über viele Jahre hohe Spenden für Lebenshilfe eingeworben

Streiterin für eine gute Sache: Hildegard Dickhaut aus Rhoden feierte 100. Geburtstag

Hildegard Dickhaut hat am Sonntag in Rhoden ihren 100. Geburtstag gefeiert.

Diemelstadt-Rhoden. „Das ist ein Geschenk“, sagt Hildegard Dickhaut. Die frühere Vorsitzende des Rhoder Hausfrauenvereins hat am Sonntag in geistiger und körperlicher Frische ihren 100. Geburtstag gefeiert.

Wer sie mit dem Auto durch den Ort fahren sieht oder beim Einkaufen trifft, würde ihr das hohe Alter nicht ansehen. 

Als „Streiterin für eine gute Sache“, so titelte die Waldeckische Landeszeitung am 5. Dezember 1988, bekam Hildegard Dickhaut die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland von dem damaligen Landrat Dr. Günter Welteke überreicht. Sie erhielt die Auszeichnung beim 19. Christkindlmarkt, dessen Erlöse stets der Lebenshilfe in Waldeck-Frankenberg zugute kamen: Damals summierten sich die aus dem Verkauf von Handarbeiten, Getränken und Speisen erzielten Erlöse auf bereits 85 000 Mark (etwa 43 000 Euro).

 Hildegard Dickhaut gab den Anstoß für die Veranstaltung und setzte sich 1969 für den Beitritt zum Lebenshilfeverein ein. 1957 griff sie eine Anregung aus dem Arolser Hausfrauenverband auf und gründet den Verein in Rhoden, dessen Vorsitz sie 30 Jahre innehatte. Neben Informationen rund um den Haushalt begründete Hilde Dickhaut Wochenendseminare für staatsbürgerliche Bildung.

 Von vielen Tagesfahrten in die Umgebung, aber auch von Studienreisen in verschiedene europäische Länder kann sie berichten: Ich war eine Reisetante, sagt die Hundertjährige schmunzelnd. Für ihr Engagement war Frau Dickhaut 1982 mit dem Ehrenbrief des Landes Hessen ausgezeichnet worden. 

Ihre Freude am Lesen bewog sie dazu, mit Dr. Elke Riemer-Buddecke einen Literaturkreis zu gründen, der sich in der Bücherei im Rathaus traf und 40 Jahre bestand. 

Die in Kassel geborene und aufgewachsene Hildegard Dickhaut zog mit ihrem Mann Fritz Dickhaut 1944 nach Rhoden, wo der kriegsversehrte Forstbeamte einen Posten im Innendienst des Forstamtes ausübte. Auch er engagierte sich für die Allgemeinheit, so war er Stadtverordneter und Parlamentschef. 

Während ihr Sohn Falk Dickhaut in Rhoden wohnt, leben die beiden anderen Söhne in München und Fritzlar. Gott sei Dank, dass ich noch so beweglich bin, sagt Hildegard Dickhaut über sich.

 Und sie liebt ihr 1948 bezogenes Eigenheim, ein uriges Fachwerkhaus mit Holzverschalung, das auf einem parkähnlichen Grundstück auch die Ruhe bietet, ein paar Zeilen zu lesen - wenn die Jubilarin nicht gerade unterwegs ist zu einem Konzert. Die Waldeckische Landeszeitung schließt sich den Gratulanten zum Geburtstag mit den besten Wünschen an.

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