, sodass Menschen ihren Lebensmittelpunkt da suchen werden, wo die Lebensqualität gut ist, und das ist bei uns in der Region.“

In den 90er Jahren wollte das Stadtparlament keine Leerrohre finanzieren

Ein Blick zurück: 1990 schrieb die WLZ noch über Verhandlungen des damaligen Bürgermeisters Horst Strott mit der Telekom und dem Hessischen Rundfunk über einen Ausbau zunächst im Roten Land, wobei damals schon ein Breitbandkabel verlegt werden sollte.

Die Telekom erwartete als Voraussetzung für die eigene Investition eine Anschlussdichte von 50 Prozent im Roten Land. Eine Umfrage ergab das Interesse in 60 Prozent der Haushalte. Schließlich wurden die Fernemeldeämter Biedenkopf und Kassel angesprochen, um die übrigen Ortsteile anzuschließen. Somit hätte sich nach Einschätzung von Strott die Chance ergeben, den weißen Fleck Diemelstadt im Breitbandnetz schließen zu können.

In einer späteren Stadtverordnetensitzung ging es darum, sich an der Verkabelung zu beteiligen und bei künftigen Baumaßnahmen gleich Leerrohre verlegen zu lassen. Doch dafür fand sich keine Zustimmung.  red/ah

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