Sondersitzung des Diemelstädter Stadtparlamentes mit extra großem Abstand und Handdesinfektion

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Denkwürdige Sitzung des Diemelstädter Stadtparlamentes in der Stadthalle Rhoden: Zum Schutz vor einer möglichen Ansteckung mit dem Corona-Virus sitzen die Stadtverordneten an Einzeltischen.   

So eine Sitzung hat die Diemelstadt noch nicht erlebt. Das Stadtparlament wurde am Donnerstag unter strengen Hygienevorkehrungen zu einer vorgezogenen Sitzung zusammengerufen, um in der weiter fortschreitenden Corona-Krise wenigstens noch wichtige Weichen für die kommenden Monate stellen zu können.

Diemelstadt-Rhoden. Bürgermeister Elmar Schröder hatte argumentiert, dass es allein zehn Grundstücksgeschäfte zu genehmigen gebe. Zehn bauwillige Familien vertrauten also darauf, dass sie in den kommenden Monaten mit dem Bau ihrer Eigenheime in der Diemelstadt beginnen könnte.

Deshalb war zunächst die für den April geplante Parlamentssitzung auf den 26. März vorgezogen worden. als sich abzeichnete, dass es immer schwieriger werden würde, Versammlungen abzuhalten, hatte Schröder diese Sitzung abermals auf den 19. März vorziehen lassen.

WLZ-Reporter im Niemandsland

Zur Sicherheit aller Stadtverordneten, Magistratsmitglieder, Ortsvorsteher und möglicher Zuschauer, hatte die Stadtverwaltung die große Stadthalle leergeräumt und mit 25 weit von einander angeordneten Einzeltischen arrangiert. Der Thekenbereich wurde mit Flatterband abgetrennt, um hier einzelne Stühle für Zuschauer und Ortsvorsteher zu platzieren.

Im Niemandsland zwischen Flatterband und Sitzkarree der Stadtverordneten ein einzelner Tisch für den Berichterstatter der Waldeckischen Landeszeitung.

Bitte an alle: Fassen Sie sich kurz

Doch damit nicht genug der Hygienevorsorge: Alle Teilnehmer waren aufgefordert, einzeln in die Halle einzutreten. Ein Auszubildender der Stadtverwaltung sprühte jedem Teilnehmer der Sitzung Desinfektionsmittel auf die Handflächen.

Stadtverordnetenvorsteher Wolfgang Behrens bat alle Stadtverordneten, sich mit ihren Wortmeldungen möglichst kurz zu fassen und nur das Allernötigste auszudiskutieren. Und so gelang es tatsächlich, eine vergleichsweise lange Tagesordnung in Rekordzeit abzuarbeiten.

Erweiterung der Papierfabrik ermöglicht

Bevor in nicht öffentlicher Sitzung die Grundstücksgeschäfte genehmigt wurden, beschloss das Stadtparlament einstimmig die Änderung der Bebauungsplan „Nr. 18 Wrexen“, der die Erweiterung der Papier- und Pappenfabrik Sprick am jetzigen Standort ermöglicht wird. Die planungsrechtlichen Beratungen und Abwägungsprozesse haben sich über fast zwei Jahre hingezogen.

Ebenfalls einstimmig genehmigt wurden überplanmäßig Ausgaben in Höhe von 40 000 Euro, die sich bei der Sanierung des Dorfgemeinschaftshauses Orpethal ergeben haben.

Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm beantragt

Gerade noch innerhalb der gesetzlich festgelegten Frist wurde die Gestaltung der Stimmzettel bei der Kommunalwahl im kommenden Jahr festgelegt. Konkret ging es um die Erwähnung von Alter und Wohnort der Kandidaten.

Als entscheidend für die Zukunft der Diemelstadt ist der Antrag zur Aufnahme in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes zu werten. Ein gleichlautender Antrag war im vergangenen Jahr von der Landesregierung abgelehnt worden.

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