Engagierter Rathauschef und Mengeringhäuser mit Herz und Hand

Trauer um Bürgermeister a.D. Rolf Emde

Der ehemalige Bürgermeister von Diemelstadt an der Rathaustür von Rhoden.
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Rolf Emde war 18 Jahre lang Bürgermeister von Diemelstadt.

Diemelstadt trauert um seinen früheren Bürgermeister Rolf Emde, der am 3. Dezember nach langer, schwerer Krankheit verstorben ist.

Diemelstadt – Eigentlich wollte er Tierarzt werden. Doch dann hat er Briefe ausgetragen, Jura studiert und eine große Postdienststelle im Harz geleitet. Durch Zufall kam er mit der Kommunalpolitik in Berührung und fand hier letztlich seine berufliche Erfüllung.

Rolf Emde, der 18 Jahre lang als Bürgermeister die Geschicke der Stadt Diemelstadt lenkte, ist am Donnerstag im Alter von 72 Jahren seinem Krebsleiden erlegen.

Vom Arolser Rathaus nach Diemelstadt

Aufgewachsen in Mengeringhausen als Sohn eines Landwirts, hatte der Abiturient Rolf Emde 1966 eine vage Vorstellung davon, wie es wäre, wenn er Tiermedizin studieren würde. Doch zunächst einmal ging er drei Jahre als Offiziersanwärter zur Bundeswehr. Die Zeit bis zum Studienbeginn überbrückte er als Postbote.

Dabei ließ er sich überreden, eine Ausbildung im gehobenen Dienst der Post zu absolvieren. 1973 legte Emde die Inspektorenprüfung ab und begann ein Jurastudium in Marburg. Als Volljurist mit postalischer Vorbildung wurde er stellvertretender Postamtsvorsteher in Offenbach und später Amtsvorsteher in Goslar. Dass der Mengeringhäuser dann wieder in seine Waldeckische Heimat zurückkehrte, ist dem damaligen Bad Arolser Bürgermeister Ernst-Hubert von Michaelis zuzuschreiben, der Emde 1988 als Hauptamtsleiter ins Arolser Rathaus holte. Hier machte er erste Bekanntschaft mit der Kommunalpolitik und den Herausforderungen, die ein Burgermeister zu bewältigen hat.

Keine Parteipolitik im Rathaus

Durch den plötzlichen Tod von Horst Strott im Oktober 1993 musste in der Diemelstadt ein neuer Rathauschef gewählt werden. Als Parteiloser konnte Emde 75 Prozent der Stimmen erringen. Dass er zweimal ohne Gegenkandidat wiedergewählt wurde, ist wohl auch Ergebnis der harmonischen Diemelstädter Verhältnisse, in die sich Emde nahtlos eingefügt hat. Anstehende Fragen werden in Stadtparlament und Magistrat stets sachlich diskutiert. Parteipolitik blieb und bleibt außen vor. Emde verstand sich dabei stets als Moderator. In seiner Amtszeit wurde das Freibad in Wrexen saniert. Das Gewerbegebiet an der Autobahn ist kontinuierlich gewachsen.

In Wethen und Neudorf haben die Dorferneuerungen die Dörfer einen entscheidenden Schritt nach vorne gebracht. Der Neubau der Umgehungsstraße Rhoden hat auch dort bessere Wohnbedingungen ermöglicht. Emde hat die Entwicklung der Diemelstadt in 18 Jahren entscheidend geprägt.

Integrationsfigur für das Waldecker Schützenwesen

Als echter Mengeringhäuser fühlte er sich stets als Teil der historischen Schützengesellschaft. Als Graf Heinrich der Eiserne repräsentierte er die Schützen nach außen und war Integrationsfigur für die historische Schützengemeinschaft Waldeck.

Die Urnenbeisetzung ist für Dienstag, 8. Dezember, in Mengeringhausen geplant. Die Trauerfeier kann wegen der Corona-Pandemie nicht in dem großen Rahmen stattfinden, der Emdes Leistungen für die Stadt Diemelstadt und die Schützengesellschaft angemessen gewesen wäre. (Elmar Schulten)

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