Ausbildung bei Hundeschule Naturpark Diemelsee

So werden Hunde in Rhoden für Therapien trainiert

Gemeinsam in der Ausbildung: zukünftige Therapiehunde und ihre Herrchen und Frauchen waren für eine Woche auf dem Gelände des Seniorenzentrums Lustgarten in Rhoden zu Gast. Foto: Sandra Simshäuser

Diemelstadt-Rhoden – Über freundliche Gäste auf vier Pfoten freuen sich die Bewohner des Seniorenzentrums Lustgarten in Rhoden. Bereits zum sechsten Mal ist dort die Hundeschule Naturpark Diemelsee zu Gast, um Vierbeiner zu Therapiehunden auszubilden.

Die einzige Voraussetzung für die Hunde ist eine Gehorsamsprüfung. Grundkommandos wie „Sitz“ und „Bleib“ müssen dazu mindestens sitzen. Hinzu kommt eine Eignungsprüfung vor Ort, um zu sehen, ob aus Bello und seinem Herrchen oder Frauchen ein eingespieltes Mensch-Hund-Team werden kann.

Das darf der Hund nicht

Schließlich soll der Therapiehund nach seiner Ausbildung in einer tiergestützten medizinischen Behandlung, etwa einer Psycho- oder Ergotherapie, zum Einsatz kommen. Vor allem muss der Hund lieb sein. „Knurrt er nur einmal einen Menschen an, ist er für den Einsatz nicht geeignet“, stellt die Hundeexpertin Doris Schönegge fest, die den Kurs gemeinsam mit Sigrid Herrmann leitet.

Um die Eignung der Haushunde zu testen und den einwöchigen Kurs zu begleiten, wirken hundeerfahrene Bewohner des Hauses in Rhoden wie Ewald Gerke gerne mit. Der Rhoder freut sich, dass wieder mal Vierbeiner das Gelände bevölkern und er sich aktiv in deren Ausbildung einbringen kann.

Dort werden sie eingesetzt

„Eine tolle Sache“ ist die Schulung der Zwei- und Vierbeiner auch aus Sicht von Lothar Koch-Sander, Leiter des Seniorenzentrums Lustgarten, das die Räumlichkeiten für die Ausbildung von Hund und Mensch zur Verfügung stellt. Mehr noch als die Hunde, deren Rassespektrum vom Pudelmix bis zum Berner Sennenhund reicht, müssen übrigens Herrchen und Frauchen lernen.

Schließlich sind sie es, die später mit ihrem Vierbeiner in Seniorenheime, Schulen oder weitere Einrichtungen gehen werden, um Therapien zu unterstützen. 

So läuft die Verständigung

Dazu müssen sie die nonverbale Sprache ihres Hundes „lesen“ können. „Das ist wohl die größte Anforderung“, weiß Doris Schönegge, die neben Therapiehunden auch Besuchs- und Schulhunde ausbildet. Dass Mensch und Hund sich spielend verstehen, sei wichtig, da Hunde ihren Menschen vertrauen würden. 

Dazu gehöre nicht zuletzt, zu erkennen, ob es Bello gut geht, wann er müde wird und eine Rückzugsmöglichkeit braucht. Dass Therapiehunde allein mit ihrer Anwesenheit erstaunliche Ergebnisse erzielen können, haben Doris Schönegge und Sigrid Herrmann bei Einsätzen in Seniorenheimen immer wieder erlebt. Etwa im Umgang mit Demenzkranken, die beim Kontakt mit dem Hund plötzlich wieder anfangen zu erzählen.

 Der nächste Kurs

In der einwöchigen Ausbildung wird daher vor allem Praktisches vermittelt, um den Teilnehmern konkret zu zeigen, wie sie später mit ihren Hunden arbeiten können.

Ein weiterer Therapiehund-Kurs ist im kommenden Herbst geplant. Infos gibt es bei den Kursleiterinnen unter Telefon 0151/10050307. (Sandra Simshäuser)

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