Vereinsvertreter und Politiker im Gespräch

Sportpolitischer Frühschoppen am Rande des Hallenmasters in Arolsen zur Förderung des Ehrenamts  

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Sportpolitischer Frühschoppen mit Sponsoren am Sonntag in der Bad Arolser Großsporthalle: Von links Sponsor Robert Hess von der Schmidt-Gruppe, Arolsens Stadtrat Udo Jost, Rainer Friele vom ausrichtenden TV Germania Rhoden, Landtagsabgeordneter Armin Schwarz, stellvertretender Sportkreisvorsitzender Bernhard Seitz, Moritz von Twickel von der Westheimer Brauerei und Diemelstadts Bürgermeister Elmar Schröder.   

Arolsen/Diemelstadt. Beim sportpolitischen Frühschoppen des TV Germania Rhoden am Rande des Hallenmasters in der Bad Arolser Großsporthalle wurde Tacheles geredet.

Während in der Halle die Zwischenrundenspiele liefen, ging es im benachbarten Kraftraum zur Sache. Vordergründung ging es um die „Förderung des Ehrenamtes“. Und bei diesem Thema drehte sich natürlich alles um das liebe Geld.

Unstrittig war die Tatsache, dass die beiden Hauptsponsoren des TV Germania Rhoden und des Hallenmasters-Turniers eine Brauerei und eine Spielhalle sind: „Ohne diese treuen Unterstützer können wir unseren Trainingsbetrieb für über 1000 Mitglieder gar nicht aufrecht erhalten“, so TV-Vorsitzender Rainer Friele im Vorgespräch mit dem WLZ-Reporter.

Was kann die Politik tun, um das Ehrenamt zu fördern?

Das Impulsreferat an diesem Morgen hielt Robert Hess, Geschäftsführer der Schmidt-Gruppe, die unter anderem die Spielhalle an der Autobahnauffahrt in Rhoden betreibt und den TV Germania seit Jahren kräftig sponsert.

Hess war vor seinem Wechsel an die Firmenspitze Bürgermeister in Rheinland-Pfalz und Persönlicher Referent eines SPD-Landtagsabgeordneten. Auch aus dieser Perspektive habe er das Ehrenamt in seinen vielen Facetten kennengelernt und wisse, dass ehrenamtliche Arbeit Dank und Anerkennung brauche.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Armin Schwarz unterstrich diese Erkenntnis mit Zahlen aus dem Landeshaushalt. In Hessen seien überdurchschnittlich viele Menschen ehrenamtlich aktiv, die meisten davon im Sport. Auch deshalb habe das Land die Fördermittel für Sportstätten und nun auch für Trägervereine von Schwimmbädern mit zweistelligen Millionenbeträgen deutlich erhöht.

Warum muss ein kleiner Verein eine Steuererklärung machen?

Diemelstadts Bürgermeister Elmar Schröder verwies auf den Wohlfühl-Effekt, den ein funktionierendes Vereinswesen in einer Stadt habe.

Die Diemelstadt sei in der glücklichen Position, viele aktive Vereine mit einer großen Zahl ehrenamtlicher zu haben. Das sei ein wichtiger Faktor, wenn es darum gehe, dem demografischen Wandel und der Abwanderung junger Familien entgegenzuwirken.

Als Hilferuf aus den Vereinen war der Hinweis des Turngau-Vorsitzenden Hartmut Schmittke zu verstehen: „Wir brauchen nicht nur Geld. Wir brauchen auch Fachkräfte, etwa für die Steuererklärung.“

Dazu der Hinweis vom TuS Hesperinghausen: „Wir waren mit unseren Ehrenamtlichen in den letzten Jahren sehr fleißig. Jetzt müssen wir zur Strafe 4000 Euro Steuern abführen.“ Carsten Hohmann vom TuSpo Mengeringhausen ergänzte mit Blick auf die Politiker: „Uns wäre schon mit höheren Freibeträgen geholfen.“

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