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Wrexer Landwirt lässt Stangenbohnen am Mais ranken

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Von: Elmar Schulten

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Zufrieden mit dem Feldversuch Mais und Bohne: Landwirt Hermann Künemund (links) hat auf seinem Hof in Wrexen ein Versuchsfeld mit Mais und Stangenbohnen angelegt. Neben ihm Nicolas Valentin vom Saatgut-Lieferanten Agro-Mais, und Pflanzenanbauberater Rainer Even (rechts) vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen LLH.
Zufrieden mit dem Feldversuch Mais und Bohne: Landwirt Hermann Künemund (links) hat auf seinem Hof in Wrexen ein Versuchsfeld mit Mais und Stangenbohnen angelegt. Neben ihm Nicolas Valentin vom Saatgut-Lieferanten Agro-Mais, und Pflanzenanbauberater Rainer Even (rechts) vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen LLH. © Elmar Schulten

Diemelstadt-Wrexen – Mit dem Ergebnis seines Anbauversuches, Stangenbohnen und Mais auf dem gleichen Acker auszubringen, ist Hermann Künemund sehr zufrieden.

Bei einem Feldtag für interessierte Berufskollegen berichtete der Wrexer Landwirt, dass die ursprünglichen Bedenken unberechtigt gewesen seien. Dafür aber hätten sich andere Probleme aufgetan, für die sich aber Abhilfe schaffen lasse.

Konkret habe die Unkrautbekämpfung weitgehend ohne Pflanzenschutzmittel sehr gut funktioniert. Mit Striegel- und Hackwerk lasse sich in einem frühen Stadium nach der Aussaat vieles bewerkstelligen.

Pflanzensorten müssen auf Bodenqualität abgestimmt sein

Noch verbesserungsfähig sei die Abstimmung der Bohnensorten auf die Maissorten. So seien seine Maispflanzen aktuell schon fast bereit zur Ernte, wohingegen die Bohnen noch ein, zwei Wochen und einen guten Regen brauchen könnten.

Außerdem habe sich wieder einmal gezeigt, dass das Ernteergebnis von der Bodenqualität abhänge. Der Feldversuch in Wrexen erfolgte auf einem guten Acker mit rund 60 Bodenpunkten, aber auch hier ließen sich Wachstumsunterschiede zwischen guten und besseren Untergründen feststellen.

Weniger Sojaimporte nötig

Wenn Künemund demnächst sein Feld aberntet, Mais und Bohnen gemeinsam häckselt und als siliert, dann beinhaltet das mit Bohnen angereicherte Viehfutter wertvolle Eiweißanteile, die nicht durch teure Sojaimporte aus Nord- oder Südamerika zugekauft werden müssen. Das ist gut für die CO2-Bilanz.

Einen Spareffekt rechnet sich der Landwirt auch durch die Fähigkeit der Bohne aus, Luftstickstoff zu binden und ins Wurzelwerk zu transportieren. So müsse weniger Stickstoffdünger für den Mais ausgebracht werden. Nebenbei dürfen sich Insekten an den Bohnenblüten laben.

Weitere Versuche auf dem Eichhof geplant

Für die Umweltbilanz, Biodiversität und den Geldbeutel des Landwirts bedeutet der gleichzeitige Anbau von Stangenbohnen und Mais also eine Win-Win-Situation.

Genauso hatte sich das auch Pflanzenanbauberater Rainer Even vom Landesbetrieb Landwirtschaft Hessen LLH vorgestellt. Nach dem erfolgreichen Versuch in Wrexen plant er nun weitere Anbauversuche auf dem Eichhof bei Bad Hersfeld. Dabei würden unterschiedliche Sorten in Bezug auf viele unterschiedliche Wachstumsbedingungen miteinander verglichen.

Das Modell wird Schule machen

Gerade angesichts der sich häufenden Dürreperioden sei es wichtig, Arten und Sorten zu finden, die gut mit Trockenzeiten zurechtkämen, so Even. Deshalb hat er auch angeregt, dass auf einem kleinen Teil des Ackers in Wrexen Hirse angebaut wurde. Die kommt mit wenig Wasser aus und ist der Maispflanze sehr ähnlich.

Hermann Künemund wagt die Vorhersage: „In fünf bis sechs Jahren wird jeder zweite Milchviehhalter Mais und Stangenbohnen verfüttern.“ (Von Elmar Schulten)

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