Seltenes Erinnerungsstück bleibt in der Familie

Wie kam das königliche Kännchen nach Wethen?

+
Ein Kännchen von Königin Beatrix: Ilse Seybert aus Hofgeismar (69) präsentiert eine kleine Kanne mit dem Buchstaben „B“, die sie von ihrem Vater geerbt hat. 1938 hat er als 17-Jähriger das Kännchen vom Holländischen Königshaus zugeschickt bekommen. 

Diemelstadt. Ilse Seybert hat ein „kurioses Stück“ in ihrem Esszimmerschrank stehen. Es ist ein kleines Kännchen aus dem holländischen Königshaus.

Anlässlich der Geburt von Königin Beatrix in 1938 hatte das Königshaus in Den Haag Ballons steigen lassen, an denen kleinen Karten angebunden waren. Einer der Ballons landete auf einem Feld bei Diemelstadt-Wethen und ihr Vater hat ihn damals samt der Karte gefunden.

„Als Dankeschön, dass er die Karte ausgefüllt und zurückgeschickt hat, bekam er vom Königshaus diese kleine Kanne geschenkt. Seitdem ist sie in Familienbesitz“, sagt Ilse Seybert.

Seit 1967 lebt sie mit ihrem Mann Karl-Heinz in Hofgeismar und erzählt nun ihren Kindern und Enkeln die Geschichte zu dem Porzellan aus Holland: „Mein Vater hat gerne den Hintergrund zur Kanne erzählt, wenn sich jemand dafür interessiert hat. Jetzt gebe ich das Ganze an die nächste Generation weiter.“

Ilse Seybert berichtet, dass es der einzige Ballon gewesen sei, den man damals 1938 in der Region gefunden hatte und sie bis heute noch keinen anderen Besitzer einer solchen Kanne getroffen hat, aber sicherlich gebe es noch weitere Exemplare davon.

Der Ballon ist mit der Karte damals mehr oder weniger in der Heimat von den Vorfahren von Königin Beatrix gelandet, erklärt Seybert, denn die Großmutter von Beatrix ist in Bad Arolsen geboren und dass sei ja praktisch direkt um die Ecke.

Bis heute wurde die Kanne niemals von Familie Seybert benutzt. Denn sie ist wirklich etwas Besonderes, auch wenn sie nicht viel wert sei, sagt Ilse Seybert. Der ideelle Wert sei aber sehr hoch und deshalb hätte die Kanne auch einen besonderen Platz im Haus.

Die 96-jährige Mutter von Ilse Seybert lebt nach wie vor in Diemelstadt Wethen und interessiere sich sehr für Adel und Königshäuser, sagt sie, auch dort sei die Kanne immer als schönes „Stehrümchen“ behandelt worden.

Auch Ehemann Karl-Heinz Seybert erinnert sich gerne daran, wenn ihm sein Schwiegervater zu Lebzeiten immer mal wieder die Anekdote zu seiner „royalen Kanne“ erzählt hat: „Schau mal, ich habe hier etwas richtig Besonderes“, waren seine Worte, erinnert sich der Pensionär. Auch er interessiert sich gerne für Historisches und besonders für das eigene Familienwappen der Familie Seybert.

(Von Philipp Schwehm)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.