Gewerbepark wird nochmals umgeplant

SVG zieht Pläne für Neubau und Erweiterung in Diemelstadt zurück

Luftbild von der Autobahnauffahrt Diemelstadt.
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Der „Gewerbepark Steinmühle“ ist zwischen der Autobahn 44 (im Bild von unten links verlaufend) und der Bundesstraße 252 auf derzeit landwirtschaftlichgenutzten Flächen geplant. Mit hineingenommen in den Flächennutzungsplan ist die Steinmühle mit Nebengebäuden (unten rechts). Anders als zunächst geplant soll hier aber kein neuer SVG-Autohof, sondern ein zehn Hektar großes Gewerbegebiet entstehen.

Seit zehn Jahren bemühen sich die Diemelstädter Kommunalpolitiker darum, eine Verlagerung und Vergrößerung des SVG-Rasthofes an der Autobahnauffahrt Diemelstadt zu ermöglichen.

Diemelstadt - Nun hat die Straßenverkehrsgenossenschaft (SVG) mit Sitz in Frankfurt nach einem Wechsel an der Spitze des Unternehmens ihr zuvor schriftlich bekundetes Interesse an dem Umzug zurückgezogen. Das berichtet ein Bürgermeister Elmar Schröder im Gespräch mit der WLZ. Die SVG wolle stattdessen ihre Einrichtungen am jetzigen Standort modernisieren.

Damit sind auch die vielen Planungsschritte hinfällig, die in den vergangenen Jahren zur Änderung des Flächennutzungsplanes und zur Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes unternommen wurden. Immer wieder mussten planungsrechtliche Hürden aus dem Weg geräumt werden. Zunächst ging es um die beste Verkehrsanbindung an die Autobahnzufahrt.

Wertvolle Zeit ging verloren

Ein Verkehrskreisel mit 40 Metern Durchmesser wurde geplant, berechnet und wieder verworfen. Zuletzt hatte sich die Stadt mit Hessenmobil auf eine Ampellösung an der Kreuzung der Autobahnauffahrt und der Bundesstraße B 252 geeinigt. Auch die nötigen Grundstücke wurden erworben.

Dann brachte ein Rhoder Geschichtsforscher die Pläne unter Hinweis auf die Siedlung Alt-Rhoden ins Stocken. Archäologische Grabungen wurden angestellt und einige nichtssagende Scherben gefunden. Auf diese Weise ging wertvolle Zeit verloren, wie Bürgermeister Schröder damals schon beklagte.

Viele Jahre vergebens geplant

Auf den letzten Metern des Bebauungsplanverfahrens habe der gleiche Bürger noch einmal 25 Anregungen eingereicht, die allesamt hätten abgearbeitet werden müssen.

In der Zwischenzeit habe es in Frankfurt einen entscheidenden Wechsel an der Spitze der SVG-Führung gegeben, sodass sämtliche Pläne nun vom Tisch seien, bedauert Schröder: „Viele hundert Stunden Lebensarbeitszeit sind dabei draufgegangen.“ Der umtriebige Rathauschef fühlt sich an das Brettspiel Malefiz erinnert, bei dem sich die Mitspieler immer neue Hindernisse in den Weg stellen.

Großer Bedarf an Gewerbeflächen in Autobahnnähe

Doch Schröder bleibt optimistisch. Ihm lägen inzwischen drei Anfragen von Unternehmen vor, die Flächen entlang der Autobahn suchten, darunter auch eine Diemelstädter Firma. Der Rathauschef will das Planverfahren daher noch einmal leicht abgewandelt auf den Weg bringen.

Für ein normales Gewerbegebiet an der Autobahn sei keine teure Autobahnanbindung nötig. Das vereinfache die Sache. Die Anbindung der rund 100.000 Quadratmeter großen Fläche an der Wrexer Steinmühle könne auch über die Landesstraße zwischen Rhoden und Wrexen erfolgen.

Schröder ist auch zuversichtlich, dass ein Teil der bereits abgearbeiteten Planungsschritte das neue Verfahren nun verkürzen könne. (Elmar Schulten)

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