Bremsen archäologische Grabungen Projekt aus?

Sorge um Gewerbegebiet Steinmühle in Rhoden

Die Steinmühle bei Rhoden soll Teil des geplanten SVG-Autohofes im Gewerbegebiet werden. Foto: Armin Haß

 Diemelstadt-Rhoden – Die Pläne zum Bau eines neuen SVG-Autohofes im geplanten Gewerbegebiet Steinmühle an der Autobahnanschlussstelle Diemelstadt drohen zu scheitern. Dies ist die Einschätzung von Bürgermeister Elmar Schröder und Sprechern der drei Stadtverordnetenfraktionen.

Grund ist die Forderung des Landesamtes für Denkmalpflege, das Gelände nach kulturhistorisch bedeutenden Gegenständen absuchen zu lassen. Neben den von Schröder auf 265 000 Euro geschätzten Kosten zu Lasten der Kommune drohe ein Zeitverlust von zwei Jahren. Ob dann noch der Investor an dem seit 2011 vorangebrachten Projekt interessiert sei, stehe in Frage.

Forderung der Denkmalpflege

Wie berichtet, hat im Frühjahr der Rhoder Heimatforscher Walter Bracht in einem Schreiben an das Denkmalamt auf mögliche Funde in dem Bereich hingewiesen. Darauf hin hat die Bezirksarchäologin Dr. Christa Meiborg in einem Schreiben erklärt, dass die öffentlichen Belange des Bodendenkmalschutzes und der Bodendenkmalpflege im bisherigen öffentlichen Planungsverfahren nicht hinreichend berücksichtigt worden seien.

Sie fordert weiter ein archäologisches Gutachten. Zunächst solle durch Testschnitte im Bereich des geplanten Gewerbeparks Steinmühle geklärt werden, ob keine weiteren Untersuchungen, Teil- oder Totalausgrabungen erforderlich seien.

Kosten trägt die Stadt

Die Kosten dafür schätzt Bürgermeister Schröder nach Rückfragen in der Nachbarstadt Marsberg, wo ähnliche Untersuchungen notwendig waren, auf 265 000 Euro. Um im planungsrechtlichen Verfahren weiterzukommen, stimmte der Haupt- und Finanzausschuss der Bereitstellung der Gelder zu. Ob es tatsächlich so teuer wird oder weitere Ausgrabungen notwendig werden, steht damit alber noch längste nicht fest.

Nach Darstellung von Schröder war vor der Intervention des Denkmalamtes ein Beginn der Bauarbeiten im kommenden Jahr absehbar. Im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange habe das Denkmalamt 2017 keine Stellungnahme abgegeben und sich somit einverstanden erklärt.

Verzögerung befürchtet

Nun werde sich das Projekt um zwei Jahre wegen der Untersuchungen verzögern, schätzt Schröder. Die Realisierung des Autohofes mit einer kostengünstigen Erschließung sei äußerst gefährdet.

Daneben müsse die Stadt die geforderten archäologischen Untersuchungen komplett aus Eigenmitteln finanzieren, die dann für andere Vorhaben in Diemelstadt nicht zur Verfügung ständen. „Eine sehr unglückliche Situation“, erklärte Markus Budde (SPD). Seit sieben Jahren werde das Projekt vorbereitet, der Investor habe Zeit und Geld investiert. „Warum werden nun schlafende Hunde geweckt?“, fragte Budde im Hinblick auf das Schreiben an die Denkmalbehörde.

 Was ist zu erwarten?

Kurz vor der Zielgeraden soll nun ein Umweg eingeschlagen werden, der in eine Sackgasse führt, erklärte Jürgen Pawelzig (FWG). Die künftige wirtschaftliche Entwicklung sei gefährdet. Er selbst schätze zwar die Vergangenheit, wolle aber auch für die Zukunft leben. Zudem habe sich die Denkmalpflege in den vergangenen Verfahrensschritten nicht geäußert.

Dabei habe seit den ersten Bemühungen um ein Gewerbegebiet an der Autobahn Transparenz bestanden, sagte Oliver Klaus (CDU). Er bedauerte, dass es ausgerechnet in diesem weit voran geschrittenen Verfahren diese Verzögerung gebe.

Große historische Funde seien dort wahrscheinlich nicht zu erwarten, erklärte der Stadtverordnete.

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