Alte Tradition lebt im Diemeldorf wieder auf

Wrexer Grenzen waren schon immer im Fluss 

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So lebt eine alte Tradition in Wrexen wieder auf: Schützenkönig Rainer Rabe war einer der Ersten, die auf einem der alten Grenzsteine wieder „gestutzt“ wurden.   

Diemelstadt-Wrexen. Es war eine Premiere für die Schützengilde 1567 Wrexen, als das Bataillon bei strahlendem Sonnenschein auszog, um die Gemarkungsgrenzen abzuschreiten.

Vorsitzender Dr. Lars Köcher machte sich von der Mehrzweckhalle aus mit rund 100 Schnadegängern auf den rund sieben Kilometer langen Grenzbegang. Als erste Teilstrecke war die Grenze zum westfälischen Nachbarort Scherfede ausgewählt worden.

Die Schützenbrüder Dieter Oderwald und Thomas Wistuba hatten zuvor zusammen mit weiteren Helfern die Grenzsteine freigelegt und die gesamte Strecke so präpariert, dass sie von allen Teilnehmern gut bewältigt werden konnte.

Gut gelaunt und musikalisch vom Spielmannszug Wrexen bis zur Papierfabrik Smurfit-Kappa begleitet machten sich die Grenzgänger auf den Weg. Über die Gläserne Brücke ging es dann bis zur Diemel und dort weiter in Richtung Scherfede bis zum Drakenloch.

Auf beiden Seiten der Diemel wurden insgesamt acht Grenzsteine angelaufen, davon fünf nördlich der Diemel (Westfalen) und drei südlich (Waldeck). Diese Steine sind auf der Nordseite oft mit dem Adler des Königreichs Preußen und auf der Südseite mit dem Waldecker Stern gekennzeichnet.

Bei den Grenzsteinen und während der eingelegten Pausen informierte Schützenbruder Fabian Stelter über die Geschichte der Schnadezüge, die wechselvolle Geschichte des Grenzverlaufs und über die Bedeutung und Beschaffenheit der Grenzsteine selbst.

Durch natürliche Veränderung des Flussbettes im Laufe der Jahrhunderte, durch Eingriffe des Menschen wie Flussbegradigungen und auch politische Entscheidungen ist es dazu gekommen, dass sich dem Grenzverlauf entsprechend heute die Grenzsteine auf beiden Seiten der Diemel befinden.

Nach alter Sitte wurde an den Grenzsteinen auch gestutzt. In früheren Zeiten wurden dabei Neubürgern die Gemeindegrenzen aufgezeigt, indem der Neubürger von zwei Schützenbrüdern angehoben und dann dreimal mit dem Gesäß auf den Grenzstein gesetzt (gestutzt) wurde. (r)

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