Mehr als nur Sportstätte

Walmebad in Rhoden ist Treffpunkt der Generationen

+
Mit einem liebevoll gestalteten Bild danken die Rhoder Kinder dem Vorstand des Fördervereins mit seinem Vorsitzenden Helmut Butterweck für ihren unermüdlichen Einsatz für das Freibad.

Mit einem zweitägigen Fest haben die Rhoder das 85-jährige Bestehen ihres Freibads, das 50-jährige Bestehen des Walmebads und das 15-jährige Bestehen des Fördervereins Walmebad gefeiert.

Zum Frühschoppen auf der Terrasse des Kiosks begrüßte Vorsitzender Helmut Butterweck auch Vertreter der im Netzwerk der Freibadvereine zusammengeschlossenen Freibadfreunde aus Mengeringhausen, Landau und Vasbeck.

Landtagsabgeordneter Armin Schwarz verlas die Grüße des verreisten Bürgermeisters Elmar Schröder, der feststellte, das Walmebad sei mehr als Schwimmvergnügen. Schwarz betonte: „Was ihr hier ehrenamtlich leistet, das kann kein Mensch bezahlen.“ 

Von unschätzbarem Wert seien zum Beispiel die Schwimmkurse. Auch das sei ein Grund, warum das Land Hessen das Förderprogramm Swim aufgelegt habe. Davon würden in den kommenden fünf Jahren bestimmt alle Fördervereine in der Region profitieren. eine der Voraussetzungen sei aber, dass die Gemeinden hinter den Fördervereinen stehen.

Fürs Erste aber muss das Stadtparlament den Sperrvermerk für den städtischen Zuschussanteil von 35 000 Euro aufheben. Erster Stadtrat Dieter Oderwald zeigte sich in seinem Grußwort zuversichtlich, dass dies gelingen werde. FWG-Fraktionsvorsitzender, der im Namen der anderen Fraktionen ein Grußwort sprach, würdigte das Walmebad als Treffpunkt der Generationen und zitierte das Motto des Vereins: „Wir sind Walmebad.“

Dieses Motto habe durchaus seine Berechtigung, unterstrich Helmut Butterweck:, denn das Walmebad sei Freizeitanlage, Sportstätte, Gesundheitseinrichtung, Jugendtreff, Seniorentreff, Kommunikationszentrum für Jung und Alt. Beim Kreiszeltlager der Jugendfeuerwehren wollen die Aktiven vom Walmebad-Verein ihren Teil dazu beitragen, dass sich die 1200 Jugendlichen in Rhoden wohlfühlen.

Die Rhoder Kinder und Jugendlichen wüssten jedenfalls, was sie an ihrem Freibad haben und würden bei Arbeitseinsätzen gerne mit anpacken. Überhaupt habe das Freibadprojekt alle Rhoder enger zusammenrücken lassen.

Zur Geschichte des Walmebads in Rhoden

Das Gelände an der Walme, wo heute das Freibad für Erfrischung an heißen Sommertagen sorgt, war Anfang des 20. Jahrhunderts eine Tongrube. Daran erinnerte Helmut Butterweck ins einem geschichtlichen Rückblick. In der Grube sammelte sich Wasser und die Kinder hatten ihre Freude. 

1934 wurde hier erstmals ein Bad angelegt. Es wurden Balken und Bohlen verbaut und sogar ein Sprungturm aufgestellt. Im Turnverein Germania bildete sich eine Schwimmabteilung. Nach dem zweiten Weltkrieg hatten die Rhoder andere Sorgen. Das Bad verfiel und wurde bald zur Müllkippe. An Schwimmvergnügen war nicht mehr zu denken. 

1969 ließ die Gemeinde Rhoden ein Freibad errichten. Aus dieser Zeit stammen das heutige Schwimmbecken, der Kiosk und die Terrasse. 

Im Jahr 2000 zwang die finanzielle Situation der Stadt Diemelstadt zu harten Entscheidungen. Die Stadtverordneten entscheiden, dass die kleine Gemeinde nicht zwei öffentliche Freibäder unterhalten könne. Das Steinbergbad in Wrexen wurde saniert. Das Walmebad in Rhoden sollte per Mehrheitsbeschluss geschlossen werden. 

Das war die Zeit, als sie einige Rhoder zum Förderverein Walmebad zusammenschlossen und ihre Freizeit dafür verwendeten, das Bad zu modernisieren und dauerhaft geöffnet zu halten. Inzwischen zählt der Verein 325 Mitglieder, darunter viele Familienmitgliedschaften, so dass rund 700 Diemelstädter Bürger Mitglied im verein sind. 

Der harte Kern von ihnen investiert jedes Jahr rund 4500 ehrenamtliche stunden in den Erhalt der Gebäude. Hinzu kommen die vielen stunden Badeaufsicht, die von Rettungsprofis abgeleistet werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare