Konzert Nordischer Atem in Stadtkirche Bad Arolsen

So frisch klingen skandinavische Lieder

+
Strahlende Musiker nach einem Ausnahmekonzert in der Bad Arolser Stadtkirche: unter dem Motto „Nordischer Atem“ präsentierten (v.l.) Posaunist Christoph Baader, Sopranistin Traudl Schmaderer und als Organist Rainer W. Böttcher ungewöhnliche Lieder und Melodien aus Skandinavien.

Die skandinavischen Kompositionen hielten ihre Zuhörer in Atem und raubten ihnen  denselben: in der Stadtkirche  Bad Arolsen hielten Traudl Schmaderer, Rainer W. Böttcher und Christoph Baader, was die Ankündigung versprach. 

Selbst wenn sich viele Besucher unter dem Nordischen Atem erstmal nicht viel vorstellen konnten. Die Peer-Gynt-Suite des Norwegers Edvard Grieg dürfte noch Wiedererkennungswert geboten haben. Und das sogar aus der Rundfunkwerbung, wie Traudl Schmaderer erinnerte, bevor der glockenklare Gesang der Sopranistin in Solveigs Lied ihren Worten Recht gab. 

So exotisch klingt die Musik

Zum exotischen Flair trugen die im skandinavischen Original gesungenen Texte der Stücke und Lieder bei, die von Christoph Baader an der Posaune und von Rainer Böttcher zunächst an der kleinen Orgel, dann an der Kirchenorgel begleitet wurde.

 Dass es sich um ein Konzert der ungewöhnlichen Klänge handelte, war bereits nach dem getragenen mittelalterlichen Choral aus dem 8. Jahrhundert und Griegs gleichnamigen Vesper-Hymnus Ave maris stella klar. 

Verschiedene Stimmungen

Noch intensiveres Lauschen war angesagt, nachdem alle Musiker auf die Empore gewechselt waren. Anstelle nordischer, von langen Wintern geprägter Melancholie vermittelten die Kompositionen Griegs und seiner Kollegen Lars Erik Larsson, Jean Sibelius und Launy Gröndahl eine Melange unterschiedlichster Stimmungen, die sich einer eindeutigen Zuordnung entzogen und etwa in Griegs Heimweh oder Sibelius' Libelle mit ihren herausfordernden Gesangspartien immer in der Schwebe blieben. 

Von Sopranistin Schmaderer als improvisationsfreudige Kollegen gelobt, nutzte Rainer Böttcher das Programm auch, um seltenst gehörte Klangfarben der Noeske-Orgel vorzuführen, während Christoph Baader die Bandbreite seines Instruments fast jazzig in Larssons „Epilog ur En Vintersaga“ oder als tragischen Schwanengesang in Sibelius' Jubal unter Beweis stellte. 

Da pfeift der Wind

In den Schatten gestellt wurden diese lautmalerischen Zutaten nur noch durch den hörbar auffrischenden Wind, der mit Wolfsgeheul gepaart durchs Kirchenschiff pfiff, um Quasi una Leggenda des Dänen Launy Gröndahl einzuleiten. 

Wie gut, dass es mit Hans Christian Andersens ironischem Märchen vom Schmetterling auf Brautschau, von Traudl Schmader erstklassig vorgetragen, auch etwas zu Schmunzeln gab. Für gute Laune sorgte gleichfalls die Zugabe, die mit gesprochenen Worten zur Musik ebenso originell wie das gesamte Konzertprogramm ausfiel. (sim)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare