Claudia Engler aus Rhoden spricht über Methoden und Erfahrungen

Wie erkläre ich Kindern den Tod Jesu Christi? Eine Pfarrerin gibt Antworten

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Wie erkläre ich Kindern die Kreuzigungsgeschichte? Pfarrerin Claudia Engler aus Rhoden greift bei Kindergottesdiensten und in Schulstunden auch gerne auf Kinderbibeln und Symbole zurück.

Rhoden. Die Kreuzigungsgeschichte in der Bibel ist brutal. Das weiß natürlich auch Claudia Engler. „Jesus wurde verraten und hingerichtet“, sagt die Pfarrerin aus Rhoden. Ist die Geschichte überhaupt etwas für Kinder? „Ja“, betont die Mutter von zwei Söhnen und einer Tochter.

Es komme immer darauf an, wie man Kindern die Kreuzigung erkläre und welche Methoden man dabei verwende.

Fest steht: Es gibt jede Menge Kinderbibeln, Claudia Engler hat davon mehrere zu Hause. Schon ihren Kindern las sie daraus vor. Auffällig ist bei den Bildern und Darstellungen das Spiel mit den verschiedenen Farben. Wenn es – wie beispielsweise bei der Kreuzigungsgeschichte – um ein schlimmes und trauriges Ereignis geht, wird dieses in dunklen Farbtönen dargestellt.

Kinder haben feinfühlige Antennen

Bei der Auferstehung Jesu oder dessen Geburt stechen die hellen und frohen Farben ins Auge. „Das ist natürlich bewusst so gemacht. Aber die Kinder können diese unterschiedlichen Stimmungen dadurch sehr gut auseinanderhalten“, sagt die Pfarrerin.

Grundsätzlich weist Claudia Engler darauf hin, dass Kinder feinfühlige Antennen haben und verschiedene Gefühle empfinden und auseinanderhalten können. Das beginne bereits im Kindergartenalter. „Dort erlebt ein Kind auch Enttäuschungen, wenn beispielsweise ein anderes Kind nicht mit ihm spielen möchte.“ Auch wenn gepetzt werde, sei das für die betroffenen Kinder nicht schön.

Die Pfarrerin erklärt: „Natürlich ist das nicht gleichzusetzen mit dem Verrat an Jesus. Aber es gibt eben eine Parallele. Auch kommt es vor, dass Kinder schon früh einen Verlust erleben müssen – beispielsweise wenn das Haustier stirbt. Auch kann es passieren, dass die Großeltern sterben. Die Kinder kennen die Trauer und die Gefühle, die man dann hat.“ Daher sei es unproblematisch – mit Hilfe von Kinderbibeln – mit älteren Kita- oder mit Grundschulkindern über die Kreuzigung Jesu zu sprechen.

Wenn sie zu den regelmäßigen Kindergottesdiensten einlädt oder Religionsunterricht an der Grundschule gibt, ist sie als Pfarrerin immer darauf konzentriert, die Kinder auf der emotionalen Ebene abzuholen. Wenn Claudia Engler traurige Stellen aus der Bibel bespricht, weist sie am Ende auch immer darauf hin, dass die Geschichte hier nicht endet. „Ich sage dann, dass es weitergeht und sich alles wieder zum Guten wenden wird. Ich lasse die Kinder nicht mit einem schlimmen Schluss alleine, sondern gebe einen Ausblick auf das, was kommt.“

So habe sie beispielsweise bei der Kreuzigungsgeschichte darauf hingewiesen, dass jetzt natürlich viele Menschen traurig seien, weil Jesus nicht mehr da ist. „Ich habe aber – noch bevor ich auf die Ostergeschichte mit der Auferstehung Jesu eingegangen bin – deutlich gemacht, dass Gott immer noch für die Menschen da ist“, sagt die Pfarrerin. Außerdem setze sie Symbole wie zum Beispiel Kerzen ein. Auch mit Kreuzen arbeite sie. „Ich lasse die Seiten farblich unterschiedlich gestalten, so dass klar wird, dass es nach dem Tod Jesu, der mit einer dunklen Vorderseite dargestellt wird, auch wieder Grund zur Hoffnung und Freude gibt. Entsprechend farbenfroher sieht die Rückseite des Kreuzes aus.“

Stets Antworten geben

Claudia Engler berichtet zudem, dass sie – gerade wenn Kinder älter werden – immer mehr gefordert sei, Antworten zu geben. „Der kindliche Glaube verändert sich. Irgendwann hinterfragen die Kinder auch die Geschichten, die ich mit ihnen bespreche“, sagt die Pfarrerin. „Es kommen beispielsweise Zweifel auf, dass Gott tatsächlich die Welt erschaffen hat.“ Ihre Aufgabe sei es dann, in ehrlichen Gesprächen deutlich zu machen, wie schön und hilfreich der Glaube sein kann. Dabei sei aber auch wichtig, die Kinder nicht zu sehr zu beeinflussen.

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