Magistrat sagt wegen Corona-Krise Viehmarkt ab und plant für nächste Veranstaltungen

Sicherheitskonzepte für Feste in Diemelstadt gefordert

Wegen der Corona-Pandemie abgesagt: Der Rhoder Viehmarkt (das Bild entstand beim Festzug 2019) findet voraussichtlich erst wieder im September 2021 statt - unter verschärften Sicherheitsregeln. Foto: Armin Haß

Der Rhoder Kram- und Viehmarkt ist wegen der Corona-Krise als nächste Großveranstaltung abgesagt worden. Auch wird an Sicherheitskonzepten für Großveranstaltungen gearbeitet.

Diemelstadt – Der Magistrat beschloss in dieser Woche die Absage des für die Zeit vom 11. bis 13. September geplanten Volksfestes und eine Anpassung des Sicherheitskonzeptes für 2021. 

Dabei müssen die Bauarbeiten in der Landstraße auch berücksichtigt werden.

Gesundheit geht vor

Der Magistrat muss nun die bisherigen Verträge mit Festwirt, Musikkapellen und Schaustellern rückabwickeln. „In einer langjährigen Tradition ist diese Absage eine Ausnahme, eine Alternative sieht die Verwaltung aber nicht“, sagte Bürgermeister Elmar Schröder. Die Gesundheit der Bevölkerung sei das wichtigstes Gut, und eine unbeschwerte Feier wäre sicherlich nicht möglich.

Wegen des Drachenfestes, das jährlich über 4000 Menschen aus aller Welt auf den Quast lockt, gibt es noch keine Entscheidung. Hier ist nach Einschätzung des Rathauschefs der Veranstalter gefragt. Die Stadt werde keine Absage aussprechen, wohl aber auch nach den strengen Regelungen der Corona-Verordnungen entsprechende Vorkehrungen des Veranstaltungsfirma fordern.

Wirksame Sperren gefragt

Abgesagt wurden in Diemelstadt beispielsweise die Schützenfeste in Rhoden und Helmighausen wegen der Corona-Krise.

Ein anderer wichtiger Aspekt ist schon wieder in der Allgemeinheit in den Hintergrund getreten: Seit der Amokfahrt eines Volkmarsers beim Rosenmontagsumzug mit über 150 Verletzten müssen nun bei den Großveranstaltungen besondere Sicherheitsvorkehrungen getroffen werden. Insbesondere wirksame Straßensperrungen sind gefragt.

In Nordwaldeck Lösung finden

Bürgermeister Elmar Schröder berichtete nach einem Gespräch mit einem Spezialisten im Polizeipräsidium in Kassel, dass tonnenschwere Betonpoller nicht ausreichen würden. Diese könnten zumindest von schweren Lastwagen durchbrochen werden, äußerte er sich überrascht über die geschilderten Schwächen dieser Barrieren. Versuche der Dekra hatten ergeben, dass Laster noch mindestens 50 Meter nach Durchbrechen der Poller weiter fuhren.

Angeregt wird der Einsatz von mobilen Fahrzeugsperren, die sich beim Aufprall auch von schweren Lkw im Chassis verkeilen und die Laster fahrunfähig machen können. Ersten Schätzungen zufolge betragen die Anschaffungskosten 50 000 Euro. 

Zusammenarbeit wichtig

Hier sei es sinnvoll, wenn die vier Nordwaldecker Kommunen gemeinsam über solche Sicherungen berieten und sie anschafften. Damit und mit einer entsprechenden Wegeführung für Festzüge werde ein wichtiger Beitrag zum Schutz vor Amokfahrern geleistet, sagt Schröder. Hundertprozentig ausschließen ließen sich Gewalttaten gegen viele Menschen nicht.

Nach etlichen Jahren ohne besondere Vorkehrungen sei im vorigen Jahr ein umfassendes Sicherheitskonzept für das Drachenfest umgesetzt worden. Grundlage bildete ein 40-seitiger Leitfaden des Landes.

Auflagen für Vereine

Hohe Auflagen zur Sicherheit von Teilnehmern und Besuchern müssten auch die Vereine erfüllen, berichtete Erster Stadtrat Dieter Oderwald. 

So müssten Schützenvereine nicht nur besondere Vorschriften bei dem Umgang mit Kanonen und Böllern berücksichtigen, auch das Mitführen von Degen als Teil der Uniformen sei mit Auflagen verbunden. Auch sie müssen für die nächsten Feste Sicherheitskonzepte erstellen.

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